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Umzug

140.000 Besucher*innen beim Schützenausmarsch

Ausgelassene Stimmung bei hochsommerlichem Wetter: Rund 140.000 Besucher*innen haben am Sonntag, 30. Juni, den knapp 12.000 Teilnehmenden des Schützenausmarsches vom Straßenrand aus zugejubelt.

Ein Musikzug auf dem Ballhofplatz © Florian Arp

Beste Stimmung trotz hochsommerlicher Temperaturen – auch auf dem Ballhofplatz

Im "Doubliertritt, Marsch!" hieß es am 30. Juni um 10 Uhr wieder, als Schützenpräsident Paul-Eric Stolle den traditionellen Ausmarsch der Schützen ausrief und die 12.000 Teilnehmer*innen auf die dreieinhalb Kilometer lange Strecke vom Neuen Rathaus durch die Innenstadt bis zum Rundteil auf dem Festplatz schickte. Die Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover Sabine Tegtmeyer-Dette begrüßte die 6.000 Schütz*innen und 6.000 Musiker*innen aus rund 100 Musikkapellen im Vorfeld auf dem Trammplatz. Mehr als 30 Schützenvereine aus ganz Deutschland waren zusätzlich zu den Gastvereinen des Verbands hannoverscher Schützenvereine e.V. mit dabei. 35 festlich geschmückte Festwagen und Kutschen machten den Schützenausmarsch wieder zu einem besonderen Erlebnis. Rund 140.000 Besucher*innen schauten an den Straßen in der Innenstadt Hannovers und den Tribünen am Ballhof, dem Opernplatz und der Bruchmeisterallee zu.

Neuer Schützensenator und neue Bruchmeister

Zum neuen Schützensenator wurde am Freitagabend im Rahmen des Fassbieranstichs Hans-Martin Heinemann, Stadtsuperintendent und Vorsitzender des evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes Hannover, von Bürgermeisterin Regine Kramarek gekürt. Übrigens benötigte Bürgermeisterin Regine Kramarek vier Schläge, bis das Schützenfestbier floss und sie damit das 490. Schützenfest für eröffnet erklärte. Die vier Züge des Ausmarsches wurden von den neuen Bruchmeistern Torben Völksen (Uniformierte Schützengesellschaft Wettbergen von 1924 e.V.), Dr. Johannes Schnabel (Hannoverscher Jagdclub von 1878 e.V.), Dominik Bulitta (Schützengesellschaft Ricklingen von 1853 e.V.) und Clemens Kivelitz (Schützengesellschaft Linden v. 1904 e.V.) angeführt, die ebenfalls am Freitagabend zum Start des Schützenfestes im Rahmen der traditionellen Bruchmeisterverpflichtung im Neuen Rathaus in ihr Amt eingeführt wurden.

Musikkapellen und Festwagen

Für Stimmung auf der Ausmarschstrecke sorgten unter anderem das Heeresmusikcorps Hannover, die Musikkapelle Gelting aus Bayern – sie hat auch den Eröffnungsgottesdienst am Freitag musikalisch begleitet - und die Showband Jubal drum & bugle corps aus den Niederlanden. Besonders schöne Festwagen sah man beispielsweise bei der Johanniter Unfallhilfe oder beim Museum für Kulturgeschichte. Die Festgruppe Gaypeople "Zielsicher bunt", mit der aus der TV-Sendung "Wa(h)re Liebe" bekannten Künstlerin Lilo Wanders, sorgte für Vielfalt und viel Aufmerksamkeit. Auch der Festwagen der Evangelischen Kirche mit der Darstellung der Marktkirche und der Festwagen der Jägerschaft Hannover Land mit einer Naturlandschaft waren aufwendig und mit Liebe zum Detail geschmückt. Die Gilde-Brauerei nahm mit einem imposanten vierspännigen Festwagen mit Kaltblüter-Pferden teil. Auch die zwölf König*innen und Hofdamen, darunter die Schneverdinger Heidekönigin, die Nienburger Spargelkönigin, die Sonnenblumenkönigin aus Bad Bederkesa, die Wurzelkönigin aus Bardowick und die Weinkönigin aus der Region Munster belebten mit ihrer Teilnahme den Schützenausmarsch.

Eindrücke nach dem Schützenausmarsch

Das Fazit der Ersten Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette war positiv: "Ein tolles Auftakt-Wochenende dieses 490. Schützenfestes bei zwar hohen sommerlichen Temperaturen, aber die Stimmung stand dem intensiven Wetterhoch in nichts nach. Der Schützenausmarsch war wieder ein besonderes Highlight, das viele Besucher*innen begeistert hat. Besonders freue ich mich auch über das friedliche Miteinander der vielen Menschen bei dieser unvergleichlichen Veranstaltung. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Polizei und Feuerwehr hat wieder hervorragend funktioniert. Besondere Erwähnung verdient hier auch das große Engagement des Deutschen Roten Kreuzes und der freiwilligen Feuerwehr für die Unterstützung bei der Trinkwasserversorgung. Allen gilt mein ganz herzlicher Dank."

Beim Schützenausmarsch 2019 galten starke Sicherheitsmaßnahmen, die von Stadt und Polizei gemeinsam entwickelt und vereinbart wurden. Demnach gab es ganztägig am 30. Juni eine Fahrverbotszone für LKW ab 3,5 Tonnen für die Innenstadt von Hannover und eine gemeinsame Veranstaltungsleitung von Stadt, Polizei und Feuerwehr.

Schützenpräsident Paul-Eric Stolle war ebenfalls in Feststimmung: "Das war wieder ein toller Schützenausmarsch mit vielen aufwendig dekorierten Festwagen, Kutschen und Musik aus vielen Teilen Deutschlands und dem Ausland. Für mich ist das in jedem Jahr aufs Neue ein Höhepunkt im Programm. Jetzt freuen wir uns auf die neue Woche, getreu dem Motto 'Feste Feiern' - mit tollen Veranstaltungen auf dem Schützenplatz."

Hintergrund

Das Schützenfest Hannover auf dem rund zehn Hektar großen Schützenplatz in Hannover gilt als das größte Schützenfest der Welt. Die Tradition reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Die Veranstaltungsfläche, die Zahl der Großfahrgeschäfte und die Zahl der Festzelte sind bisher von keinem Schützenfest weltweit überboten worden. Etwa 240 Schausteller*innen begeistern ihre Besucher*nnen jedes Jahr mit Neuheiten bei den High-Tech-Fahrgeschäften, Karussells, Geisterbahnen, Losbuden und vielen weiteren Attraktionen. Hannover hat mit 65 Schützenvereinen und -gesellschaften eine große fachliche Vereinsdichte und trägt seit den Fünfzigerjahren den offiziellen Ehrentitel "Deutsche Schützenstadt". Der Schützenausmarsch ist mit rund 10.000 Teilnehmer*innen aus dem In- und Ausland, mit 35 Festwagen und Kutschen der umfangreichste Schützenausmarsch der Welt. Er bildet nicht nur den Höhepunkt der zehntägigen Festveranstaltungen, sondern verwandelt die Leinemetropole auch in eine pulsierende internationale Begegnungsstätte.