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Umzug

Schützenfest Hannover: Ausmarsch mit 150.000 Zuschauern

Ausgelassene Stimmung bei wechselhaftem Wetter: Rund 150.000 Zuschauer haben am Sonntag, 2. Juli, den rund 10.000 Teilnehmenden des Schützenausmarsches vom Straßenrand aus zugejubelt.

Menschen bei einem Festumzug. © Fahrgastfernsehen

Schönes Plätzchen in der Altstadt: Das Teestübchen auf dem Ballhofplatz war am 2. Juli wieder rappelvoll. 

Im "Doubliertritt, Marsch!" hieß es am Sonntag, 2. Juli 2017 um 10 Uhr wieder, als Schützenpräsident Paul-Eric Stolle den traditionellen Ausmarsch der Schützen ausrief und die 10.000 Teilnehmenden auf die dreieinhalb Kilometer lange Strecke vom Neuen Rathaus durch die Innenstadt bis zum Rundteil auf dem Festplatz schickte. Der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover Stefan Schostok begrüßte die 5.000 Schützinnen und Schützen sowie 5.000 Musikerinnen und Musiker aus knapp hundert Musikkapellen im Vorfeld auf dem Trammplatz. 32 Schützenvereine aus ganz Deutschland waren zusätzlich zu den Gastvereinen des Verbands hannoverscher Schützenvereine e.V. mit dabei. Zwanzig festlich geschmückte Festwagen und knapp zwanzig Kutschen machten den Schützenausmarsch wieder zu einem besonderen Erlebnis. 150.000 Besuchende schauten an den Straßen in der Innenstadt Hannovers und den Tribünen am Ballhof, dem Opernplatz und der Bruchmeisterallee zu.

Prominente Gäste und die neuen Bruchmeister

An der Spitze des Zuges fanden sich viele prominente Gäste aus Politik und Stadtgesellschaft, darunter der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, Polizeipräsident Volker Kluwe, Bundestagsabgeordnete und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Edelgard Bulmahn, Stadtsuperintendent des Evangelisch-lutherischen Stadtkirchenverbandes Martin Heinemann und Dr. Eckard Scholz, Vorsitzender des Markenvorstandes Volkswagen Nutzfahrzeuge. Er wurde bereits am Freitagabend im Rahmen des Fassbieranstichs in der Festhalle Marris von Oberbürgermeister Schostok zum neuen Schützensenator 2017 ernannt. Übrigens benötigte Schostok nur einen Schlag, bis das Schützenfestbier floss und er damit das 488. Schützenfest für eröffnet erklärte. Die vier Züge des Ausmarsches wurden von den neuen Bruchmeistern Benjamin Buch (Schützengesellschaft Bemerode von 1838 e.V.), Hermann Heidekorn (Schützenverein Vinnhorst von 1907 e.V.), Jan Mielke (Herrenhausen von 1908 e.V.) und Andreas Pieper (SSC Adlerhorst von 1965 e.V.) angeführt, die ebenfalls am Freitagabend zum Start des Schützenfestes im Rahmen der traditionellen Bruchmeisterverpflichtung im Neuen Rathaus in ihr Amt eingeführt wurden.

Musikkapellen und Festwagen

Für Stimmung auf der Ausmarschstrecke sorgten unter anderem der Musikverein Barbian aus Südtirol, die Boerenkapelle de Blaaskinkels aus den Niederlanden, die Trachtenkapelle aus dem Kinzigtal im Schwarzwald, die Capella Musica Hohn e.V. aus dem hohen Norden, die Alvesroder Deistermusikanten und die Leinegarde aus Neustadt am Rübenberge. Für exotische Klänge war der Deutsch-Mexikanische Freundeskreis  mit einer Mariachi-Kapelle zuständig. Besonders schöne Festwagen sah man beispielsweise bei der NKR (Norddeutsches Knochenmark-und Stammzellenregister) und der Johanniter-Unfallhilfe. Auch der Festwagen der Evangelischen Kirche mit der Darstellung der Marktkirche und der Festwagen der Jägerschaft Hannover Land mit einer Naturlandschaft waren aufwendig und mit Liebe zum Detail geschmückt. Der Tanzkreis Haste zeigte sich in schlesischer Tracht, die Gilde-Brauerei nahm mit einem imposanten vierspännigen Festwagen mit Kaltblüter-Pferden teil.

Eindrücke nach dem Schützenausmarsch

Das Fazit von Oberbürgermeister Stefan Schostok war positiv: "Ein schönes Auftakt-Wochenende dieses 488. Schützenfestes – der Schützenausmarsch war wieder ein absolutes Highlight, das viele Besucherinnen und Besucher begeistert hat. Bei den vielen aufwendig geschmückten Festwagen stand einer in der Besuchergunst besonders hoch. Herzlichen Glückwunsch an die Johanniter-Unfallhilfe zum "schönsten" Festwagen des Ausmarsches. Besonders freue ich mich auch über das friedliche Miteinander und die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt, Polizei und Feuerwehr in Bezug auf die Sicherheitsmaßnahmen beim Schützenausmarsch. Meinen herzlichen Dank dafür". Beim diesjährigen Schützenausmarsch galten stärkere Sicherheitsmaßnahmen, die zuvor von Stadt und Polizei, aufgrund einer abstrakten Gefährdungslage in Deutschland mit Blick auf mögliche Anschläge mit islamistischem Hintergrund gemeinsam vereinbart worden waren. Demnach gab es ganztägig am 2. Juli eine Fahrverbotszone für LKW ab 3,5 Tonnen für die südliche Innenstadt von Hannover und eine gemeinsame Veranstaltungsleitung von Stadt, Polizei und Feuerwehr.

 Schützenausmarsch verwandelt Hannover in eine internationale Begegnungsstätte

Schützenpräsident Paul-Eric Stolle war ebenfalls in Feststimmung: "Das war wieder ein toller Schützenausmarsch mit vielen aufwendig dekorierten Festwagen, Kutschen und Musik aus vielen Teilen Deutschlands und dem Ausland. Für mich ist das in jedem Jahr aufs Neue ein Höhepunkt im Programm, verwandelt er doch Hannover immer wieder in eine pulsierende internationale Begegnungsstätte. Jetzt freuen wir uns auf die neue Woche, getreu dem diesjährigen Motto 'Feste Feiern', mit tollen Veranstaltungen auf dem Schützenplatz und ein wenig mehr Sonne", fügte er schmunzelnd hinzu.

Weitere Bilder vom Ausmarsch der Schützen sowie dem Wochenende auf dem Schützenfest finden Sie in unserer Galerie.