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Sich den Umzug ansehen

Jedwege Diskussion ist überflüssig: Wenn einem auch sonst alle Schützenfest-Angelegenheiten egal sind, ist es die erklärte Pflicht eines jeden lokalpatriotischen Hannoveraners, sich einmal im Leben den Umzug anzusehen. 2017 klingelt der Wecker am frühen Sonntagmorgen, den 2. Juli.

Warum sitzen denn da an einem Sonntagmorgen Leute an der Straße? Die Antwort auf die Frage, die sich unzählige Partygänger einmal im Jahr stellen, wenn sie gerade den Heimweg aus dem Club antreten, können eingefleischte Hannoveraner beantworten: Schützenausmarsch-Sonntag! Der Tag der Tage, an dem sogar das Fernsehen kommt. 2017 fällt das inoffizielle Highlight des hannoverschen Schützenfestes auf den 2. Juli. Was macht das kilometerlange Spektakel so besonders? Dafür gibt es viele Gründe.

Der längste Schützenausmarsch der Welt

Hannover hat nicht nur das größte Schützenfest der Welt, sondern auch den längsten Schützenausmarsch der Welt. Die reine Laufstrecke ist zwar nur rund dreieinhalb Kilometer lang, der Festzug als solches aber rund zehn Kilometer. Und jeder Meter davon ist laut, bunt und steckt voller Euphorie. Was uns zum nächsten Punkt führt.

Jeder will dabei sein

Volksfeste im Allgemeinen sind oftmals als Trinkgelage verpönt. Nicht so in Hannover. Die Tradition des hannoverschen Schützenfestes reicht zurück bis ins 14. Jahrhundert. Das hannoversche Schützenfest ist Kult. Wer in der niedersächsischen Landeshauptstadt etwas auf sich hält, der guckt nicht zu, sondern marschiert mit. Aus diesem Grund steht der zehn Kilometer lange Festzug für viel mehr als die unzähligen Schützenvereine, Spielmannszüge und Kapellen. Er steht für diese Stadt. Zwischen den Schützen präsentieren sich lokale Institutionen wie das GOP Varieté oder die Hannover Indians, Unternehmen wie die Gilde-Brauerei oder die Herrenhäuser-Brauerei und einzigartige Gemeinschaften wie der Deutsch-Japanische Freundeskreis, der Freundeskreis Hannover, der Polizei-Sportverein, die Tischler-Innung und viele andere mehr. Hinzu kommen Größen aus Kultur und Politik, zu denen etwa Ministerpräsident und Ex-Schützensenator Stephan Weil oder auch Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen zählen. Nicht weniger erwähnenswert sind zahlreiche Gruppen aus dem Ausland, die sich jedes Jahr in bunten Formatierungen präsentieren. Das ist der nächste Punkt.

Hoher Unterhaltungsfaktor

Die Unterhaltung. Es ist ja schön anzusehen, dass am Ausmarsch-Sonntag so viele Menschen unterschiedlicher Vereinsherkunft miteinander feiern, aber ein ganz wesentlicher Bestandteil des Spektakels ist natürlich auch der hohe Unterhaltungswert. Und der wird eben genau durch diese vielfältigen Menschen und Vereine gewährleistet. Alle Umzugler bieten ihrem Publikum eine bemerkenswert gute Show: Während die Schützen meist durch ihre Vereinsstatuten und die Spielzüge durch ihre lautstarke Musik auf sich aufmerksam machen, bieten vor allem die kleineren Vereine und Gruppierungen oftmals ausgefallene Shows fürs Auge. Da zwinkern einem schon mal irgendwelche Manga-Figuren zu, Bonbons und Kondome fliegen zu Dudelsackmusik durch die Luft, leicht bekleidete Tänzer reichen Getränke und in traditonellen Trachten gekleidete Paare führen Folklore-Tänze auf.

So verläuft der Ausmarsch

Pünktlich um 9 Uhr werden die Ehrengäste im Neuen Rathaus empfangen. Nach einer Ansprache auf dem Trammplatz gegen 9:50 Uhr spielen alle Musikzüge gemeinsam den Auftaktmarsch, ehe sich der Festumzug in Bewegung setzt. Marschiert wird in fünf Abteilungen: Dem Vorzug, bestehend aus Schützenpräsident Paul-Eric Stolle, Oberbürgermeister Stefan Schostok, Sportschützen-Vizepräsident Wilfried Ritzke sowie Schützensenator Dr. Echkard Scholz, folgen vier Hauptzüge, angeführt von den vier, am Eröffnungsfreitag vereidigten, Bruchmeistern mit ihren Standarten.

Mitfahren auf dem Wagen

Wer selber auf einem der festlich geschmückten Kutschen oder Wagen mitfahren möchte, kann bei einem der Vereine nachfragen. In der Regel ist das aber nicht möglich. Teilweise werden die Plätze auch verlost.

Die besten Plätze

Wie eingangs erwähnt, beziehen zahlreiche Fans des Ausmarsches schon früh morgens ihre Plätze. Die "Fans" könnte man übrigens auch schlicht als Profis bezeichnen – sie wissen nämlich, dass alles nur eine Frage der Vorbereitung ist. Klappstuhl, Sonnenhut, Sonnenbrille, Kaltgetränke und Snacks gehören zum festen Bestandteil ihrer Ausrüstung und bieten Schutz bei gutem und schlechtem Wetter. So lange man den Festzug nicht behindert, kann man sich ein beliebiges Plätzchen entlang der Route suchen. Es empfiehlt sich, nach einem Platz in der kurzen Baringstraße oder der Leinstraße in der Altstadt Ausschau zu halten. Auch hier sind die Chancen am besten, wenn man schon ganz früh morgens erscheint. 

Tickets für die Tribünen

Der Verband Hannoverscher Schützenvereine e.V. lässt eine Tribüne auf dem Ballhof, am Opernplatz und in der Bruchmeisterallee aufbauen. Wer dort Platz nehmen möchte, muss sich zeitnah um Tickets (16,50 Euro, erhältlich in der Tourist Info am Hauptbahnhof) kümmern. Da die Plätze nicht nummeriert sind, ist frühes Erscheinen auch hier sehr ratsam.

Umzug dauert bis zum frühen Mittag

Ausgehend vom letzten Teilnehmer, der sich am Trammplatz in Bewegung setzt und den Schützenplatz als letztes erreicht, dauert der gesamte Ausmarsch knapp vier Stunden. Danach kann man sich auch wieder ins Bett legen – oder direkt auf dem Festplatz weitermachen. Wer sich noch immer fragt, ob das frühe Aufstehen lohnt, findet Antworten in dieser Galerie zum Ausmarsch 2016: