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Festkultur

Zelte-Hopping

Wer auf dem Schützenfest jedes Jahr im selben Festzelt feiert, hat sein Spaßpotential höchstens zu einem Fünftel ausgeschöpft. Eine kleine Tour über den Festplatz verschafft Abhilfe.

Alt Hanovera © Privatbrauerei Herrenhausen GmbH

Feiern auf dem Schützenfest: Alt Hanovera – der Klassiker darf natürlich nicht fehlen.

Hannover hat nicht nur das größte Schützenfest der Welt, sondern auch das bunteste. Damit sich einem die so oft gepriesene Vielfalt erschließt, reicht es nicht aus, im Zelt vom letzten Mal, vom Vorjahr, vom Vorvorjahr und dem Jahr davor einzukehren, bloß weil "Die Stimmung so nett war". Und falls doch, dann am besten mit der Konsequenz, nach einem Getränk weiterzuziehen, um auch wirklich nichts zu verpassen. Zeit ist in jedem Fall genug, denn beim Schützenfest Hannover gibt es keine Sperrstunde. 

Bratwurst, DJ und Andrea Helene Silbereisen 

Wer vor den gängigen Partyzeiten anreist, geht am besten nicht gleich zum Rondell in der Mitte des Festplatzes durch, sondern sucht sich einen der überraschend geräumigen Biergärten, die die großen Attraktionen umsäumen. Hier wird den Besuchern oft schon am späten Nachmittag ein kleines, meist unvorhersehbares Live-Programm angeboten. Praktisch: Für die stärkende Bratwurst und Kaltgetränke muss man selten länger als fünf Minuten anstehen, weil alles so nah beieinander liegt. Die DJ's hinter den Plattentellern sind vielleicht keine Profis – wie sie die Besucher in Stimmung bringen, wissen sie aber durchaus. Dann entstehen schon mal wilde Partymixe aus Andrea Berg, Helene Fischer und irgendwelchen Oldies. Macht Laune. Vor allem, weil einige der Discjockeys das standeigene Mikrofon gerne zum Karaokesingen an wagemutige Sänger aus dem Publikum weiterreichen. Hat man zwei oder drei der rustikalen Schank-Oasen inspiziert, sollte es im Mittelteil auch schon etwas lebhafter sein.

Live-Musik am Rondell

Man kennt das Brauhaus Ernst August ja. Die hannoversche Institution ist jedes Jahr auf dem Schützenfest vertreten und präsentieren ihren Besuchern in den frühen Abendstunden (ab 18 und 19 Uhr) ein ansehnliches Coverband-Programm, mit dem man sich langsam zu neuinterpretierten Evergreens von Pop bis Rock eingrooven kann. Zu dieser Uhrzeit sollte auch noch etwas mehr Platz zum ungezwungenen Tanzen vorhanden sein. Da beide Bühnen maximal 50 Meter Luftlinie auseinander liegen, lässt es sich ganz bequem hin- und herpendeln. Die Getränkeversorgung ist zu allen Seiten des Weges gewährleistet. Kleiner Tipp am Rande: An einigen Abenden kredenzt der Wirt der Piazza da Enzo seinen Gästen zu Pasta und Pizza auch italienische Live-Musik. Je nach Gemüt kann man sich im Anschluss (20 / 21 Uhr) den "Big Four" widmen.

Hannovers "Big Three"

Die Big Three erkennt man nicht erst, wenn man vor ihnen steht. Die Big Three sind die drei großen Festzelte auf dem Schützenplatz, die unübersehbaren Partyhochburgen für Besucher aus der gesamten Region Hannover und von außerhalb. Deshalb ist es drinnen auch spätestens gegen 23 Uhr so voll, dass der Schweiss von den Wänden tropft. Hat man sich erstmal einen Platz auf der Tanzfläche ergattert, ist mitunter etwas sportliches Geschick gefragt, um wieder nach draußen zu kommen. Nicht nur aus diesem Grund sollte man sich im Vorfeld überlegen, ob man lieber erst mal bei einem Getränk am Tresen die Lage checkt und gegebenenfalls weiterzieht oder sich direkt unter die Feiernden mischt. Der Anspruch an die Musik und das Publikum spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Stimmung ist überall gut, der Eintritt frei.

Kleine Typologie der Festzelt-Gänger

Das nach einem niedersächsischen Hallenhaus gestalte Festzelt Alt Hanovera hat sich im kollektiven Schützenfest-Gedächtnis als das Partyzelt schlechthin verankert. Vom Plattenteller kommen vorrangig Schlager sowie Hits der Siebziger und Achtziger. Und weil die bekanntlich immer funktionieren, ist das Publikum auch jedes Jahr so bunt gemischt. Ob Anzugträger, Mutti, Sportler oder Styler – hier trifft man sie wirklich alle. 

Die Festhalle Marris ist das Hauptfestzelt, offizielles Zentrum der Schützen und als solches der Austragungsort zahlreicher traditioneller Aktionen und Events. Dementsprechend geht's an den Tischen und Bänken äußerst zünftig zu, sowohl was die Musik als auch das Essen anbelangt. Richtig gelesen, Essen. Die Festhalle Marris bietet den Besuchern gutbürgerliche Schmankerl zum Bier. Den passenden Sound (nach dem zeremoniellen Teil) besorgen Live-Kapellen, die meist in fescher bayerischer Kleidung auf der Bühne stehen und dem Publikum, das eindeutig aus Schützen, älteren Festbesuchern und volksmusikaffinen Youngstern besteht, kräftig einheizen. 

Ein Grund, warum andere Schützenfeste neidisch nach Hannover schielen, ist das Gaypeople-Zelt. Das schwullesbische Partyzelt ist seit über zehn Jahren fester Bestandteil des hannoverschen Schützenfestens und inzwischen auch bei heterosexuellen Gästen eine beliebte Stätte zum zwanglosen Feiern. "Zwanglos" ist dabei genau das richtige Wort. Hier unterwirft sich niemand einem Dresscode, hier gibt es selten Stress und hier wird auch unter der Woche so zielstrebig zu Schlagermusik gefeiert, als ob schon wieder Wochenende wäre.

Bis 2016 gab es auf dem Festplatz noch ein viertes großes Festzelt, Gilde-Island. Das ehemalige Zelt der Dax-Bierbörse wurde seit 2014 von der Gilde-Brauerei verantwortet, die jedes Jahr mit einigen gestalterischen Überraschungen aufwartete. Das überwiegend junge Publikum feierte hier zu Electro, Beach- und House-Sounds. Damit ist 2017 Schluss. Erstmals präsentiert sich dafür das Niedersachsenhaus als eigenständiges Partyplätzchen, das Musik von wechselnden Discjockeys auflegen lässt. Inwieweit das reicht, um aus den Big Three wieder die Big Four zu machen, wird sich zeigen. Einen Blick lohnt sich in jedem Fall. Bietet das holzige Kleinod doch jene oben erwähnte Mischung aus Essen, Trinken und Partyspaß. 

Ein Absacker am Rande

Egal in welchem Festbereich man letztlich landet – bevor man den Heimweg antritt, empfiehlt sich ein Absacker in einem der kleineren Schankbetriebe drumherum. Bei der Gelegenheit kann man den Abend noch mal Revue passieren lassen, sich austauschen oder, im besten Fall, einfach noch ein Stündchen bleiben.