Gedenktag Reichsbanner & Mut tut gut

Die Vergangenheit wird bewältigt mit Erinnerung und aktuellen Anknüpfungspunkten zum Thema rechte Gewalt.

Kranzniederlegung an der Gedenktafel

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Am 22. Februar 1933 starben Willi Großkopf und Wilhelm Heese, zwei Mitglieder des Reichsbanner Hannover, durch Gewehrkugeln der SA (Sturmabteilung der NSDAP). 17 weitere Reichsbanner-Mitglieder wurden verletzt.

Die Täter wurden nicht verfolgt oder bestraft: Am selben Tag waren SA, SS und Stahlhelm vom preußischen Ministerpräsidenten Göring in den Status einer „Hilfspolizei“ erhoben worden.

 

Das Reichsbanner war zu der Zeit ein SPD-naher Wehrverband, der eine Wahlkundgebung der Partei im Saal des Lister Turms vor den Nationalsozialisten schützen wollte.

Die Augenzeugenberichte erweisen eindeutig, dass die SA den Feuerüberfall auf das Reichsbanner vorbereitet hatte. Der technische Führer fuhr zum Lister Turm, wo drei bis vier Polizeibeamte vor dem Saaleingang standen.  Auf den beiden Promenadenwegen kamen inzwischen 50 erste Schufokameraden heran, die zur Verstärkung des Saalschutzes herbeigerufen waren.

Als die ersten Schufokameraden am Saaleingang waren, wurden sie plötzlich von den SA-Leuten mit „Freiheit!“ begrüßt und in derselben Sekunde fielen in rascher Folge etwa 150 Schüsse.

 

Die Trauerfeier für Großkopf und Heese fand am 25. Februar 1933 statt. Der anschließende Demonstrations- bzw. Trauerzug war die letzte große (sozial)demokratische Demonstration in Hannover vor der Machtergreifung.

Die Geschichte des republikanischen Schutzbundes Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold steht beispielhaft für die Versuche und das Scheitern demokratischer Kräfte, den Vormarsch der Nationalsozialisten zu stoppen.

Der Trauerzug war der Auftakt für die bis heute andauernden Gedenkveranstaltungen am Lister Turm.

 


 

Gedenkveranstaltung am Lister Turm

Gedenkfeiern fanden bereits seit 1947 am Lister Turm statt; zunächst ausschließlich Kranzniederlegungen, später auch mit Reden öffentlicher Personen. 1976 wurde die Gedenktafel neben dem Haupteigang des damaligen Freizeitheims enthüllt. Zu größeren Jahrestagen wurden in den 1980ern erstmals Schüler*innen-Projekte eingeführt.

Sowohl die Gedenkveranstaltung als auch allgemein antifaschistische Kulturarbeit haben im Lister Turm seit Jahrzehnten Tradition.  In den letzten Jahren entwickelte sich dies zur wiederkehrenden Veranstaltungsreihe „Mut tut gut – Gemeinsam für Demokratie“.

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