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Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft KZ Stöcken in der Gedenkstätte Neuengamme, 2017 © LHH

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft KZ Stöcken in der Gedenkstätte Neuengamme, 2017

Gedenkstättenarbeit

AG KZ Stöcken

Die 1986 gegründete Arbeitsgemeinschaft KZ Stöcken fördert die Erinnerung und das Gedenken an das Schicksal der Häftlinge und die Geschichte des ehemaligen Außenlagers des KZ Neuengamme in Hannover-Stöcken. Die bis zu 1.500 Häftlinge des von Juli 1943 bis April 1945 bestehenden KZ Stöcken mussten in der Batterieproduktion der nahegelegene Akkumulatorenfabrik AG (später VARTA AG, heute Johnson-Controls) arbeiten.

Gedenkmarsch zur Erinnerung an die ehemaligen Häftlinge des KZ Stöcken am 8. Mai 2016 © LHH

Gedenkmarsch zur Erinnerung an die ehemaligen Häftlinge des KZ Stöcken am 8. Mai 2016

Auf Initiative des Freizeitheims Stöcken startete 1979 die Gedenkstättenarbeit für das nach 1945 weitgehend in Vergessenheit geratene KZ Stöcken. Aus der "AG Stadtteilgeschichte" gründet sich die "Antifa AG" des Freizeitheims Stöcken. Das der VARTA AG gehörende stark kontaminierte Gelände lag brach. An das Schicksal der Häftlinge erinnerte nur eine 1978 von der Stadt Hannover gelegte kleine Gedenkplatte an der Garbsener Landstraße, Ecke / Auf der Horst, die von Bürgerinitiativen wenige Jahre später um eine großformatige Informationstafel ergänzt wurde. Die Geschichte des KZ Stöckens war 1983 zudem Teil der Ausstellung „Konzentrationslager in Hannover 1943-1945“ im Kubus in Hannover.

Am 7./8. Mai 1984 besuchten dänische und schwedische ehemalige Häftlinge Hannover und das ehemalige KZ-Gelände. Die zu mobilen Museen umfunktionierten "Weißen Busse", die nach einer Vereinbarung des schwedischen Roten Kreuzes mit Heinrich Himmler im März 1945 etwa 15.000 mehrheitlich norwegische und dänische Häftlinge aus deutschen Konzentrationslagern (u.a. Stöcken) nach Skandinavien in Sicherheit gebracht hatten, machten in diesem Zusammenhang in der Karmarschstraße in Hannover halt.

Gründung der AG KZ Stöcken

1987 entstand im Freizeitheim Stöcken aus der antifaschistischen Arbeitsgruppe die bis heute bestehende "Arbeitsgemeinschaft KZ Stöcken". Bereits ein Jahr später konnte nach langjährigen Planungen am 7. Mai 1987 ein Mahnmal für das KZ Stöcken des Künstlers Hans-Joachim Breuste in unmittelbarer Nähe des ehemaligen KZ-Geländes, Garbsener Landstraße, Ecke / Auf der Horst, errichtet werden. Jährlich organisiert die AG KZ Stöcken am 8. Mai finden Gedenkveranstaltungen in Form von ökumenischen Andachten oder säkular orientierten Ansprachen und Lesungen.

Zur Arbeit der Arbeitsgemeinschaft gehört auch die Betreuung und die Pflege der Kontakte zu ehemaligen Häftlingen des Lagers Stöcken und ihren Nachfahren. Persönlicher Kontakt besteht seit den 1980er Jahren insbesondere zur "Hannover-Stöcken-Gruppe" aus Dänemark sowie zu französischen und polnischen Häftlingen.

Dokumentarfilme zum KZ Stöcken

Das Wissen und diese Kontakte waren 2007 auch ein Beitrag zum Dokumentarfilm „Das Schweigen der Quandts“. Er thematisierte die Verstrickungen der Industriellenfamilie Quandt in das NS-System. Die Quandts besaßen den Batterie- und Akkumulatorenkonzern AFA (Akkumulatorenfabrik), 1962 in VARTA umgetauft, in dessen Fabrikhallen in Stöcken die KZ-Häftlinge und Zwangsarbeiter arbeiten mussten. (Artikel zu "Das Schweigen der Quandts" in DIE ZEIT)

Bereits 1989/90 entstand im Auftrag des Freizeitheims Stöcken aus Zeitzeugenbefragungen und Interviews mit ehemaligen Häftlingen die Videodokumentation "Die Hölle hat viele Namen" (197 min), die seitdem in verschiedenen Veranstaltungen der Erinnerungsarbeit eingesetzt wird und beim Freizeitheim Stöcken auf DVD bezogen werden kann.

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft KZ Stöcken

  • Stadt Hannover, Freizeitheim Stöcken
  • Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten
  • Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) und Bund der Antifaschisten (BdA)
  • Ev.-luth. Stadtkirchenverband Hannover, Amtsbereich Nord-West
  • Katholische Kirche Garbsen
  • Ev.-ref. Kirchengemeinde
  • ARBEIT UND LEBEN  Niedersachsen

Ansprechpartnerin
Carmen Müller, Freizeitheim Stöcken, Tel.: 0511/ 168-42942, carmen.mueller@hannover-stadt.de