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Ausstellungen

Peter Bauza: Copacabana Palace

Die Galerie für Fotografie zeigt bis zum 25. März "Copacabana Palace" von Peter Bauza. In seiner Serie zeigt der Fotograf den Alltag in besetzten Bauruinen vor den Toren Rio de Janeiros und Menschen zwischen Überlebenskampf und Lebenslust.

Ein Kind sitzt auf der Fensterbank einer Bauruine. © Peter Bauza

Aus der Serie "Copacabana Palace" von Peter Bauza.

"Das Paradies ist hier, die Hölle ist hier, Wahnsinn ist hier, Leidenschaft ist hier". Die Aussage des brasilianischen Komponisten und Musikers Francis Himes über Rio de Janeiro wurde Peter Bauzas fotografisches Motto. Seine einfühlsamen Bilder erzählen die Geschichten von Menschen, die in Copacabana Palace, diesem Moloch von Bauruinen leben – "sem teto, sem terra" – "ohne Dach und ohne Land" –, von ihren alltäglichen Momenten der Freude und Trauer, von ihren Bedürfnissen und ihren Illusionen, aber auch von Schönheit und Stärke.

Copacabana Palace

Copacabana Palace lautet der sarkastische Nickname der in den 80er Jahren gebauten, aber niemals fertiggestellten Mittelstandsruine, dem das gleichnamige Luxushotel an der Copacabana unfreiwillig seinen Namen lieh. Knapp 60 Kilometer entfernt von Rio de Janeiro gelegen, ist ein typisches Beispiel für ein Leben, das von Millionen anderen Brasilianern unter den gleichen Umständen geteilt werden muss, während die Regierung eine ihrer schwersten politischen und wirtschaftlichen Krisen durchlebt und zugleich Milliarden für die Infrastruktur von weltweiten Sportevents ausgibt.

Eine Frau tanzt in einem rotem Kleid. © Peter Bauza

Aus der Serie "Copacabana Palace" von Peter Bauza.

1.000 Menschen leben im Dreck

Etwa 300 Familien leben hier in sechs Häusern, insgesamt um die 1.000 Menschen, aber so genau weiß es niemand. Ohne fließendes Wasser, ohne richtiges Stromnetz und ärztliche Versorgung. Die Wohnungen sind feucht und haben keine Fenster und Türen. Überall stinkt es nach herumliegendem Müll. In Peter Bauzas vielfach preisgekrönter bildmächtiger Arbeit changiert die Welt des Copacabana Palace, die eigentlich ein Ort der Vorhölle ist, dennoch zwischen dem harten Kampf ums tägliche Dasein und der puren Lust aufs Leben. Mit seinen farbintensiven Bildern schafft es der Fotograf, keine reine Elendsgeschichte zu erzählen, fügt ihr auch poetische und zärtliche Momentaufnahmen des Alltags hinzu, findet Bilder der Lebensfreude der Menschen, fängt ihre Wünsche und Träume ein - ohne den lebensfeindlichen Ort dabei zu beschönigen.

Im Schatten der Spiele

Viel mehr geht es ihm um die Stärke dieser unfreiwilligen Solidargemeinschaft, die versucht, in mutiger Selbstbestimmung zu überleben. Bauza begann sein Projekt, als mit den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele Milliarden für dieses Weltspektakel ausgegeben wurden. Nach anfänglicher Skepsis gelang es Bauza, das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen und er konnte sich in den folgenden acht Monaten frei bewegen, so dass ihm diese intime Sichtweise gelang.

Termin(e): 15.02.2018 bis 25.03.2018
von 12:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Galerie für Fotografie (GAF)

  • Seilerstraße 15D
  • 30171 Hannover
Preise:
Eintritt frei