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Neuplanung

Sanierungsmaßnahmen im Historischen Museum

Das Historische Museum in Hannover wird von Grund auf saniert: Baumängel an der Fassade und im Inneren des Gebäudes müssen behoben und die Dauerausstellung im ersten und zweiten Stock umgestaltet werden. Das Museum wird Ostern 2020 geschlossen, Baustart ist für Frühjahr/Sommer 2021 geplant.

Die abgehängten Decken im Historischen Museum weisen Sicherheitsmängel auf. © LHH

Die abgehängten Decken im Historischen Museum weisen Sicherheitsmängel auf.

Um zu erläutern, wie sich der Betrieb des Historischen Museums in den nächsten Jahren gestaltet, ist vorab ein Blick auf die notwendigen und geplanten Baumaßnahmen im Museum nötig. Das Historische Museum ist ein denkmalgeschütztes Gebäude. Oberste Prämisse für alle aufgeführten, nachstehenden Sanierungsmaßnahmen ist es, den Charakter des Gebäudes zu erhalten.

Es hat zurzeit mehrere Baustellen zu ertragen, die seit der Neuplanung der Dauerausstellung 2015 und damit einhergehenden und obligatorischer Untersuchungen sukzessive aufgetreten sind.

Zu den baulichen Mängeln:

  1. Sicherheitsmängel Verglasung (zum Teil keine Sicherheitsfenster)
  2. Mängel an der Fassade (fehlende Dichtungen, Kältebrücken)
  3. Raumklima (keine Konstanz, aus konservatorischer Sicht ungeeignet)
  4. Sicherheitsmängel abgehängte Decken (Im Historischen Museum, wie in sämtlichen durch den Fachbereich Gebäudemanagement betreuten Liegenschaften, werden die abgehängten Decken in statisch-konstruktiver Hinsicht gutachterlich untersucht.)

Provisorische Maßnahmen für Mängel hinsichtlich Verglasung und abgehängte Decken wurden bereits eingeleitet. Hier bestand akuter Handlungsbedarf. Die Verglasung wurde in öffentlich zugänglichen Bereichen mit Sicherheitsfolien beklebt. Bereiche, die bereits für die geplante Neuausrichtung der Ausstellung leergeräumt waren, wurden gesperrt. Teile der abgehängten Decken im Ausstellungsbereich mussten mit Gerüsten abgestützt werden.

Vorbehaltlich des entsprechenden Ratsbeschlusses sind demnach folgende Maßnahmen in den kommenden Jahren geplant:

  • Sanierung Glasfassade EG bis 2. OG (inkl. Verbesserung winterlicher und sommerlicher Wärmeschutz und UV-Schutz)
  • Lüftungsanlage für besseres Raumklima
  • Sanierung abgehängter Decken
  • Rückbau der sicherheitsrelevanten abgehängten Decken inklusive technischer Installationen wie Deckenheizung, Elektroleitungen, Beleuchtung etc.
  • Verlegung neuer Leitungen in Abstimmung mit Lüftungsanlage, Beleuchtung und den Anforderungen, die sich aus der neuen Dauerausstellung heraus ergeben.
  • denkmalgerechter Einbau einer neuen abgehängten Decke
  • Austausch sicherheitsrelevanter Verglasungen im Innenbereich
  • denkmalgerechte Sanierung Außentreppe und Balkon im Innenhof

Kosten der Sanierungsmaßnahme

Umfang und Kosten der Sanierungsmaßnahme werden derzeit ermittelt. das Ergebnis wird im Herbst/Winter 2019 vorliegen.

Geplantes Zeitfenster

  • Herbst/Winter 2019 Vorlage einer Beschlussdrucksache in den zuständigen Ratsgremien
  • 2020 bis Anfang 2021 Baugenehmigungsverfahren, Ausführungsplanung und Vergabe
  • Schließung des Museums Ostern 2020
  • Baustart Frühjahr/Sommer 2021
  • Bauzeit grob zwei Jahre
  • Baufertigstellung Frühjahr/Sommer 2023

Schließzeit des Museums 

Museumsdirkektor Prof. Dr. Thomas Schwark ist zuversichtlich: "Die Schließzeit von zwei Jahren schmerzt, aber die Marke Historisches Museum Hannover geht nicht verloren! Wir sehen die Situation, in der wir uns befinden, als Chance, das Museum künstlerisch und architektonisch in einen Top-Zustand zu bringen und freuen uns auf ein hochmodernes Museum, was klima-, ausstellungs- und sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand sein wird."

Unter dem Motto "Geschichte wird weiter gemacht" ist das Museum weiter aktiv und im Stadtleben präsent. Es öffnet sich und geht – wie schon mehrfach erprobt und im "Mein-Hannover-2030"-Prozess vielfach als Wunsch geäußert – raus in die Stadt: Es verlagert die diskursive Form der Geschichtskultur an andere Orte: hin zu den Menschen.

Bis zur Schließung in 2020 nutzt das Museum zurzeit die verbleibenden Flächen (Erdgeschoss, Foyer, Innenhof, Beginenturm) in intensiver Weise und hat sein aktuelles Ferien- und Familienprogramm auf diese Orte zugeschnitten. Bisher gelingt es auch gut, die erforderlichen Gerüste in die jeweilige Ausstellungsgestaltung einzubeziehen.

Für die Zeit der Schließung wird das Historische Museum alternative Räume aufsuchen, an denen ausgewählte Funktionen des Hauses wahrgenommen werden können. Während Veranstaltungsprogramme und die beliebten Talks an verschiedenen Orten stattfinden können, sind Sicherheits- und konservatorische Bedingungen für Ausstellungen nur schwer außerhalb des Museums herzustellen. Gleichwohl wird das Historische Museum im Kulturleben Hannovers weiter vertreten sein und insbesondere seine digitale Präsenz verstärken.