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Aktuelles & Veranstaltungen

Technik- und Kulturgeschichte der medialen Revolution

Medien- und Technikwissenschaftler, Soziologen und die Ausstellungskuratoren zeigen im Rahmen dieser Tagung am 23. Februar auf, wie eng gesellschaftliche und technische Veränderungsprozesse miteinander verwoben sind.

Presseempfang anlässlich der Uraufführung von „Der Theodor im Fußballtor“ im Kino Weltspiele, 1950, Foto von Wilhelm Hauschild © Historisches Museum Hannover

Presseempfang anlässlich der Uraufführung von „Der Theodor im Fußballtor“ im Kino Weltspiele, 1950, Foto von Wilhelm Hauschild

Im Jahr 2007 kamen die ersten Smartphones auf den Markt. In den gut zehn Jahren, die seitdem vergangen sind, haben sie nachweislich das menschliche Kommunikationsverhalten, die Wahrnehmung der Welt und den Medienkonsum ihrer Nutzer verändert. Dies ist ein Prozess, den man bei der Einführung älterer Kommunikationsmittel ebenfalls beobachten konnte. Die technischen Fortschritte des 19. und vor allem des 20. Jahrhunderts erweiterten die Kommunikationsmöglichkeiten des Menschen und eröffneten die Perspektive auf globale Lebensbezüge. Telegrafie und Telefon ermöglichten eine rasche Nachrichtenübermittlung über Distanzen. Film, Fotografie und Schallplatte gestatteten die Speicherung von Bildern und Tönen. Rundfunk und Fernsehen ließen den Menschen Töne und Bilder von nahezu jedem Ort der Welt hören und sehen. Rechner boten die Voraussetzung für eine allgemeine Datenkommunikation mit digitalen Bild- und Tonsignalen. Mit dem Smartphone verfügt der Mensch über eine Kombination aller genannten Kommunikationsformen. Es bildet den bisherigen Endpunkt, in den die früher getrennt verlaufenden Stränge technischer und medialer Entwicklungen münden.

Grammophonhören auf der Wiese, 1935 © Historisches Museum Hannover

Grammophonhören auf der Wiese, 1935

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Frank Dittmann (Kurator für Energietechnik, Starkstromtechnik und Automation, Deutsches Museum). Weitere Vortragende und ihre Themen sind:

  • Dr. Kathrin Dreckmann (Institut für Medien- und Kulturwissenschaft, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf): Speichern und Übertragen als medientheoretische Kategorien
  • Prof. Dr. Lutz Hieber (Institut für Soziologie, Leibniz Universität Hannover): Industrialisierung des Sehens
  • Anne-Kathrin Hoklas M.A. (Mitarbeiterin an der Professur für soziologische Theorien (Postdoc), TU Dresden): Audiotechnische Erfahrungsräume als „Brutstätten“ generationsspezifischer Musikhörpraktiken
  • Prof. Dr. Wolfgang König (Professor für Technikgeschichte, TU Berlin): William Siemens (1823-1883) und die globale Kommunikation durch Telegrafiekabel
  • Prof. Dr. Helmut Maier (Lehrstuhl für Technik- und Umweltgeschichte, Ruhr-Universität Bochum): Schützengrabengerät, Fernsteuerung, Heimatfunknetz: Die "Tafunk" und  ihre Wissenschaftler im Ersten Weltkrieg
  • Dr. habil. Lothar Mikos (Professor Digitale Medienkultur und Medienwissenschaft, Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf, Potsdam): Fernsehen als transitorisches und transmediales Medium
  • Anja Titze M.A. (Institut für Theoretische Elektrotechnik, Leibniz Universität Hannover): Kulturgeschichte der Technik ausstellen
Termin(e): 23.02.2018 
von 13:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Historisches Museum

  • Pferdestraße 6
  • 30159 Hannover
Preise:
Eintritt frei
Historisches Museum, Am hohen Ufer, Eingang Burgstraße © LHH, Historisches Museum Hannover