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Online-Ausstellung

Hannover und der Deutsch-Französische Krieg 1870/71

Vor 150 Jahren brach der Deutsch-Französische Krieg aus. Aus diesem Anlass zeigt das Historiche Museum vom 19. Juli an, in den sozialen Netzwerken Instagram und Facebook, zeitgenössiche Dokumente aus der Museumssammlung, unter dem Gesichtspunkt der lokalen Perspektive.

"Das Lazareth in Hannover nach einer Skizze von C. Grote". Der Druck zeigt das Welfenschloss, dessen Bau noch nicht ganz vollendet ist, da es noch vom Bauzaun umgeben wird. Das Schloss wurde im Kriege 1870/71 als Lazarett benutzt. Figurinengruppen, Zivil und Soldaten, beleben das Bild. Zeitungsdruck, 1870 © Historisches Museum Hannover

"Das Lazareth in Hannover nach einer Skizze von C. Grote", Zeitungsdruck 1870

Ausgangslage

Als letzter der drei „Einigungskriege“ (1864 gegen Dänemark, 1866 Preußen und Verbündete gegen Österreich-Ungarn und Verbündete, darunter als einziger norddeutscher Staat Kgr. Hannover) geführt. Offizieller Kriegsbeginn ist die französische Kriegserklärung am 19.07.1870, Abschluss der Friedensverhandlungen im Mai 1871. Deutsche Besatzungstruppen blieben aber bis zur vollständigen Zahlung der Reparationen noch bis 1872 (?) im Land. Der Krieg hatte zwei wesentliche Ergebnisse: Reichseinigung und Abtretung Elsaß-Lothringens (bei letzterem nur die deutschsprachigen Teile) an das Deutsche Reich. Damit veränderte sich die politische Landkarte Europas, Frankreich war nicht mehr die kontinentale Vormacht.

Provinz und Stadt

In Provinz und Stadt Hannover war die Lage gerade zu Beginn des Krieges widersprüchlich. Ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung folgte der offiziellen Darstellung, wonach der französische Kaiser Napoleon III. zur Stabilisierung seiner wankenden Macht einen Konflikt um die mögliche Thronfolge eines Hohenzollern in Spanien von einer Privatangelegenheit der Fürstenhäuser zu einem Kriegsgrund hochstilisiert hatte. Diese Ansicht wurde auch von den europäischen Nachbarstaaten (z.B. GB, Russland, Italien) geteilt, die deshalb neutral blieben.

Bismarck

Das war auch eine Folge der ungeschickten französischen Außenpolitik, die Bismarck dann mit der berühmt-berüchtigten „Emser Depesche“ nutzte, um innenpolitisch Stimmung für einen Krieg gegen Frankreich unter preußischer Führung zu machen. In Hannover sahen die welfentreuen Kreise dies anders und beteiligten sich auch nach dem Krieg nicht an den Friedens- und Siegesfeiern. Eine Art Aufstand gegen Preußen als Rache für 1866 brach aber nicht los und die Vorsichtsmaßnahmen (Verhängung des Kriegszustandes in der Provinz) waren unangebracht.

Mit ausgewählten Objekten aus der Sammlung wird eine kurz gefasste Geschichte des Krieges erzählt, wobei der Focus auf Hannover gelegt wird.