Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Dezember 2017
12.2017
M D M D F S S
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Zuletzt aktualisiert:

Vorträge

Idealität und Wirklichkeit

Aus Anlass von Winckelmanns 300. Geburtstag am 6. Dezember "Hannoversche Altertumswissenschaftliche Vorträge (HAV)" in Kooperation mit der VHS und der Leibniz Universität Hannover. Thema des Vortrages: "Idealität und Wirklichkeit: Zur Ent-Sexualisierung Winckelmanns durch die Kunstgeschichte" 

Fast ebenso wirkungsmächtig wie sein Werk war die schon zu Lebzeiten geheimnisumwitterte Person Winckelmann.

Seine von ihm selbst kaum verhehlte Homosexualität, die schon so berühmte Zeitgenossen wie Casanova, Herder und Goethe kommentierten, sowie die mysteriösen Umstände seiner Ermordung im Jahr 1768, sind von der überwiegend heteronormativen Winckelmann-Forschung stets dezent heruntergespielt worden.

Goethes Schrift Winckelmann und sein Jahrhundert (1805) mit den darin enthaltenen, teils sehr expliziten Briefen an seinen engsten Freund und Vertrauten Berendis wird heute als frühes Zeugnis einer schwulen Selbstreflexion lange vor Etablierung des Begriffs angesehen. Dass ausgerechnet ein Homosexueller den kunstgeschichtlichen Kanon für Generationen verbindlich definierte und zugleich in seinen Schriften eine eigene Technik der Camouflage entwickelte, war vermutlich der Grund für die Marginalisierung ebendiesen Umstandes seitens der Archäologie und Kunstgeschichte.

Gleichsam als Nachlese zur Gedächtnisausstellung "Winckelmann. Das göttliche Geschlecht", die das Schwule Museum Berlin von Juni bis Oktober 2017 gezeigt hat, wird der Vortrag des Kurators Wolfgang Cortjaens speziell die verschiedenen wissenschaftshistorischen Ansätze beider Lager und ihren nie offen ausgetragenen Streit um die Deutungshoheit Winckelmanns in den Blick nehmen.

Dr. Wolfgang Cortjaens (*1966), deutsch-niederländischer Bau- und Kunsthistoriker, Literaturwissenschaftler, Kurator. – Seit April 2016 Leiter von Archiv und Bibliothek des Schwulen Museums in Berlin, in dieser Eigenschaft auch Kurator der vorgenannten Winckelmann-Ausstellung; zuvor mehrere Jahre lang stellvertretender Museumsleiter und Kustos am Begas Haus – Museum für Kunst und Regionalgeschichte Heinsberg, dort u.a. an Umbau und Neueinrichtung des Hauses maßgeblich beteiligt, Mitarbeit an großen Ausstellungen

Termin(e): 13.12.2017 
von 18:30 bis 20:00 Uhr
Ort

Museum August Kestner

  • Trammplatz 3
  • 30159 Hannover
Eingangsfassade: Museum August Kestner © MAK