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Das "Kabinett der Abstrakten" im Niedersächsischen Provinzialmuseum Hannover im Jahr 1928

© gemeinfrei

Ausstellungen

Das Kabinett der Abstrakten

Ab dem 18. Februar wird der Meilenstein von El Lissitzky nach einer neuen Rekonstruktion und mit Unterstützung von E)(POMONDO by Holtmann, Hannover-Langenhagen, basierend auf aktuellen Forschungen, für die Öffentlichkeit wieder begehbar sein.

In Kooperation und mit großzügiger Unterstützung von E)(POMONDO by Holtmann, Hannover-Langenhagen wird El Lissitzkys Kabinett der Abstrakten, 1927, einem Meilenstein der modernen Kunst- und Museumsgeschichte mit zudem lokalem Bezug, neu rekonstruiert und ab dem 18. Februar der Öffentlichkeit dauerhaft wieder zugänglich sein und ermöglicht eine stärkere Annäherung an das historische Original.

El Lissitzky und Hannover

Der russische Künstler El Lissitzky (1890-1941) gehört zu den Protagonisten der internationalen Avantgarde. Sein Ziel war es, die abstrakten Formen der Kunst in Einklang mit den Anforderungen des modernen Lebens in der Industriegesellschaft zu bringen. Dementsprechend betätigte er sich nach 1925 vor allem als Architekt, Fotograf und Typograf. Der Stadt Hannover war er seit 1922 besonders verbunden, da er hier, insbesondere im Umfeld der Kestnergesellschaft, auf ein großes Interesse an seiner Kunst traf und seine spätere Frau Sophie Küppers kennenlernte.

Der Demonstrationsraum für zeitgenössische Kunst

1926 entwarf er im Auftrag von Alexander Dorner, Direktor der Landesgalerie im Provinzial-Museum Hannover, einen neuartigen "Demonstrationsraum" für zeitgenössische Kunst, der schon damals als zukunftsweisendes Experiment überregionale Beachtung fand und bis heute im Fokus kunsthistorischer Forschung steht. Lissitzky erfand eine komplett neuartige Form, Kunst zu zeigen. Er verglich den Demonstrationsraum mit einer Art "Schaukasten" oder "Bühne", auf der jedes Werk zu seinem eigenen Recht und zur besten Geltung kommen sollte.

Das moderne Ausstellungsdisplay mit Lamellenwänden und beweglichen Elementen zielte auf die Aktivierung des Besuchers und die Reflektion seiner Wahrnehmung. Die Gestaltung sollte "keine private Salondekoration sein", sondern einen "Standard aufstellen für Räume, in denen der Allgemeinheit neue Kunst gezeigt wird" (Lissitzky). Ausgestellt waren (und sind) im Kabinett abstrakte Werke von Kubisten und Konstruktivisten wie Fernand Léger, Piet Mondrian, El Lissitzky und Friedrich Vordemberge-Gildewart.

Rückblick in die Zwanzigerjahre

Der Originalraum wurde im Zuge der Zerschlagung der Moderne durch die Nationalsozialisten 1937 zerstört und in Erinnerung an Dorners Wirken erstmals 1968 vom Niedersächsischen Landesmuseum rekonstruiert. Diese erste, nicht länger funktionstüchtige Rekonstruktion diente bis 2016 im Sprengel Museum Hannover als materielle Substitution des verlorenen Originals. Als Gedächtnisort und „Alleinstellungsmerkmal“ des Hauses erschien eine Rekonstruktion weiterhin unverzichtbar, ermöglicht der Raum doch ein unmittelbares Erleben künstlerischer Utopien der
internationalen Avantgarde in Hannover in den 1920er-Jahren, auch wenn eine moderne Kopie immer das Risiko einer gewissen Verfälschung der historischen Wahrheit birgt.

Nachbau wird dauerhaft ausgestellt

Der neue Nachbau ist am selben Ort in der Sammlung nun der Öffentlichkeit wieder dauerhaft zugänglich. Er versucht, das ursprüngliche Kabinett in seiner architektonischen Beschaffenheit, der Farbigkeit und Beleuchtung so präzise wie möglich zu rekonstruieren: so gibt es wieder zwei Zugänge (statt bisher nur einer Tür), einen schwarzen Linoleumboden (statt eines hellgrauen Teppichbodens), eine Decke und Fensterverkleidung aus Nesselstoff (statt eines Kunststoff-Gitters und eines Plexiglas-Kubus) und eine buntfarbige statt einer bisher schwarz-weiß-grauen Bemalung der Rahmenleisten.

Termin(e): 18.02.2017 bis 31.01.2018
mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
21.02.2017 bis 30.01.2018
dienstags 
von 10:00 bis 20:00 Uhr
Ort

Sprengel Museum Hannover

  • Kurt-Schwitters-Platz
  • 30169 Hannover
Preise:
Sammlung des Museums und Sonderausstellungen 7 Euro
SchülerInnen (ab 13 Jahre), Auszubildende, Studierende, Wehr-/Ersatzdienstleistende, Arbeitslose, Senioren (ab 65 Jahren) 4 Euro
Gruppen ab zehn Personen 5 Euro, ermäßigt 3,50 €
Kinder (bis 12 Jahre) frei
Schulklassen frei