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Ausstellungen

Die Erwerbung des Sammlungskonvolutes von Dr. Doebbeke

Unter diesem Arbeitstitel zieht das Sprengel Museum vom 17. Oktober bis 3. Februar 2019 eine Zwischenbilanz zu einer Erwerbung der Landeshauptstadt Hannover im Jahr 1949.

Zwanzig Jahre nach Unterzeichnung der Washington Principles durch 44 Teilnehmerstaaten, darunter die Bundesrepublik Deutschland, will die Landeshauptstadt Hannover im Rahmen einer Ausstellung Einblick in ihre laufenden Forschungen und in die Forschungsergebnisse der Provenienzforschung geben. Die Ausstellung wird das Arbeitsfeld der Provenienzforschung beleuchten und gemäß der seit 1999 durch Bund, Länder, Kommunen und Spitzenverbände formulierten Vereinbarungen Transparenz über die Herkunft ihrer Sammlungen herstellen.

Wie gelangten die Werke in hannoversche Sammlungen?

In der geplanten Ausstellung wird es um das Schicksal vormaliger Besitzer und die Frage gehen, wie die Bildwerke in die hannoverschen Sammlungen gelangten. Betrachtet werden die Eigentumsverhältnisse und Eigentumswechsel von Kunstwerken während der Zeit des Nationalsozialismus und ihr Handel nach 1945, als die Museen der Stadt Hannover bemüht waren, ihre zuvor mit der Aktion Entartete Kunst 1937 und durch Kriegseinwirkungen geplünderten Sammlungen durch Neuankäufe wieder zu ergänzen. Die Ermittlung der Herkunft zahlreicher Bildwerke wurde in den Jahren des Wiederaufbaus einer neuen Kulturlandschaft und der Neukonstituierung der Bundesrepublik nach Ende des Zweiten Weltkrieges und der nationalsozialistischen Herrschaft nicht nachdrücklich verfolgt.

Ziel der Ausstellung

Die Ausstellung will Schicksale von während der Zeit des Nationalsozialismus entrechteten, enteigneten und ermordeten Opfern in den Blick nehmen, zu denen sowohl jüdische Sammler als auch jüdische Händler zählen, die durch die nationalsozialistischen Gesetzgebungen verfolgt, in die Emigration getrieben und deportiert wurden. Sowohl die methodische Detektivarbeit hinter den Kulissen bei der Erforschung von Handelswegen der ehemals in den Museen beschlagnahmten Kunstwerke oder des während des Dritten Reichs enteigneten Privateigentums als auch die Auswirkungen von nationalsozialistischer Reichsbankspolitik werden exemplarisch aufgezeigt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen zudem Forschungen zu einem bislang unbekannten Sammler, dem Berliner Immobilienhändler Dr. Conrad Doebbeke (1889 – 1954), von dem in Verhandlungen mit dem Landesmuseum Niedersachsen und der Stadt Hannover 1949 über 100 Kunstwerke in das Eigentum der Landeshauptstadt Hannover gelangten.

Gezeigt werden ausgewählte relevante und aufschlussreiche Themenbereiche anhand von rund 60 Werken.

Kuratorin: Dr. Annette Baumann

Termin(e): 17.10.2018 bis 03.02.2019
mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
17.10.2018 bis 03.02.2019
dienstags 
von 10:00 bis 20:00 Uhr
Ort

Sprengel Museum Hannover

  • Kurt-Schwitters-Platz
  • 30169 Hannover

Eröffnung: 18. September, 18:30 Uhr