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Leiv Warren Donnan

Anlässlich des 80. Geburtstages des gebürtigen Australiers und Wahl-Hannoveraners Leiv Warren Donnan (*1938, Bairnsdale) wird eine Sammlungspräsentation mit expressiv-figurativen Grafiken vornehmlich der 1960er- und 1970er-Jahre im Sprengel Museum Hannover gezeigt. 

Grossgoerschenfasching, 1965; Farbige Radierung und Aquatinta von 2 Platten auf Velin © Foto: Stefan Behrens, SMH; VG Bild-Kunst, Bonn, 2018

Grossgoerschenfasching, 1965; Farbige Radierung und Aquatinta von 2 Platten auf Velin

Es ist eine Auswahl aus den 68 Druckgrafiken, die der Künstler im vergangenen Jahr dem Sprengel Museum Hannover geschenkt hat. Die Schenkung umfasst weiterhin 41 Druckgrafiken anderer Künstler.

Donnan studierte u. a. Malerei und Grafik, Philosophie und Kunstpädagogik in Hannover und Berlin. Die Berliner Jahre (1959–1972) waren prägend für seine stilistische und motivische Entwicklung: 1964 gründete er mit 15 weiteren Künstlern, z. B. Wolfgang Petrick, Markus Lüpertz, Peter Sorge oder Karl Horst Hödicke, die erste deutsche Selbsthilfegalerie Großgörschen 35 in Berlin-Schöneberg. Ihr Ziel war die Überwindung gängiger Marktstrategien und somit ein unabhängiges Arbeiten und Ausstellen sowie der Wunsch, die damals wenigen Galeristen in West-Berlin auf sich aufmerksam zu machen.

Charakteristisch für diese Künstlergruppe ist eine spezielle Berliner Nachkriegskunst, beeinflusst sowohl von Dada als auch von einer Tradition des Realismus, die den Kritischen Realismus hervorbrachte. Im Jahr 1972 kehrte Donnan nach Hannover zurück und engagierte sich als Kunstpädagoge an der Tellkampfschule.

Donnan legte stets großen Wert auf die Kunstvermittlung und Förderung von künstlerischen Erfahrungen. Menschliche Körper und die Bewegung dominieren seine Bildthemen. Die Körper sind skizzenhaft angelegt; ihre Darstellungsweisen umfassen abstrahierte Umrisslinien ebenso wie präzise, anatomische Studien. Donnan zeichnet teilweise mehrere Körper bzw. Körperteile übereinander und setzt sie einzeln aus unterschiedlichen Perspektiven in den Bildraum, was an Charakterzüge des Dadaismus oder Surrealismus erinnert. Das Weglassen oder Einsetzen diverser Fluchtpunkte lässt den Raum oft undefiniert bleiben. Körper werden durch dynamische Linien oder Schraffuren in der Bewegung gezeigt. Donnan interessiert dabei weniger die Bewegung selbst als die Idee von Bewegung. Seine energiegeladenen Motive ziehen sich in unterschiedlichen Variationen wie ein roter Faden durch sein gesamtes Werk.

Kuratorin: Dr. Karin Orchard
Eröffnung: Dienstag, 24. Juli 2018, 18:30 Uhr

Termin(e): 25.07.2018 bis 14.10.2018
mittwochs  donnerstags  freitags  samstags  sonntags 
von 10:00 bis 18:00 Uhr
26.07.2018 bis 14.10.2018
dienstags 
von 10:00 bis 20:00 Uhr
Ort

Sprengel Museum Hannover

  • Kurt-Schwitters-Platz
  • 30169 Hannover
Weiße Stahlskulptur mit spiralförmigen Elementen vor einem Gebäude. © Hannover.de