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Barsinghausen

Klosterstollen und Zechenpark Barsinghausen

In den Klosterstollen einfahren und Bergbau erleben oder das Wohnzimmer im Freien genießen, beides ist möglich.

Der Klosterstollen

Auf Betreiben von August Friedrich Wilhelm Stopp, dem Leiter der Bergwerks-Administration, setzte das Königliche Finanzministerium ab 1856 den am Südostrand von Barsinghausen gelegenen Klosterstollen an. Er sollte als Hauptförderstollen die in der näheren Umgebung bereits im Abbau befindliche Kohlevorkommen erschließen. Wegen starker Wasserzuflüsse und matter Wetter zog sich der Vortrieb des knapp 1.500 Meter langen Stollens bis zum Hauptflöz bis 1869 hin. In der Folgezeit wurden von dem neuen Stollen aus Durchbrüche zu den anderen staatlichen Stollen geschaffen. Diese unterirdische Vernetzung verbesserte nicht nur die Wasserhaltung, die Bewetterung und den Abtransport von Abraum und Kohle, sondern schuf auch die Grundlage einer modernen, industriellen Kohleförderung im Deister. Mit seiner ausgedehnten Zechenanlage über Tage entwickelte sich der Klosterstollen zum Herzstück des Deisterbergbaus.

Nach dessen Einstellung wurden viele Gebäude auf dem Zechengelände abgerissen. Für einige Objekte allerdings fand sich eine sinnvolle Nachnutzung, die ihren baulichen Fortbestand bis in unsere Tage sicherte. Hervorzuheben ist in erster Linie das Besucherbergwerk an der Hinterkampstraße. Ehrenamtliche Mitarbeiter, unter ihnen viele ehemalige Bergleute, wältigten ab 1986 in Hunderten von Arbeitsstunden den nach seiner Stilllegung aus Sicherheitsgründen verfüllten Stollen wieder auf. Seit 1998 ist eine Zufahrt durch das Mundloch des Klosterstollens bis zum Kohlenflöz wieder möglich. 1.470 Meter tief in den Deister führen die Schienen mit den Loren im Klosterstollen. Da rattert dann der Presslufthammer, da wird das Gebirge zerkleinert. Die Maschinen werden vorgeführt. Nur nach Voranmeldung wird gefahren. Gruppen sind ganzjährig willkommen. Der Ausflug zum Kohleflöz dauert 1,5 Stunden. Und es ist kühl da unten. Wer im Sommer ohne Jacke unterwegs ist, sollte sie für diese Tour mitnehmen.

Im ehemaligen Zechensaal, in dem sich die Bergleute unter anderem bei Arbeitsbeginn zum gemeinsamen Gebet versammelten, ist zudem ein Museum mit Bergwerksutensilien entstanden. Auch die angrenzende Waschkaue, in der sich die Arbeiter wuschen und umzogen, ist erhalten.

Der Zechenpark

 Wohnzimmer im Freien in Barsinghausen © L.Gerhardts

 

Wer den Haldenkegel über die "Himmelstreppe" im Zechenpark hinauf läuft, findet oben am Aussichtspunkt plötzlich Sofa, Sessel, Stühle und einen Fensterrahmen. Die Spuren eines Wohnzimmers - verrückt, frostsicher und wetterbeständig - haben Schüler aus Barsinghausen angelegt. Künstler der Kunstschule Noa Noa hatten die Idee. Vom "Wohnzimmer im Freien" hat man einen wunderbaren freien Blick ins Calenberger Land. In einem großen Stein – gleich daneben - sind die Entfernungen nach Hannover (20,2 km) und zum Steinhuder Meer (19,5 km) eingraviert. Schön ist auch der Blick zum Deister hinüber und in den grünen Zechenpark. Wer sich dann fragt, wie der Berg  unter seinen Füßen entstand, muss feststellen, dass er das Ergebnis harter Arbeit ist. Es handelt sich um Abraum, der aus den Tiefen des Deisters kommt und bei der Kohlegewinnung aus dem Stein gehauen wurde. Für die Bergleute war das Arbeiten unter Tage nicht leicht. Das ist im Besuchbergwerk am Fuße der Halde zu erleben und zu erfahren. Hier lässt sich heute noch der Stollen besuchen, wo bis 1957 die Kohle aus dem Untergrund geholt wurde.

Das Ensemble aus Zeche, Museum, Halde und Park

Das Ensemble aus Zeche, Museum, Halde und Park ist eine gelungene Mischung aus lokaler Industriegeschichte zum Anfassen, Freizeit- und Spiellandschaft sowie Kunst und Grünkultur. Der Park liegt am Fuße der Halde in Barsinghausen und ist von geschwungenen Wegen durchzogen. Es sind Buchen und Birken zu sehen, aber auch Feuchtecken sowie Buschreihen. In seiner wilden Art eignet er sich gut zum Toben und Versteck spielen für Kinder. Auf Informationstafeln ist zu lesen und zu sehen wie es hier früher in der Bergbauära Barsinghausens mit Kokerei, Kohlevergasung, Kohlebunker und Schlackensteinfabrik ausgesehen hat. Im Café, das Sitzplätze drinnen und draußen hat, lässt sich eine Pause einlegen