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Todesfall im Zoo

Große Trauer im Erlebnis-Zoo

Orang-Utan-Weibchen Miri ist tot. Sie starb an den Folgen einer Gebärmuttervereiterung. Ihr Junges wächst nun bei einer Pflegemutter im Dortmunder Zoo auf.

Orang-Utan-Weibchen. © M. Laws

Orang-Utan-Weibchen Miri wurde 24 Jahre alt.

Am Freitag musste das 24-jährige Orang-Utan-Weibchen Miri in Narkose gelegt werden, weil ihr Bauch stark geschwollen war und sie keinen Kot mehr absetzen konnte. Da Medikamente keine Wirkung zeigten, sollten Ultraschall und Röntgenbilder Aufschluss geben – aus der Narkose wachte Miri trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsmaßnahmen nicht mehr auf. Die Untersuchungen in der Pathologie der Tierärztlichen Hochschule ergaben eine chronische Bauchfellentzündung und eine akute große Vereiterung in der Gebärmutter, die den Kot-Stau verursachte und zum Kreislaufversagen führte. "Auch eine Operation hätte Miri nicht mehr retten können", sagt Tierarzt Viktor Molnar. Woher die Entzündung stammt, ist weiterhin unklar. Das Weibchen hatte keinerlei Anzeichen von Schmerzen gezeigt.

Trauriger Abschied

Dem geschockten Zoo-Team blieb nur wenig Zeit zum Trauern. Während Tierpfleger Klaus Meyer sich um Miris Jungtier Yenko  kümmerte, telefonierten die Zoo-Tierärzte in Abstimmung mit dem Koordinator für das Europäische Erhaltungszuchtprogramm für Sumatra Orang-Utans Zoos in Deutschland ab, die Orang-Utans halten. Auf der Suche nach einer Amme für das Jungtier wurden sie im Zoo Dortmund fündig. Dort hatte Orang-Utan-Weibchen Toba im Oktober 2013 eine Totgeburt erlitten. Da ihre sechsjährige Tochter Eirina weiterhin regelmäßig bei ihr trank, hat Toba immer noch Milch.

Zwei im Schmerz vereint

Klaus Meyer und Viktor Molnar brachten Yenko am Samstag nach Dortmund. Dort zeigten die Tierpflegerinnen Toba den kleinen Yenko zunächst getrennt durch ein Gitter. Toba war sofort interessiert an dem Jungtier und auch Yenko wollte am liebsten gleich zu ihr. Als die Tierpflegerinnen vorsichtig den Schieber zwischen den beiden öffneten, krabbelte Yenko ohne Zögern zu dem fremden Weibchen, krallte sich fest und begann zu trinken. Nach einem kurzen Moment der Verwirrung schloss Toba den kleinen Affen mit der wilden Frisur ganz offensichtlich in ihr Herz und nahm ihn an. Jetzt bleiben Toba und Yenko erst einmal einige Tage hinter den Kulissen, um in aller Ruhe eine Beziehung aufbauen zu können.

"Die letzten Tage waren eine Achterbahn der Gefühle", so Tierpfleger Klaus Meyer, "wir sind so unendlich traurig, dass wir Miri nicht mir helfen konnten und sie gestorben ist. Aber wir sind auch glücklich, dass wir für ihr Jungtier eine gute neue Mutter gefunden haben und Yenko ganz normal aufwachsen kann." Yenko ist das erste Orang-Utan-Baby, das nach 31 Jahren im Erlebnis-Zoo Hannover geboren wurde. Der quirlige Affe mit der wilden Frisur und die fürsorgliche Art, mit der Miri sich um ihren Wirbelwind kümmerte, hat Zoo-Team und Besucher gleichermaßen fasziniert. "Wir werden Miri und Yenko sehr vermissen", ergänzt Meyer – und ist damit sicher nicht allein.