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Abschied

Löwinnen verlassen den Zoo Hannover

Für Familiengründung in Pilsen: Die im Juli 2014 geborenen Berberlöwinnen Tamika und Neyla haben ihre hannoversche Heimat am 17. September verlassen. Sie ziehen in einen Zoo nach Tschechien.

Zwei junge Löwinnen. © Erlebnis-Zoo Hannover

Tamika und Neyla werden bald eine eigene Familie gründen.

Nur die hellen braunen Tupfen an Bauch und Beinen deuten an, dass Neyla und Tamika noch jung sind. Ansonsten sind die am 1. Juli 2014 geborenen Berberlöwinnen inzwischen fast so groß wie ihre Mutter und bereit, eine eigene Familie zu gründen. Am 17. September reisten die beiden daher in den Zoo Pilsen (Tschechien), wo sie nach der Eingewöhnungszeit auf das imposante Berberlöwenmännchen Mates (5) treffen werden.

Berberlöwen sind vom Aussterben bedroht

Die Zoos in Hannover und Pilsen hoffen, dass sich die drei gut verstehen und Nachwuchs nicht lange auf sich warten lässt. Denn der ist dringend erwünscht. In ihrer Heimat Nordafrika sind Berberlöwen in freier Wildbahn seit Mitte des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Nur ein kleiner Bestand des Panthera leo leo konnte bis heute im marokkanischen Nationalzoo Rabat überleben. Mit gezielter Nachzucht wird der Berberlöwe in Rabat und in europäischen Zoos vor dem Aussterben bewahrt.

Weiterer Abschied steht bevor

Im Erlebnis-Zoo kamen seit 2012 bereits fünf Jungtiere zur Welt. Die Löwen des ersten Wurfes leben heute in den Zoos Erfurt und Neuwied. Jungkater Basu aus dem zweiten Wurf (*1. Juli 2014) wird noch einige Zeit in Hannover bleiben, bis auch er in Sachen Arterhalt in einen anderen Zoo zieht.

Steckbrief: Berberlöwe (Panthera leo leo)

Unter allen heute lebenden Löwenarten ist der Berberlöwe die schwerste und größte Unterart. Die Männchen haben eine besonders intensive Mähne, die bis weit über die Schultern und unter den Bauch wächst.

Herkunft: Nordafrika
Nahrung: große Huftiere
Größe: bis zu 250 cm lang
Gewicht: 250 kg bei Männchen; Weibchen bis ca. 180 kg
Tragzeit: 110 bis 119 Tage
Erreichbares Alter: 12 bis 15 Jahre in der Natur, bis zu 30 Jahren in menschlicher Obhut

(Veröffentlicht: 18. September 2015)