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Zweite Etappe

Von Bissendorf nach Neustadt a. Rbge.

Der geheimnisvolle Norden von Hannover: Gleich hinter dem Flughafen und doch der Welt entrückt. Rund um Resse wird jeder verstehen, wie das Prinzip Moor funktioniert (ca. 30 km).

Die Moorroute © Thomas Langreder

Die Nordhannoversche Moorroute

Diese Etappe führt mitten durch das Naturschutzprojekt Nordhannoversche Moorgeest, das vier Moore und mit ihnen die bedeutendsten Hochmoorflächen Niedersachsens einschließt. Vom Bahnhof in Bissendorf geht es zunächst in südlicher Richtung über die Schlager Chaussee aus dem Ort hinaus. An der Langenhagener Straße nach links abbiegen, Richtung Hannover. In Kiebitzkrug, kurz hinter einem Betonwerk, vorsichtig die stark befahrene Straße queren. Der Querdamm führt direkt zum Bissendorfer Moor.

Beim ersten Knick nach links bietet eine Aussichtsplattform einen schönen Blick auf eine teils offene, teils mit Birken bewachsene Fläche. Dem Wegweiser zum Aussichtsturm wenig später sollte man noch nicht folgen, sondern erst bis zur Spitze des Moorgebietes fahren und dann einen guten Kilometer an seiner Südkante entlang radeln.

Dort trifft man auf eine kleine Straße, die von links kommt und nach rechts, also nördlich, ins Moor führt. Dieser Abstecher führt zu einem der interessantesten Punkte der gesamten Moorroute, dem südlichen Aussichtsturm im Bissendorfer Moor. Der Turm bietet einen eindrucksvollen Blick auf den baumfreien Kernbereich des Moores und den Muswillensee. Dass hier die Hochmoorfläche so gut erhalten ist, liegt vor allem daran, dass im ca. sechs Quadratkilometer großen Bissendorfer Moor vorwiegend am Rand Torf gestochen wurde. Im Kernbereich ist die alte Moorfläche als sogenannte „heile Haut“ erhalten geblieben. Durch den langjährigen Einsatz von ehrenamtlichen Helfern kann die Fläche weitgehend baumfrei gehalten werden. Diese Arbeit ist wichtig, weil das ursprünglich offene Hochmoor zu trocken ist und damit Baumwachstum begünstigt.

Der Muswillensee – eine landschaftliche Rarität im südlichen Bereich der zentralen Hochmoorfläche geht nicht – wie die meisten heutigen Moortümpel – auf Torfabbau zurück, sondern ist ein natürlicher Moorsee (Kolk). Eine Sage erzählt von einer alten Kiste mit Goldstücken, die auf dem Grunde des Sees liegen soll – versteckt von einem Räuber, der später für seine Missetaten vom Volk gelyncht wurde. Geschichten wie diese bezeugen den düsteren Charakter der Moore: Häufig auftretender Nebel, der weiche, nachgebende Boden, die karge Vegetation und das undurchsichtige, rotbraun gefärbte Wasser der Moorseen inspirierten die Menschen seit jeher zu Schauer-Fantasien.

Die Moorroute führt an der Südseite des Bissendorfer Moores entlang nach Resse. Hier bietet sich nach der Überquerung der Engelbosteler Straße ein Zwischenstopp im MoorInformationszentrum an (am Heidegasthof Löns links abbiegen, www.mooriz.de).

Weiter geht es auf der Osterbergstraße. Sie führt zwischen dem Schwarzen Moor und dem Otternhagener Moor hindurch. Am Ende des Ortes kann man einen Abstecher zum Moor-Erlebnispfad unternehmen – dazu unmittelbar vor dem Sportplatz nach rechts abzweigen, Fahrräder am besten stehen lassen und am Sportplatz entlang in den Wald gehen (links halten). Auch ein Besuch des Waldlehrpfades Hartbruch ist zu empfehlen. Zwischen dem Moorlehrpfad
und dem Waldlehrpfad besteht eine direkte Verbindung.

Das Otternhagener Moor ist mit 9,7 Quadratkilometern das größte der vier Moore um Resse, aber mit seinen 3000 Jahren jünger als die anderen. Es grenzt unmittelbar an das Helstorfer Moor. Hier lebten mehrere Paare des seltenen Moorvogels Bekassine, die heute nur noch selten auf dem Durchzug anzutreffen sind. Sie finden mit ihren langen Schnäbeln Würmer im Moor und stehen stellvertretend für ungefähr 1400 Tier- und Pflanzenarten, die an die Bedingungen des Moores angepasst sind.

Südlich der Nordhannoverschen Moorroute liegt das Schwarze Moor mit einer Größe von 1,4 Quadratkilometern das kleinste der vier Moore bei Resse. Hier gibt es zwar nur noch geringe Torfmächtigkeiten, dafür aber eine Vielzahl von Schmetterlingsarten, Heuschrecken und Libellen, ebenso Reptilien und Amphibien.

Die Moorroute führt weiter am südlichen Rand des Otternhagener Moores entlang – eine sehr einsame Gegend, in der mit etwas Glück Kiebitz, Kranich und Kuckuck zu hören sind. An der Südwestspitze kommt die Route dem Moor noch einmal ganz nahe – deshalb an der Kreuzung rechts halten. Der Weg schwenkt wenig später nach links und führt zum langgestreckten Straßendorf Otternhagen. Allerdings biegt man kurz vor den ersten Häusern nach rechts ab und radelt in nördlicher Richtung, parallel zur Auter, einem Zufluss der Leine. Der Feldweg endet an der K 315, die von Scharrel nach Otternhagen führt. Leider fehlt auf diesem kurzen Abschnitt ein Radweg.

Der Weg von Otternhagen nach Neustadt a. Rbge. folgt dem Verlauf der Landstraße durch die kleine Siedlung Mecklenhorst, die im Wesentlichen aus einem Institut für Nutztierforschung besteht. Auf einer alten Scheune direkt an der Straße brüten regelmäßig Störche. Hier stößt der Landschaftsraum der östlichen Geest auf die nördliche Leineaue, die bei Neustadt a. Rbge. eine Engstelle mit einem strategisch wichtigen Leineübergang bildet.

Karte und GPX Track