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Kloster Barsinghausen

alter, weisser Turm mit rotem Ziegeldach

„Berchingehusen“ wurde erstmals 1193 urkundlich erwähnt. Die Entwicklung des Ortes war eng mit dem Kloster verknüpft, das als land- und forstwirtschaftlicher Betrieb den Mittelpunkt für Wirtschaft und Kultur bildete. Das Kloster wurde zwischen 1185 und 1193 vom Edelherrn Widekind von Schwalenberg als Augustiner-Doppelkloster gegründet, war aber bereits Mitte des 13. Jahrhunderts ein reines Frauenkloster. Neben dem Kloster steht in der Bergamtstraße das Rathaus. Dieser  denkmalgeschützte Fachwerkbau von 1682 diente früher als Wohn- und Arbeitshaus des Klosterverwalters. Um 1885 zog die Königliche Berginspektion ein. Seit 1962 dient das Gebäude der Gemeinde, seit 1969 der Stadt Barsinghausen als Rathaus. Nahe beim Rathaus befindet sich das ehemalige „Kaiserliche Postamt“, heute ein Wohnhaus (Deisterstraße 5). An die Hauswand gelehnt steht noch immer das Posthorn, ein ursprünglich in die Fassade integriertes Sandsteinrelief.  Die geschlossene Fachwerkbebauung der Altenhofstraße aus dem 18. und 19. Jahrhundert spiegelt den ehemals dörflichen Charakter Barsinghausens wider. Die Häuser waren kleine Beibauernstellen, deren Besitzer meist neben der Landwirtschaft ein Handwerk ausübten.

Der älteste Teil der Klosteranlage ist die aus Deistersandstein errichtete Marienkirche. Sie wurde im 12. Jahrhundert als basilikale Anlage begonnen und Anfang des 13. Jahrhunderts als Hallenkirche gebaut. Alle anderen Gebäude wurden im Dreißigjährigen Krieg zerstört und Anfang des 18. Jahrhunderts neu errichtet. Von 1862 bis 1865 wurde das Kloster, im historisierenden Stilrenoviert. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Reliefgrabplatte des ersten Probstes Bodo (gestorben 1213), der kostbare Schnitzaltar aus dem 15. Jahrhundert und die Taufe aus dem Jahr 1588. Die modernen Glasfenster hat Prof. Kurt Sohns aus Hannover entworfen. Der abseits der Kirche stehende Glockenturm wurde 1668 errichtet und 1953 um zwei massive Stockwerke erhöht. Die Glockenstube ist aus Fachwerk.

Das Kloster ist das älteste der fünf Calenberger Gründungenund eines von mehr als 200 Klöstern, die in Niedersachsen im 12. Jahrhundert entstanden. Nach der Reformation und der damit verbundenen Säkularisierung blieben nur noch wenige davon erhalten. In der Region Hannover sind es neben Barsinghausen die Klöster in Wennigsen, Mariensee, Wülfinghausen und Marienwerder. Elisabeth von Calenberg wandelte sie in evangelische Damenstifte um und gründete 1542 den Hannoverschen Klosterfond. Die Verwaltungseinrichtung existiert heute noch: die Klosterkammer Hannover.