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Klosterstollen und Zeche Barsinghausen

Förderturm und alte Industrieanlage der Zeche Barsinghausen © Thomas Langreder

 

Auf Betreiben von August Friedrich Wilhelm Stopp, dem Leiter der Bergwerks-Administration, setzte das Königliche Finanzministerium ab 1856 den am Südostrand von Barsinghausen gelegenen Klosterstollen an. Er sollte als Hauptförderstollen die in der näheren Umgebung bereits im Abbau befindliche Kohlevorkommen erschließen. Wegen starker Wasserzuflüsse und matter Wetter zog sich der Vortrieb des knapp 1.500 Meter langen Stollens bis zum Hauptflöz bis 1869 hin. In der Folgezeit wurden von dem neuen Stollen aus Durchbrüche zu den anderen staatlichen Stollen geschaffen. Diese unterirdische Vernetzung verbesserte nicht nur die Wasserhaltung, die Bewetterung und den Abtransport von Abraum und Kohle, sondern schuf auch die Grundlage einer modernen, industriellen Kohleförderung im Deister. Mit seiner ausgedehnten Zechenanlage über Tage entwickelte sich der Klosterstollen zum Herzstück des Deisterbergbaus.

Nach dessen Einstellung wurden viele Gebäude auf dem Zechengelände abgerissen. Für einige Objekte allerdings fand sich eine sinnvolle Nachnutzung, die ihren baulichen Fortbestand bis in unsere Tage sicherte. Hervorzuheben ist in erster Linie das Besucherbergwerk an der Hinterkampstraße. Ehrenamtliche Mitarbeiter, unter ihnen viele ehemalige Bergleute, wältigten ab 1986 in Hunderten von Arbeitsstunden den nach seiner Stilllegung aus Sicherheitsgründen verfüllten Stollen wieder auf. Seit 1998 ist eine Zufahrt durch das Mundloch des Klosterstollens bis zum Kohlenflöz wieder möglich. 1.470 Meter tief in den Deister führen die Schienen mit den Loren im Klosterstollen. Da rattert dann der Presslufthammer, da wird das Gebirge zerkleinert. Die Maschinen werden vorgeführt. Nur nach Voranmeldung wird gefahren. Gruppen sind ganzjährig willkommen. Der Ausflug zum Kohleflöz dauert 1,5 Stunden. Und es ist kühl da unten. Wer im Sommer ohne Jacke unterwegs ist, sollte sie für diese Tour mitnehmen.

Im ehemaligen Zechensaal, in dem sich die Bergleute unter anderem bei Arbeitsbeginn zum gemeinsamen Gebet versammelten, ist zudem ein Museum mit Bergwerksutensilien entstanden. Auch die angrenzende Waschkaue, in der sich die Arbeiter wuschen und umzogen, ist erhalten.