Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Veranstaltungen

August 2017
8.2017
M D M D F S S
31 1 2 3 4 5 6
7 8 9 10 11 12 13
14 15 16 17 18 19 20
21 22 23 24 25 26 27
28 29 30 31 1 2 3
Heute | Wochenende | kostenlos | Suche

Top-Services

Ratgeber

Spaziergang durch Bad Nenndorf

Kinder im Schwimmbad

Bad Nenndorf verdankt seinen Status als Kurort und Heilbad den Schwefelquellen, die früher am Fuße des Galenberges frei aus dem Boden traten. Der dabei entstehende, übelriechende Morast wurde von den Ortsansässigen, noch in Unkenntnis der Heilkraft, als „Teufelsdreck“ bezeichnet. Erst unter Landgraf Wilhelm IX., später Kurfürst Wilhelm I. von Hessen, wurde der wahre Wert der Schwefelquellen erkannt und 1787 das Bad gegründet. Es entstanden ein Badehaus und das erste Logierhaus (heute „HotelHannover“), später kamen die Promenade, der Kurpark, das Landgrafenhaus (1791) und das Schlösschen (1806) hinzu, das der Kurfürst als Sommerresidenz nutzte. Der Kurarzt Dr. Christoph Wilhelm Hufeland zählte prominente Gäste wie Goethe, Schiller und Herder zu seinen Klienten. Auch Jérôme, der Bruder Napoleons und König von Westfalen, verweilte hier, um sein Rheumaleiden zu kurieren. Er führte das „Schlammbaden“ ein, das er aus seiner französischen Heimat kannte. 1866 wurde Bad Nenndorf königlich preußisches Heilbad und entwickelte sich zu einem der best ausgestatteten Kurorte des Deutschen Reiches. 1872 erhielt der Ort eine Bahnstation. Ein neues Kurhaus und das Deisterhaus, heute Sitz der Kurverwaltung, wurden gebaut, das Große Schwefelbadehaus durch ein neues ersetzt (1905/06) und auf Initiative des Staatsministers Podbielski 1911-1925 am Erlengrund ein Park mit Teichen angelegt.
Heute ist Bad Nenndorf – neben Bad Pyrmont – eines von zwei Niedersächsischen Staatsbäder. Das Kurzentrum mit den Badeeinrichtungen, Thermalbad, Promenade und Kurpark verleihen dem Ort ein besonderes Flair. Das Schlösschen im Kurpark dient heute als Hotel garni sowie als Ort für Seminare, Tagungen und Empfänge. Wer will, kann sich dort auch standesamtlich trauen lassen.

Die evangelische Kirche in der Hohlestraße wurde im 19. Jahrhundert im spätklassizistischen Stil erbaut. Alte Epitaphien (Grabsteinplatten mit Inschrift) aus dem 16. und 17. Jahrhundert lassen darauf schließen,dass hier bereits in früherer Zeit eine Kirche stand. Besonders für Literaturliebhaber interessant ist das Agnes-Miegel-Haus am gleichnamigen Platz. Es erinnert an die ostpreußische Dichterin, die hier von 1948 bis 1964 ihre letzten Lebensjahre verbracht hat. Der Kurpark wurde Ende des 18. Jahrhunderts durch den „Hochfürstlich-Hessen-Casselschen“ Hofgärtner Georg Wilhelm Homburg als englischer Landschaftspark angelegt und besitzt heute die stattliche Größe von 35 Hektar. Den italienisch anmutenden Sonnengarten mit Tempel ließ der preußische Garteninspektor Carl Thon errichten, der den Park ab 1891 gestaltete. Aus dieser Zeit stammt auch die Süntelbuchenallee.