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Spaziergang durch Wennigsen

Altes Wassermühlrad

 

Wennigsen hat seine Entwicklung der Gründung eines Augustiner-Nonnenklosters um 1200 zu verdanken. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Kloster durch Stiftungen und Schenkungen zum reichsten der fünf Calenberger Klöster. Parallel dazu erweiterte sich auch der Ort stetig. Doch Hildesheimer Stiftsfehde und Dreißigjähriger Krieg hatten für Wennigsen verheerende Folgen. Alte Aufzeichnungen belegen, dass der Ort bis auf sechs Häuser zerstört wurde. Erst um 1700 wurde er wieder aufgebaut. In den folgenden zwei Jahrhunderten brachte der Kohlenbergbau im Deister einen gewerblichen Aufschwung. Mit Ausnahme der sehr viel älteren Klosterkirche entstanden die Klostergebäude zwischen 1707 und 1725. In der Südwand der heutigen Kirche ist das Bogenfeld einer Tür eingelassen, das an die frühere Pfarrkirche erinnert. Sonst ist der Bau stark gotisch geprägt. In Kirche und Kloster sind zahlreiche kunstgeschichtliche Kostbarkeiten zu sehen: die von Conrad Heinrich Bartels um 1700 geschaffene barocke Altarwand, die Holzkanzel von 1671, der achteckige Taufstein aus dem Jahr 1675 und mehrere mittelalterliche Holzfiguren. Der heilige Augustinus, nach dessen Regeln die Klosterfrauen lebten, bewacht noch heute die Damenempore in der Klosterkirche. Keuschheit, Gehorsam, Armut und die Einhaltung des Chordienstes bestimmten während der Gründungszeit der Calenberger Klöster das Leben der Nonnen. Im Zuge der Reformation wurde das Nonnenkloster nach 1542 in ein evangelisches Damenstift umgewandelt und das Klosteramt eingerichtet. Seitdem lebt hier ein evangelischer Frauenkonvent.

Gegenüber der Klosteranlage, direkt vor dem Wennigser Rathaus, befinden sich die „Zeitmonumente“ Doppelhelix und Sonnenuhr. Bereits lange vor unserer Zeitrechnung wurde die Spirale als Symbol des Lebens gesehen. Der Handwerker-Philosoph Hugo Kükelhaus hat den Mythos aufgegriffen und als Doppelspirale, die an die DNASpirale unserer Erbanlagen erinnert, künstlerisch umgesetzt. Die sich gegenläufig bewegenden Spiralen haben weder Anfang noch Ende. Als in sich geschlossener Kreislauf symbolisieren sie das Leben, das Vergehen und den stets wiederkehrenden Anfang. Die gegenüber stehende, komplex gestaltete Sonnenuhr ist ein Werk des ortsansässigen Feinmechanikermeisters Erich Pollähne. Die Deckplatte des Fußes trägt im Mittelpunkt die Ansicht der Erde mit ausgefächerter Südhalbkugel. Der platonische Würfel zeigt auf der Südfläche die Hauptuhr. Auf der Oberseite des Würfels ist die Horizontaluhr angeordnet. Sie zeigt die babylonischen Stunden (verstrichene Zeit seit Sonnenaufgang) und italienischen Stunden (verstrichene Zeit seit Sonnenuntergang) an.