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Spaziergang durch Springe

Gedenksteine

Springe hat seine Entstehung der günstigen geographischen Lage zu verdanken. Durch den tiefen Sattel zwischen Kleinem und Großem Deister bot sich der Bau einer Verbindungsstraße von Hameln nach Hannover an. Die Quellen der Haller und der zuströmenden Samke sorgten für das zur Siedlungsentwicklung nötige Wasser. Als „Helerspring“ oder „Hellereisprig“ bereits um 1013 urkundlich erwähnt, erhielt Springe im Jahr 1250 die Marktrechte und damit das Recht auf Selbstverwaltung. Die Bürger von „Hallerspringe“ durften sich mit Wall, Mauern und Toren bewehren und die Handwerker und Kaufleute konnten sich zu Gilden zusammenschließen. Im Zuge der Hildesheimer Stiftsfehde wurde Springe 1519 durch Brand und Plünderung völlig verwüstet. Einen weiteren Rückschlag bedeutete der Dreißigjährige Krieg. Die Ausweitung der fürstlichen Macht im 18. Jahrhundert und die ständige Einquartierung von Soldaten zu Beginn des 19. Jahrhunderts brachten erneute wirtschaftliche Einschnitte bis hin zum Verlust des Stadtrechts im Jahr 1851. Entscheidende Impulse für den wirtschaftlichen Aufstieg waren die Ernennung Springes zum Kreissitz (1884) und der Bau der Bahnlinie Hannover – Hameln im Jahre 1872. Heute präsentiert sich Springe als moderne Stadt. Von besonderer Bedeutung sind die zahlreichen Einrichtungen der Schul-, Aus- und Weiterbildung. Die Altstadt mit ihren schön restaurierten Fachwerkbauten und Straßencafés ist unbedingt einen Besuch wert.

Das Museum auf dem Burghof befindet sich an einem historischen Ort: Die Grafen von Hallermunt hatten hier 1250 eine Wasserburg anlegt. Die außerhalb der Stadtbefestigung gelegene Burg brannte 1626 ab. Auf ihren Grundmauern entstanden im Laufe der Jahrhunderte andere Bauten, von denen einige bis 1953 als Wirtschaftsgebäude der Domäne Springe genutzt wurden. Der ehemalige Kornspeicher, der Pferdestall und die Remise beherbergen heute auf etwa 2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche das Museum, das Einblicke in die Geschichte der südlichen Deisterregion eröfffnet. Die Themenschwerpunkte sind Wald- und Landwirtschaft, Handwerk und Industrie, Wohnkultur, Textiltechnik, Erd-, Ur- und Frühgeschichte.

Neben dem Museum befindet sich das Rathaus. Davor steht der „Nagelbaum“, ein vom Springer Schmiedekünstler Andreas Rimkus initiiertes Projekt, das die alte Schmiedetradition aufgreift, einen Nagel einzuschlagen, auf dass ein stiller Wunsch in Erfüllung gehe. Am Springer Nagelbaum hängen nun in Form kleiner Metallplaketten hunderte Wünsche aus aller Welt, nicht zuletzt vieler Jugendlicher, die zur EXPO 2000 in Hannover zu Gast waren. Der Erlös aus dem Verkauf der Plakette dient  karitativen Zwecken.

Die gotische Hallenkirche St. Andreas wurde 1454 vollendet. Ihr tief herab gezogenes Dach ist mit roten Sandsteinplatten aus dem Solling gedeckt. Der Turm steht auf einem älteren Grundgesims aus der Zeit um 1100. Er brannte 1347 ab und wurde 1560 neu gebaut. Turm und Kirche wurden zuletzt um 1860 grundlegend renoviert. Sehenswert im Kircheninneren ist vor allem der dreiflügelige Altar aus dem frühen 15. Jahrhundert, der um 1860 vom Springer Bildhauer Carl Dopmeyer bearbeitet und ergänzt wurde. Im Kirchhof haben christliche und jüdische Jugendliche 1997/98 aus Steinen und Symbolen das Denkmal „Wurzeln des Glaubens“ errichtet, das an die im Dritten Reich deportierten jüdischen Bürger und Bürgerinnen Springes erinnert. In der Straße „Zum Oberntor“ sind alle Haustypen zu finden, die seit zirka 300 Jahren das Stadtbild bestimmen. Überregional bekannt ist das Geburtshaus von Heinrich Göbel (Nr.30), dem „Erfinder der Glühlampe“. Zu seinem Gedenken wurde vor dem Haus ein Bronzerelief aufgestellt.

Einer der wohl prachtvollsten Fachwerkbauten im Süden der Region Hannover ist das „Peterssche Haus“ am Markt. Das mit der Jahreszahl 1619 datierte Ackerbürgerhaus entspricht dem Stil der Fachwerkbauten des Weserraumes. Die Schwellbalken auf der Giebel- und Traufseite tragen lateinische Inschriften und den Hinweis auf Renovierungen in den Jahren 1914 und 1953. Der Marienbrunnen im Herzen der Altstadt dokumentiert ein Stück Lokalgeschichte. Auf dem schmiedeeisernen Jugendstil-Kunstwerk erinnert das „Kiepenmariechen“ an alte Zeiten. Es trägt eine mit Holz beladene Kiepe auf dem Rücken, das erlaubte Maß für die Holzbeute aus dem Deister, wenn man damals keinen „Leseschein“ hatte.

Kurz hinter Springe geht es durch die Deisterpforte. Als einzige Verbindung zwischen Hameln und Hannover hatte diese Mulde zwischen Kleinem und Großen Deister schon früh strategische Bedeutung.