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Bockmerholz

Im Bockmerholz, einem Rest des alten "Nordwaldes" herrscht Stille

Waldboden mit weissen Blüten © Region Hannover

Frühling im Wald

Das Bockmerholz hat ein ganz besonderes Flair. Betritt man den Wald im Sommer, verschluckt das dunkle Laub der Baume das Tageslicht und man spürt die Stille und Einsamkeit. Vielleicht liegt es daran, dass Gaim und Bockmerholz Reste des alten „Nordwaldes“ sind, der sich einstmals zwischen Hannover, Hildesheim und Braunschweig erstreckte. Nach dem 30–jährigen Krieg wurden zum Wiederaufbau der Dörfer in den Wäldern massenhaft Bäume geschlagen, so auch im Bockmerholz. Da der Wald zum größten Teil dem Kurfürsten von Hannover gehörte und dieser ihn vor allem als Holzvorrat und Jagdgebiet nutzte, war der Konflikt vorprogrammiert. Als der Raubbau überhand nahm, setzte das Amt Koldingen Holzvögte ein. Sie sollten dafür sorgen, dass keine fürstlichen Bäume mehr ohne Genehmigung geschlagen wurden. Der Wald erholte sich aber nur schleppend. Um die jungen Bäume vor weidendem Vieh und Wild zu schützen wurden Wallhecken angelegt und Tabuzonen abgetrennt. Dadurch verringerte sich die Waldweidefläche und der streit zwischen Holzvögten und Bauern nahm kein Ende. 1832-1834 wurde das Bockmerholz aufgeteilt. Der kleinere Teil ging an die Bauern in den gemeinden Wülferode und Rethen, der größere Teil blieb königlicher Forst. Die Weidenutzung war untersagt, um wertvolles Naturholz produzieren zu können. Andere Teile des Bockmerholzes gehörten seit langer Zeit den Bauern allein. Hier hatten sie sowohl Weide- als auch Mastrechte und konnten über das Holz verfügen. Die einzelnen Parzellen wurden an die nächste Generation vererbt und waren mit Gräben oder Waldhecken markiert. Abseits der großen Wege sind diese Grenzmarkierungen im Bockmerholz noch zu entdecken. Heute stehen Teile des Bockmerholzes unter Naturschutz. Hier kann sich der Wald nach seinen eigenen Gesetzen entwickeln. Im April verwandelt sich der Wald in ein Blütenmeer: Buchwindröschen und das Gelbe Windröschen bilden dichte weißgelbe Teppiche. Sie nutzen wie alle Frühjahrsblüher die Gunst der Stunde, denn einerseits hat sich der Boden schon etwas erwärmt, andererseits dringt – solange die Baumkronen noch kahl sind – genügend Licht nach unten. Im Sommer ist es den meisten Blütenpflanzen im Wald zu dunkel. Auf den feuchten Böden des Bockmerholz wachsen hauptsächlich Eichen, Hainbuchen und Eschen.