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Flut-Brücke in der Leineaue Stöcken

Die Flutbrücke in der Leineaue Stöcken macht den Fuß- und Radweg bei kleinen Hochwassern passierbar.

Die Leineaue zieht sich wie ein grünes Band von Süden nach Norden durch das Stadtgebiet von Hannover. Wiesen, Weiden und kleine Auwälder bestimmen das Landschaftsbild. Durch den Wechsel von Überflutung und Trockenfallen bietet die Aue sehr dynamische Lebensräume mit unterschiedlichsten Standortbedingungen für Tiere und Pflanzen.
Der Standort des Wasserzählers ist die Flutbrücke im Bereich der Stöckener Masch. Hier windet sich die Leine in engen Schleifen durch das Landschaftsschutzgebiet „Mittlere Leine“ und bietet vielfältige Möglichkeiten für die Naherholung.

Tonabbau verändert die Leineaue

Im 19. Jahrhundert setzte in der Leineaue der Tonabbau ein. Dabei wurden die typischen Reliefstrukturen der Flutrinnen und Senken abgetragen. Die ehemaligen Abbaustellen als Vertiefungen noch heute gut zu erkennen. Entlang der Leine blieb eine natürliche Uferverwallung stehen und wurde zum Teil noch künstlich erhöht. So war eine natürliche Flussdynamik nicht mehr gegeben.

Neue Lebensräume in der Aue

Um die Überflutungsdynamik in der Leineaue zu verbessern und den Fluss wieder mehr mit seiner Aue zu verbinden, wurden in den Jahren 1999 und 2000 die Uferwälle abgetragen. Seitdem ufert die Leine schon bei kleinen Hochwassern aus. An den freigelegten Uferpartien lagern sich Sandbänke an, in anderen Bereichen entstehen Uferabbrüche. An diese neuen Lebensräume sind spezialisierte Vogel- und Insektenarten wie Eisvogel und Laufkäfer angepasst.
Das ablaufende Hochwasser hinterlässt überall in der Aue Treibgut aus Ästen, Staudenstängeln und Grashalmen. Diese Treibguthaufen sind für viele Tiere Nist- und Nahrungsraum, Versteck oder Sonnenbank. Andere Tiere wie Molche und Frösche suchen sie zum Über­wintern auf.
In den Grünlandflächen bleibt in angelegten Flutmulden das Wasser länger stehen. Dies sind wichtige Nahrungsbiotope für die im Frühjahr durchziehende Watvögel, die mit ihren langen Schnäbeln in dem durchweichten Schlamm nach Insekten und Würmern stochern. Im Sommer ist der Storch ein oft gesehener Nahrungsgast in den Leinewiesen.

Rad fahren trotz Hochwasser

Die Flutbrücke ist eine Besonderheit: Auf einer Länge von 54 Metern überbrückt sie eine Flutrinne die sich bei Hochwasser in einen reißenden Strom verwandelt. Bei niedrigeren Hochwasserständen ist die Brücke noch für Radfahrer und Fußgänger passierbar. Bei größeren Hochwassern wird sie überschwemmt, so wie andere Wegeabschnitte in der Leineaue. Dann sind die Wege in der Aue aus Sicherheitsgründen gesperrt. Die meiste Zeit im Jahr jedoch liegt die Flutrinne trocken. Dann wird sich der Betrachter fragen, was hier wohl überbrückt werden soll.