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Menschen auf einer Treppe vor einem großen Gebäude. © LHH (Neue Medien)

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HIER JETZT ALLE für Europa - Hannover auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025 © LHH

HIER JETZT ALLE für Europa - Hannover auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025

Kulturhauptstadt Europa 2025

Provokant und radikal - Hannover lässt die Kunst für sich sprechen

Hannover verrät sein Motto für die Bewerbung zur Kulturhauptstadt Europas 2025 und lässt einmal mehr die Kunst für sich sprechen. Und da werden dann schon mal die schlimmsten Befürchtungen wahr – zumindest auf der Bühne.

Wir schreiben das Jahr 2024 und Hannover will sein Programm zum Kulturhauptstadtjahr 2025 vorstellen. Aber statt des Programms erscheint auf der Leinwand ein an früher erinnerndes TV-Störungsbild untermalt von unangenehmen und verwirrenden Wortfetzen. Die Tagesschau beendet die Toninstallation, aber nur um zu verkünden, dass sich die Deutschen in einem Volksentscheid für den Dexit ausgesprochen haben. In einer anerkennenden Rede begrüßt Marine Le Pen als französische Präsidentin Deutschland im Kreis der Nationalstaaten. Die bedrohliche Stimmung steigt ins Unermessliche als dann aber die Tagesschau gekapert wird und eine sanfte Stimme die Macht in Deutschland übernimmt. Sie verkündet das Ende des verhassten Europas und propagiert die Macht des Stärkeren.  In der Stille danach setzt Hannovers Programmvorsteller, der Schauspielers Patrick Güldenberg, zu einem erst vorsichtigen, dann immer überzeugteren Appell für ein vereintes Europa an. In einem fesselnden Monolog plädiert er dafür, dass Hannover zur Plattform des Diskurses zu aktuellen Fragen zur Zukunft Europas werden, dass Hannover jetzt erst recht aufstehen muss. Und er liefert auch gleich noch das Wie mit: 

„Anderswo höre ich die Leute schon fragen: Warum Hannover? Warum ausgerechnet Hannover? Warum denn nicht einmal in aller Bescheidenheit, nicht bescheiden sein! Ich höre sie sagen: Gesichtslos, mittelmäßig, austauschbar – Niemand verbindet etwas mit uns? Umso besser! Wir sprechen nicht mit beschleunigtem Puls sondern für alle verständlich und mit großer Gelassenheit. Unsere Stimmen überschlagen sich nicht wider der allgemeinen Kakophonie und den festgezurrten Argumenten schlagen wir den status quo nicht in Stein sondern errichten für alle, die noch an Austausch glauben – auch für die gegensätzlichsten Positionen eine Plattform. In unserer Mitte öffnen sich die Löcher Leerstellen, Nistplätze in Diskurs-Räumen tauchen wir unter wir laden die Nachbarn ein, wechseln die Viertel spannen Knotenpunkte über die Stadt – werden selbst Knotenpunkt. Erst dort, wo kein idealisiertes kein alles überlagerndes Image, die Blicke von außen trübt dort erst, wird die Agora – bilden viele Agoras ein Zentrum: Ufos nicht unähnlich setzen sie Wegmarken sind weithin sichtbar oder werden an Nicht-Orten geborgen.“

Sein Plädoyer endet mit dem Aufruf HIER JETZT ALLE für Europa!

Der Abend wurde mit inspirierten Gästen und inspirierenden Gesprächen im Foyer der Orangerie Herrenhausen beschlossen. Einen stimmungsvollen Clip über den Abend können Sie hier sehen: https://www.youtube.com/watch?v=JMMv9mNcdxM

Damit macht sich Hannover auf den Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2025.

Weitere Infos, Fotos und Filme unter: www.khh25.de