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Restaurierung geplant

Stadtarchiv präsentiert Akten der "Stadt Linden"

Das Stadtarchiv Hannover besitzt einen Bestand von mehr als 1.300 Akten der früheren Lindener Stadtverwaltung, der wegen Hochwasserschäden von 1946 bis heute kaum nutzbar ist. Er wird nun erstmals im Internet präsentiert und in den kommenden Jahren restauriert. 

Eine Frau hält ein Archivstück in den Händen © LHH

Die Akte Nr. 571 in der reinen Werkbank ist die älteste Akte im Bestand: Probleme und deren Regulierung im Zuge der Erbauung und Unterhaltung der Brücke über die Ihme vor dem Calenberger Tor (1639 bis 1900)

Der Archivbestand "2 SK 3.04 Stadt Linden" enthält 1.342 Archivalien (23 laufende Regalmeter). Es sind jene Lindener Akten, die nach der Eingemeindung nicht mehr benötigt und daher 1920 eingelagert wurden. 1951 wurden sie dem Archiv übergeben (Aktenzeichen 4/1951).

Akten lagern im "Schimmelraum"

Die genaue Geschichte des Bestands ist noch unerforscht. Sicher ist nur: Bei Kriegsende lagerten die Akten im Keller des Neuen Rathauses, wo sie im Februar 1946 vom Leinehochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden. Zwei Drittel der Akten sind daher bis heute von Schimmelpilzen befallen oder anderweitig beschädigt. Sie lagern heute in einem gesonderten "Schimmelraum" des Stadtarchivs. Nur 513 Archivalien, das entspricht 38 Prozent des Bestands, sind regulär benutzbar und wurden bereits für die Lindener Stadtgeschichtsforschung genutzt.

Akten von 1639 bis 1932

Inhaltlich decken die Akten einen Zeitraum von 1639 bis 1932 ab und verteilen sich auf die Bereiche Stadtverwaltung (ein Drittel) und Angelegenheiten der Polizei- und Landesverwaltung (zwei Drittel). Vereinzelt sind auch Akten der 1909 mit Linden vereinten Gemeinden Badenstedt, Bornum, Davenstedt und Limmer enthalten. Zum Bestand gehören ferner mehrere Hundert Pläne, die aus den Akten entnommen und restauriert wurden. Sie lagern im Kartenmagazin.

Verzeichnis zur Online-Recherche freigegeben

Die Recherche erfolgte bislang in einem Aktenverzeichnis. Zur Erleichterung der Benutzung wird dieses Verzeichnis nun erstmals im Niedersächsischen Archivportal www.arcinsys.niedersachsen.de zur Online-Recherche freigegeben.

Beschädigte Akten werden aufwendig behandelt

Die beschädigten Akten müssen vor einer Benutzung in der Werkstatt geprüft und aufwändig behandelt werden. Zum Teil findet auch die Benutzung in der Werkstatt statt. Das Archiv plant, die Restaurierung der mehr als 800 betroffenen Akten durch ein Fachunternehmen durchführen zu lassen. Hierfür sollen Fördermittel eingeworben werden, etwa bei der Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, die den Erhalt überregional bedeutsamen schriftlichen Kulturgutes mit einem Sonderprogramm fördert.

Beispiele für Akten

Ein Bespiel für noch nutzbare Akten sind:

  • Nr. 6 und 8: Hier geht es um den Anschluss des Dorfes bzw. der Stadt Linden an die Königliche Residenzstadt Hannover (1881 bis 1889 und 1865 bis 1908).

Beispiele für beschädigte Akten sind:

  • Nr. 571: Probleme und deren Regulierung im Zuge der Erbauung und Unterhaltung der Brücke über die Ihme vor dem Calenberger Tor (1639 bis 1900).  
  • Nr. 300: Rechnungsablage für den Wasserstraßengarantiefonds (1915 bis 1919).
  • Nr. 298: Sammlung der Protokolle über Bewilligungen aus den Kriegsentschädigungserhöhungsfonds (1914 bis 1918).

Eine bereits restaurierte Akte ist:

  • Nr. 535: Errichtung einer Privatschule seitens der hannoverschen Baumwollspinnerei und –Weberei in Linden (1858 bis 1888).

Weitere Archivalien in Besitz des Stadtarchivs

Das Stadtarchiv besitzt noch zahlreiche weitere Archivalien zu Linden, die zum Teil ebenfalls schon im Archivportal recherchierbar sind. Viele der 1920 von der Verwaltung noch benötigten und in die laufende Registratur übernommenen Lindener Altakten gelangten mit späteren Registraturabgaben ins Archiv, insbesondere mit der sogenannten Hauptregistratur, aber auch mit den Bürgerrechtsakten, Personalakten, Friedhofsbüchern und Meldeunterlagen. Andere, jüngere Archivalien betreffen unter anderem die Sanierung der Lindener Altbaubezirke seit den Siebzigerjahren, die ehemalige Hautklinik, das Ihmezentrum oder Bezirksratssachen.