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Magnus Hirschfeld Sittengeschichte des Weltkrieges. Hrsg. von Magnus Hirschfeld und bearb. von Andreas Gaspar. 2 Bände. Leipzig u.a. 1930. (StB Hannover, S 3857)

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Sittengeschichte des Weltkrieges

Dr. Carola Schelle-Wolff, Direktorin der Stadtbibliothek Hannover, stellt am Montag, dem 8. Juni, die beiden Bände der Sittengeschichte des Weltkrieges von Magnus Hirschfeld vor.

Magnus Hirschfeld (1868-1935) lebte als Mediziner in Berlin.
 
Er gilt als bedeutender Sexualforscher, der sich nicht nur heterosexuellen Praktiken gewidmet hat, sondern auch der Homosexualität. Die Abschaffung des § 175 gelang ihm zwar nicht, aber zumindest eine gewisse Duldung der Schwulenszene durch die Berliner Polizei der 1920er Jahre. Seine "Jahrbücher der Zwischenstufen" (1899-1923) dokumentierten die Vielfalt sexueller Prägungen in und jenseits der Heterosexualität.
 
In seiner 1930 erschienenen, 2 Bände umfassenden Darstellung zur Sexualität im ersten Weltkrieg verarbeitet er einerseits eigenes Kriegserleben als Lazarettarzt, aber auch die Nachwirkungen des Krieges und Erfahrungen als Gerichtsgutachter. Die zum Teil sehr freizügigen Darstellungen, überwiegend Bildwerke namhafter Künstler, wie George Grosz, vertieften den Skandal um das Werk.
 
Sein 1919 gegründetes Institut für Sexualwissenschaft besaß ein umfangreiches Archiv mit Bild-, Ton- und schriftlichen Dokumenten sowie zahlreichen Objekten. Es war Beratungsstelle und international bekannte Forschungsstätte. Am 6. Mai 1933 wurde es von den Nazis geplündert. Hirschfeld emigrierte erst in die Schweiz und dann nach Frankreich.

Termin(e): 08.06.2020 
von 17:00 bis 18:00 Uhr
Ort

Stadtbibliothek

  • Hildesheimer Straße 12
  • 30169 Hannover

Wegen der großen Nachfrage werden die kostenlosen Eintrittskarten nach der aktuellen Veranstaltung für die nächstfolgende ausgegeben.
Restkarten liegen an der Zentralinformation in der Stadtbibliothek.
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