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Anna Altmann, geb. Birnbaum / Cilli Altmann

Im Juni 2019 konnte eine Broschüre aus dem Besitz von Anna Altmann (geb. Birnbaum) bzw. Cilli Altmann an deren Erb*innen zurückgegeben werden.
  
Cäcilie (Cilli) Altmann, geboren 1882 in Czernowitz, war Erzieherin. Sie lebte gemeinsam mit ihrer verwitweten Mutter Anna Altmann (geb. Birnbaum), geboren 1857, in Nordhausen (Thüringen).
  
Beide wurden von den Nationalsozialisten als Jüdinnen verfolgt. Ende der 1930er Jahre zogen Mutter und Tochter nach Hannover, wo Cilli Altmann für die Synagogengemeinde Hannover bzw. die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland als Heimleiterin tätig war. Ab etwa Herbst 1941 mussten sie in Hannover in verschiedenen „Judenhäusern“ wohnen, bevor beide im Juli 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert wurden. Anna Altmann starb dort Anfang Oktober 1942. Cilli Altmann wurde Mitte Oktober 1944 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz überstellt und dort ermordet.
 
Die Broschüre wurde vermutlich im Vorfeld der Deportation von Anna und Cilli Altmann von Hannover nach Theresienstadt durch die Gestapo beschlagnahmt und gelangte so in das Archiv des NSDAP-Gaus Südhannover-Braunschweig. Von dort übernahm die Stadtbibliothek den Band 1946 vermittelt über das Staatsarchiv Hannover. 

 
Die restituierte Broschüre in der Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets

Lemle, Heinrich: Mendelssohn und die Toleranz auf dem Grunde des Naturrechts und der Naturreligion. [Univ. Würzburg, Phil. Diss. 1932], Augsburg: Hans Rösler 1932.
   

Altmann, Anna © Stadtbibliothek Hannover

"Ihnen, liebe 'Tante Altmann' zur vielleicht etwas währenden Erinnerung an Ihren Gast der hohen Tage 5693. / Nordhausen, 6.X.[19]32. / d. Verf.". Widmung von Heinrich Lemle an Anna oder Cilli Altmann.