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Liese Dreyer

Im Juli 2019 hat die Stadtbibliothek ein Buch aus dem Besitz von Liese Dreyer an ihre Erb*innen zurückgegeben.
 
Liese Dreyer, geboren 1895 in Rietberg (Westfalen), war seit 1930 Leiterin des jüdischen Waisenhauses in Paderborn. Nachdem das Gebäude des Waisenhauses von den nationalsozialistischen Lokalbehörden Anfang 1942 enteignet worden war, sah sich Dreyer im Mai 1942 gezwungen, gemeinsam mit 21 Heimkindern in die Israelitische Gartenbauschule in Ahlem bei Hannover zu ziehen. Die Gartenbauschule war, wenngleich der Unterrichtsbetrieb noch bis Ende Juni 1942 aufrechterhalten werden konnte, ab Herbst 1941 eine zentrale Sammelstelle für die Deportationen der Juden und Jüdinnen aus dem Bereich der Gestapoleitstelle Hannover.
 
Liese Dreyer wurde, ebenso wie die meisten der 21 Kinder, 1943 in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.
  
Die Stadtbibliothek Hannover nahm Dreyers Buch im November 1945 als "Geschenk" der Gestapo in ihren Bestand auf.
  

Das restituierte Buch in der Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets

Bührer, Jakob: Junger Wein und zwei andere Novellen, Leipzig: Reclam [1923].
   

Dreyer, Liese  © Stadt- und Kreisarchiv Paderborn

Liese Dreyer, um 1935

Dreyer, Liese © Stadtbibliothek Hannover

Autogramm von Liese Dreyer in dem restituierten Buch