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Projekt "Wildbienen & Schulbienen"

Auszeichnung fürs Schulbiologiezentrum

Das Schulbiologiezentrum der Landeshauptstadt Hannover wurde am 2. November mit dem zweiten Platz des "#beebetter-Award 2020" der "#beebetter"-Initiative von BurdaHome ausgezeichnet. Das Projekt "Wildbienen und Schulbienen – vom Wissen und Handeln" überzeugte in der Kategorie "Jugend und Bildung". Mit dem Preis ist ein zweckgebundenes Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro verbunden, das für ein Wildbienenprojekt eingesetzt werden kann, sowie eine Ausgabe von "Mein Wildbienenbuch". 

Wabe mit Bienen. © SBZ

Frisch geschlüpfte Bienen nennt man auch "Müllerchen" oder "Müllerin" weil sie aussehen, als seien sie mit Mehl bestäubt. In der Bildmitte ist so ein "Müllerchen" zu erkennen. Ihr Fell liegt noch sehr an und erscheint deshalb weißlich.

"Das Schulbiologiezentrum blickt auf 70 Jahre Erfahrung in der Bienenpädagogik zurück und setzt sich für Artenvielfalt und den Schutz von Insekten ein. Diese Auszeichnung ist eine schöne Anerkennung dieser wertvollen Arbeit", freut sich Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin Rita Maria Rzyski über den Preis.

"Die Natur braucht uns nicht – aber wir Menschen brauchen die Natur"

Kinder für den Erhalt der Natur zu sensibilisieren ist heute das Kernanliegen in der Bienenpädagogik des Schulbiologiezentrums. "Die Natur braucht uns nicht – aber wir Menschen brauchen die Natur" lautet der pädagogische Schwerpunkt der (Wild)Bienenkurse. Ziel ist es, den Kindern einen Einstieg in ein verantwortungsvolles und nachhaltiges Denken und Handeln zu ermöglichen.

Bienenpädagogische Kurse bieten Zugang zu Natur

"Viele der Grundschulkinder sind zum ersten Mal raus aus ihrem Stadtteil und zum ersten Mal auf einer Blühwiese mit ganz vielen Insekten, die dort herumsummen und –schwirren. In unseren bienenpädagogischen Kursen geht es daher vornehmlich darum, ihnen einen Zugang zur Natur zu bieten und sie für den Erhalt der Artenvielfalt sensibel zu machen. Ganz nebenbei vermitteln wir biologisches und ökologisches Basiswissen zu Bestäuberinsekten und Insekten allgemein, der artenreichsten Tiergruppe im Tierreich und die Tiergruppe, von der wir Menschen am abhängigsten sind", erläutert Dr. Regine Leo, Leiterin des Schulbiologiezentrums.

Engagement zum Schutz der Wildbienen

"Wildbienen sind bedroht und unverzichtbar. Daher werden wir weiterhin daran arbeiten, dass Kita-Kinder, Schüler*innen und die allgemeine Öffentlichkeit mehr Wissen über Wildbienen und deren Funktion erlangen als Basis, um zum eigenen Handeln zu kommen. Das unterstützen wir durch eine Vielzahl von Angeboten.

Unser Ziel ist die Verankerung des Themas Bestäuberinsekten am Beispiel der (Wild)Bienen in der frühkindlichen Bildung von Kita und Grundschule genauso wie als Facharbeitsthema in der Oberstufe. Darüber hinaus ist die Schulung der Lehrkräfte als Multiplikatoren ein fundamentales Element zur Wiederbelebung des Themas in der Schullandschaft", so Leo weiter.

Rund um die Biene – eine Auswahl der Projekte im Schulbiologzentrum

In den vergangenen Jahren hat sich der Bereich Bienenpädagogik weiter entwickelt zu einem Raum für positive Naturbegegnung, das Kennenlernen von Artenvielfalt und den Schutz von Insekten. Im Sinne einer Bildung für Nachhaltigkeit (Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE) zeigt das Schulbiologiezentrum Schüler*innen zum Beispiel ganz konkret an einem Warenkorb, was übrigbliebe, wenn es keine Bestäuberinsekten mehr gäbe. Im Anschluss wird gemeinsam überlegt, welche Verhaltensmaßnahmen oder -änderungen nötig sind, um die einheimischen Insekten zu schützen und so langfristig die eigene Nahrung zu sichern.

Die Schüler*innen erkunden das facettenreiche Gelände und suchen Bereiche, an denen sich Wildbienen ansiedeln können, wo sie genug Nahrung und Nistplätze finden, und vergleichen dies mit den gerade modernen "Schottergärten". Die Schüler*innen fangen Bestäuberinsekten (dazu zählen auch Schwebfliegen, Käfer, Schmetterlinge etc.) auf Blüten, bestimmen sie und am Ende steht meistens ein Blick ins Bienenvolk mit Bienen streicheln und Honig direkt aus der Wabe verkosten.

Es gibt Praxiskurse mit Schulklassen und AGs in Nisthilfenbau. Lehrkräfte werden in Fortbildungen zu Biologie und Ökologie von Wildbienen und deren Trachtpflanzen geschult, passend dazu kann man in der eigenen Staudengärtnerei für das Schulgelände gezüchtete Wildstauden bestellen.

Seit zwei Jahren veranstaltet das Schulbiologiezentrum zum Weltbienentag am 20. Mai einen Fotowettbewerb für Grundschüler*innen zum Thema (Wild)Bienen mit einer anschließenden Ausstellung der prämierten Fotos im Bienenhaus und Buchpreisen. 2019 ist der Artikel "Wildbienen – mehr als Dienstleister im Ökosystem" im Heft "Sachunterricht Grundschule" aus dem Friedrich Verlag erschienen mit Praxistipps für den Sachunterricht zum Schutz von Wildbienen.

Im Rahmen des Projekts "Schulbienen" wird in Lehrerfortbildungen das saisonale Angebot zur Haltung von Bienen in Schulen vorgestellt. Für die Bienen AG-Lehrkräfte entwickelt das Schulbiologiezentrum Material und Handreichungen für den AG-Alltag. Mittlerweile wird diese breite Palette an Material auf der Homepage www.schulbiologiezentrum.info zum Download angeboten.