Corona-Imfpungen

Einrichtungsbezogene Nachweispflicht nach § 20a IfSG (sog. "einrichtungsbezogene Impfpflicht")

Nach § 20a Abs. 2 IfSG hatten Personen, die in bestimmten Einrichtungen oder Unternehmen tätig sind, der Leitung der jeweiligen Einrichtung oder des jeweiligen Unternehmens bis zum Ablauf des 15. März 2022 einen Nachweis darüber vorzulegen, dass sie vollständig geimpft oder genesen sind oder sie aufgrund einer medizinischen Kontraindikation (nachgewiesen durch ärztliches Attest) nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft werden können. 

Spritze

Wenn der Nachweis nicht bis zum Ablauf des 15. März 2022 vorgelegt vorgelegt wurde, wenn dieser durch Zeitablauf seine Gültigkeit verloren hat und kein neuer Nachweis vorgelegt wurde oder wenn Zweifel an der Echtheit oder inhaltlichen Richtigkeit des vorgelegten Nachweises bestehen, hat die Leitung der jeweiligen Einrichtung oder des jeweiligen Unternehmens unverzüglich das Gesundheitsamt, in dessen Bezirk sich die jeweilige Einrichtung oder das jeweilige Unternehmen befindet, darüber zu benachrichtigen und dem Gesundheitsamt die erforderlichen personenbezogene Daten zu übermitteln.

Wichtig:
Für Personen, die ab dem 16.03.2022 in den in § 20a Abs. 1 S. 1 IfSG genannten Einrichtungen und Unternehmen neu tätig werden sollen und nicht über entsprechende Nachweise verfügen, gilt automatisch ein gesetzliches Beschäftigungs- und ein Tätigkeitsverbot.

Bei Fragen können Sie sich per E-Mail unter impfpflicht20a@region-hannover.de oder telefonisch unter 0511 616 47477 an die Region Hannover wenden. Sie erreichen uns montags und freitags von 9 bis 12 Uhr sowie mittwochs und donnerstags von 9 bis 15.30 Uhr

Geplantes Vorgehen der Region Hannover (Stand: 25.07.2022):

Für vor dem 16. März 2022 aufgenommene Tätigkeiten:

  • Die Vorlage von Nachweisen bei den betroffenen Einrichtungen und Unternehmen in Bezug auf § 20a IfSG konnte bis zum Ablauf des 15.03.2022 erfolgen.  Falls die betreffenden Personen bis zum Ablauf des 15.03.2022 nicht vollständig geimpft oder genesen waren oder keinen Nachweis vorgelegt haben, dass eine medizinische Kontraindikation bzgl. des Impfens vorliegt oder sie sich im ersten Schwangerschaftsdrittel befinden (ärztliches Attest) oder von Seiten der Leitung Zweifel am vorgelegten Nachweis bestehen, hatte eine Meldung darüber an das Gesundheitsamt der Region Hannover zu erfolgen. 
    Auch bei zwischenzeitlichem Ablauf eines Nachweises, z.B. eines Genesenennachweises, musste eine Meldung erfolgen, wenn innerhalb eines Monats kein neuer Nachweis vorgelegt wurde. 

    Auch Selbstständige sind meldepflichtig.

    Bestehen keine Zweifel am vorgelegten Nachweis müssen keine Daten übermittelt werden.
  • Für eine Meldung im Rahmen von § 20a IfSG ist verpflichtend das digitale Meldeportal www.mebi-niedersachsen.de zu nutzen Eine entsprechende Allgemeinverfügung zur verpflichtenden Nutzung ist hier veröffentlicht. 
  • Das Gesundheitsamt wird nach erfolgter Meldung den Einzelfall prüfen und die betreffende Person zur Vorlage des entsprechenden Nachweises auffordern. Zudem wird die betreffende Einrichtung darüber informiert, wenn möglich, „patientenfern“ einzusetzen bis eine endgültigen Klärung erfolgt ist.
  • Bestehen Zweifel am Nachweis über eine medizinische Kontraindikation, kann dieser durch eine ärztliche Untersuchung von Seiten der Region Hannover überprüft werden. Für die Ausstellung eines qualifizierten Attests über eine medizinische Kontraindikation enthält der § 20a Abs. 5 IfSG enthält keine Anspruchsgrundlage auf Vermittlung eines Facharzttermins. Um die Vermittlung eines Termins bei einer Fachärztin oder einem Facharzt müssen sich betroffene Personen selbstständig bemühen.
  • Ist ein Nachweis gefälscht, wird eine Strafanzeig gestellt.
  • Die Nichtvorlage nach Aufforderung des Gesundheitsamtes kann eine Ordnungswidrigkeit darstellen und mit einem Bußgeld belegt werden.
  • Im Anschluss kann eine weitere Aufforderung zur Vorlage des Nachweises erfolgen. Es schließt sich die Prüfung eines Tätigkeits - bzw. Betretungsverbotes an.
  • Bis zur entsprechenden Mitteilung über ein Tätigkeits- bzw. Betretungsverbot vom Gesundheitsamt dürfen die betreffenden Personen unter Berücksichtigung der aktuell geltenden Hygienevorschriften (z.B. 3G-Regelung)  weiter eingesetzt werden.

Für ab dem 16. März 2022 aufgenommene Tätigkeiten:
Für Personen, die ab dem 16.03.2022 in den in § 20a Abs.1 S. 1 IfSG genannten Einrichtungen und Unternehmen neu tätig werden sollen und nicht über entsprechende Nachweise verfügen, gilt in diesem Fall von Rechts wegen (also ohne Vollzugsakt der zuständigen Behörde) ein Beschäftigungsverbot für die Einrichtung und ein Tätigkeitsverbot für die betreffende Person. Neueinstellungen oder Verlängerungen von Arbeitsverträgen sind bei Nichtvorliegen eines Nachweises ausgeschlossen.
Bei Zweifeln an den vorgelegten Nachweisen hat eine Meldung an das Gesundheitsamt zu erfolgen.

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur "Impfpflicht": (Diese Informationen werden laufend aktualisiert) - Stand: 25. Juli 2022

Für wen gilt die Impfpflicht i.S.v. § 20a Abs. 1 S. 1 IfSG?

Nach Nr. 1 für Personen, die in folgenden Einrichtungen oder Unternehmen tätig sind:
a) Krankenhäuser,
b) Einrichtungen für ambulantes Operieren,
c) Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen,
d) Dialyseeinrichtungen,
e) Tageskliniken,
f) Entbindungseinrichtungen,
g) Behandlungs- oder Versorgungseinrichtungen, die mit einer der oben genannten Einrichtungen vergleichbar sind. Dazu gehören u.a. Hospizdienste, spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), Blutspendeeinrichtungen,
h) Arztpraxen, Zahnarztpraxen,(dazu gehören auch Betriebsärzte),
i) Praxen sonstiger humanmedizinischer Heilberufe (u.a. Heilpraktiker, Diätassistenten, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Hebammen, Podologen und Logopäden)
j) Einrichtungen des öffentlichen Gesundheitsdienstes, in denen medizinische Untersuchungen, Präventionsmaßnahmen oder ambulante Behandlungen durchgeführt werden,
k) Rettungsdienste,
l) sozialpädiatrische Zentren nach § 119 des SGB V,
m) medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen nach § 119c des SGB V,
n) Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation nach § 51 des SGB IX und Dienste der beruflichen Rehabilitation (stationär und ambulant),
o) Begutachtungs- und Prüfdienste, die auf Grund der Vorschriften des SGB V oder des SGB XI tätig werden (z.B. medizinischer Dienst),

Nach Nr. 2 für Personen, die in voll- oder teilstationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen oder in vergleichbaren Einrichtungen tätig sind, (dazu gehören nicht die Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe),

Nach Nr. 3 für Personen, die in ambulanten Pflegediensten und weiteren Unternehmen, die den in Nr. 2 genannten Einrichtungen vergleichbare Dienstleistungen im ambulanten Bereich anbieten, tätig sind; zu diesen Unternehmen gehören insbesondere:

a) ambulante Pflegeeinrichtungen gemäß § 72 des SGB XI sowie Einzelpersonen gemäß § 77 des SGB XI,
b) ambulante Pflegedienste, die ambulante Intensivpflege in Einrichtungen, Wohngruppen oder sonstigen gemeinschaftlichen Wohnformen erbringen,
c) Unternehmen, die Assistenzleistungen nach § 78 des SGB IX erbringen,
d) Unternehmen, die Leistungen der interdisziplinären Früherkennung und Frühförderung nach § 42 Abs. 2 Nr. 2 des SGB IX und § 46 des SGB IX in Verbindung mit der Frühförderungsverordnung oder heilpädagogische Leistungen nach § 79 des SGB IX erbringen,
e) Beförderungsdienste, die für Einrichtungen nach Nummer 2 dort behandelte, betreute, gepflegte oder untergebrachte Personen befördern oder die Leistungen nach § 83 Abs. 1 Nr. 1 des SGB IX erbringen, und
f) Leistungsberechtigte, die im Rahmen eines Persönlichen Budgets nach § 29 des SGB IX Personen für die Erbringung entsprechender Dienstleistungen beschäftigen.

Unter die Einrichtungen und Unternehmen nach Nr. 3 fallen auch Schulbegleiter, soweit sie behinderte Menschen unterstützen. Auch für Beförderungsdienste, die für Einrichtungen nach § 20a Abs. 1 S.1 Nummer 2 IfSG dort behandelte, betreute, gepflegte oder untergebrachte Personen befördern oder die Leistungen nach § 83 Abs. 1 S.1 Nr. 1 SGB IX erbringen, gelten die Anforderungen des §20a IfSG. 

Taxi- und andere Transportunternehmen, die nur gelegentlich pflegebedürftige Personen bzw. Menschen mit Behinderungen befördern, fallen nicht unter die einrichtungsbezogene Impfpflicht.

Was genau müssen die betroffenen Personen nachweisen?

Die betroffenen Personen müssen einen der folgenden Nachweise vorlegen:
•    Einen Impfnachweis im Sinne des § 22a Abs. 1 IfSG
Es muss sich um einen Nachweis hinsichtlich des Vorliegens eines vollständigen Impfschutzes gegen das Coronavirus SARS-CoV handeln.
Die zugrundeliegenden Impfungen müssen mit einem oder verschiedenen Impfstoffen erfolgt sein, die von der Europäischen Union zugelassen sind, oder die im Ausland zugelassen sind und von ihrer Formulierung her identisch mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff sind. Eine aktuelle Liste der zugelassenen COVID-19-Impfstoffe sowie Ausnahmeregelungen sind auf den Internetseiten des Paul-Ehrlich-Instituts zu finden: https://www.pei.de/impfstoffe/covid-19 .

Ab dem 20.03.2022:
o    nach dem Erhalt von zwei Dosen eines in der EU zugelassenen Impfstoffs,
o    nach einer gesicherten COVID-19-Infektion und dem anschließenden Erhalt einer Dosis eines in der EU zugelassenen Impfstoffes (genesen + geimpft)
o    nach dem Erhalt einer Dosis eines in der EU zugelassenen Impfstoffs und einer anschließenden Genesung (geimpft + genesen):

Bis zum 30. September 2022 reicht der Nachweis von zwei Einzelimpfungen aus, ab dem 1. Oktober müssen insgesamt drei Einzelimpfungen erfolgt sein, wobei muss die letzte Impfung mindestens drei Monate nach der zweiten Einzelimpfung erfolgt sein muss.

Bitte beachten Sie, dass es eine vorübergehende Kontraindikation darstellt, wenn der Impfabstand zur 3. Impfung noch nicht erreicht ist. Es kann also sein, dass einzelne Tätige, erst nach dem 01.10.2022 eine 3. Impfung nachweisen müssen.

In bestimmten Fällen ist bis zum 30. September 2022 eine Impfung, und ab dem 1. Oktober sind zwei Einzelimpfungen ausreichend. Dies betrifft folgende Personengruppen:
    Personen, die einen positiven Antikörpertest zu einer Zeit nachweisen können, zu der sie noch keine Einzelimpfung erhalten haben;
    Personen, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nach dem Erhalt der ersten Einzelimpfung infiziert waren (Nachweis eines positiven PCR-Tests erforderlich)
    Personen, die mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nach dem Erhalt der zweiten Einzelimpfung infiziert waren und seit dem Tag der Testung 28 Tage vergangen sind.

•    Einen Genesenennachweis im Sinne des § 22a Abs. 2 IfSG 
Ein Nachweis hinsichtlich des Vorliegens eines durch vorherige Infektion erworbenen Immunschutzes gegen das Coronavirus SARS-CoV-2, wenn folgende Anforderungen erfüllt sind: 
    Die Testung zum Nachweis der vorherigen Infektion muss durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) erfolgt sein 
    das Datum der Abnahme des positiven Tests muss mindestens 28 Tage zurückliegen
    das Datum der Abnahme des positiven Tests darf höchstens 90 Tage zurückliegen.

•    Ein ärztliches Zeugnis darüber, dass man sich im ersten Schwangerschaftsdrittel befindet.

•    Ein ärztliches Zeugnis darüber, dass man aufgrund einer medizinischen Kontraindikation nicht gegen COVID-19 geimpft werden kann. 

Wann bin ich "tätig" im Sinne von § 20a IfSG?

"Tätig" im Sinne von § 20a IfSG ist eine Person in den entsprechenden Einrichtungen und Unternehmen immer dann, wenn sie regelmäßig (nicht nur für wenige vereinzelte Tage) und nicht nur zeitlich vorübergehend (nicht nur jeweils wenige Minuten, sondern über einen längeren Zeitraum) in der Einrichtung bzw. dem Unternehmen beschäftigt ist. Entscheidend ist allein, ob eine Tätigkeit und nicht nur lediglich ein Besuch erfolgt. Erfasst sind auch Ehrenamtliche oder Personen, welche ihren Freiwilligendienst (nach dem BFDG oder JFDG) ableisten oder Praktikanten. Auch minderjährige Personen, die etwa im Rahmen eines Schülerpraktikums oder einer Ausbildung in einer betroffenen Einrichtung tätig sind, fallen unter die einrichtungsbezogene Nachweispflicht. 

Der Begriff der Tätigkeit ist weit gefasst. Daher wird man nur in den Fällen, in denen jeglicher Kontakt zu den gefährdeten Personengruppen sicher ausgeschlossen werden kann, eine Tätigkeit in den betroffenen Einrichtungen und Unternehmen im Sinne des § 20a Abs. 1 S. 1 IfSG verneinen können. Dies ist beispielsweise bei räumlich abgetrennt tätigen Verwaltungsmitarbeitenden der Fall. Es muss jeglicher Kontakt zu den gefährdeten Personengruppen ausgeschlossen werden können. Hierbei kommt es nicht auf die Dauer des Kontaktes an, sondern lediglich darauf, ob er besteht.

Was gilt, wenn z.B. ein Mitarbeiter derzeit nicht aktiv tätig ist (z.B. aufgrund von Mutterschutz, Elternzeit, Beschäftigungsverbot)?

Nach dem Sinn und Zweck der Vorschrift kommt es auf die Ausübung der Tätigkeit und nicht auf das bloße Bestehen eines Beschäftigungsverhältnisses an. Daher sind Personen, die sich beim Ablauf der Frist z.B. in Mutterschutz, in Elternzeit, in vollständiger Freistellung wegen Pflegezeit befinden, Langzeiterkrankung oder dem Ruhen des Arbeitsverhältnisses wegen befristeter Erwerbsminderung unterliegen, erst bei ihrer Rückkehr vorlagepflichtig. 

Meine Einrichtung wird von § 20a IfSG mit umfasst. Wie kann ich meine Mitarbeitenden ohne entsprechenden Nachweis melden?

Von Seiten des Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung wird das digitale Meldeportal www.mebi-niedersachsen.de zur Verfügung gestellt. Die Nutzung des Portals für Meldungen im Rahmen von § 20a IfSG ist für das Gebiet der Region Hannover durch Allgemeinverfügung verpflichtend. 

Anfragen senden Sie bitte an impfpflicht20a@region-hannover.de

Hier finden Sie eine ausführliche Beschreibung zur Nutzung des digitalen Meldeportals Niedersachsen:
Mebi - Erste Schritte

An welches Gesundheitsamt schicke ich die Meldung?

Zuständig ist das Gesundheitsamt, in dessen Bezirk sich die Betriebsstätte(n) der jeweiligen Einrichtung oder des jeweiligen Unternehmens befindet.

Für Leistungsberechtigte (Budgetnehmer), die im Rahmen eines persönlichen Budgets nach § 29 SGB IX Personen beschäftigen, ist das Gesundheitsamt des Wohnsitzes des Budgetnehmers zuständig.
 

Was passiert nach der Meldung an das Gesundheitsamt?

Zum Verfahrensablauf: siehe oben

Von Seiten des Gesundheitsamtes kann keine Rechtsberatung in privat- oder arbeitsrechtlichen Fragen erfolgen. Es liegt in der Hand des Beschäftigungsgebers, ob und ggf. welche Konsequenzen in der Folge eines Betretungs- und/oder Tätigkeitsverbot arbeitsrechtlich gezogen werden. 

Darf ich als Einrichtung Bestandsmitarbeitende ohne entsprechenden Nachweis über den 15.03.2022 hinaus beschäftigen?

Personen, die in den in § 20a Abs.1 S. 1 IfSG genannten Einrichtungen und Unternehmen vor dem 16.03.2022 tätig waren, dürfen ohne entsprechenden Nachweis des Impf- oder Genesenenstatus nach § 20a Abs.2 IfSG weiterhin eingesetzt werden, bis eine entsprechende Untersagung des Gesundheitsamts im Sinne eines Betretungs- und/oder Tätigkeitsverbotes ergeht. Bei Einleitung eines entsprechenden Verfahrens wird betreffende Einrichtung darüber informiert, die Person bis auf Weiteres, wenn möglich, patientenfern einzusetzen bis eine endgültige Klärung des Sachverhaltes herbeigeführt wurde. 

Als Einrichtung wurde mir nach erfolgter Meldung ein Nachweis vorgelegt. Muss ich jetzt meine Meldung über das Portal zurücknehmen?

Die Meldung im Meldeportal kann durch die Einrichtung zurückgenommen werden. Die bedeutet aber nicht, dass die Vorlageverpflichtung der Person gegenüber dem Gesundheitsamt entfällt. Eine Vorlage bei der Einrichtung allein ist nicht ausreichend. Bitte teilen Sie in einem solchen Fall der betreffenden Person mit, dass die entsprechenden Nachweise dem Gesundheitsamt vorzulegen sind. Alternativ können die entsprechenden Nachweise mit Zustimmung der betreffenden Personen von der Einrichtung an das Gesundheitsamt weitergeleitet werden. 
Ohne Vorlage der entsprechenden Nachweise kann keine abschließende Entscheidung zugunsten der Person getroffen werden. 
 

Was ist, wenn meine Einrichtung durch Tätigkeitsverbote einiger Mitarbeitenden die Grundversorgung in der Einrichtung nicht mehr sicherstellen kann?

Bei den Betretungs- und/oder Tätigkeitsverboten der betroffenen Personen besteht von Seiten des Gesundheitsamtes ein Ermessensspielraum. Dieser besteht unter anderem darin, dass die Personen vor der Entscheidung zu der beabsichtigten Maßnahme angehört werden. Im Rahmen dieser Anhörung können Nachweise erbracht werden, dass die Grundversorgung innerhalb der Einrichtung nicht mehr gewährleistet werden kann, wenn diese Person einem Betretungs- und/oder Tätigkeitsverbot unterliegt. Diese Nachweise werden dann im Rahmen der Entscheidungsfindung berücksichtigt, allerdings können Ausnahmen nur in sehr engem Rahmen gewährt werden.

Die Formulare für die Anhörungen zum möglichen Betretungs- und/oder Tätigkeitsverbot zum Ausfüllen finden sie unten auf der Seite. Bitte nutzen Sie diese erst, wenn Sie ein entsprechendes Anhörungsschreiben von der Region Hannover erhalten haben.

 

Was mache ich als Einrichtung, wenn Zweifel an der Echtheit oder inhaltlichen Richtigkeit des vorgelegten Nachweises bestehen?

Bitte übernehmen Sie zunächst selber eine Plausibilitätskontrolle (besonders im Hinblick auf das Ausstellungsdatum und mit Hilfe einer Internetrecherche u.a. zum ausstellenden Arzt). In Attesten über eine medizinische Kontraindikation muss eine Diagnose enthalten sein. Eine bloße Bescheinigung, dass eine Kontraindikation besteht, reicht nicht aus. 
Sollten weiterhin allgemeine oder inhaltliche Zweifel bestehen, hat zwingend eine Meldung an das Gesundheitsamt zu erfolgen. 

Für die Vorlage nach Aufforderung des Gesundheitsamtes muss in Attesten über eine medizinische Kontraindikation eine nachvollziehbare Diagnose enthalten sein. Eine bloße Bescheinigung über das Vorliegen einer medizinischen Kontraindikation besteht, reicht nicht aus.

Das Gesundheitsamt kann bei Zweifeln an der Echtheit oder inhaltlichen Richtigkeit des vorgelegten ärztlichen Zeugnisses gem. § 20a Abs. 5 S. 2 IfSG eine ärztliche Untersuchung anordnen. In dieser wird überprüft, ob die betroffene Person auf Grund einer medizinischen Kontraindikation nicht gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft werden kann.

Wichtiger Hinweis: Das Ausstellen und der Gebrauch unechter oder unrichtiger Gesundheitszeugnisse ist nach §§ 277 bis 279 des Strafgesetzbuches (StGB) strafbar. Ausstellenden Ärzten drohen außerdem berufsrechtliche Konsequenzen.

Wie ist zu verfahren, wenn der erbrachte Nachweis durch Zeitablauf seine Gültigkeit verliert?

Wenn ein erbrachter Nachweis ab dem 16. März 2022 seine Gültigkeit aufgrund Zeitablaufs verliert (z. B. bei zeitlich befristetem Genesenennachweis), haben die betroffenen Personen, der jeweiligen Leitung einen neuen Nachweis innerhalb eines Monats nach Ablauf der Gültigkeit des bisherigen Nachweises vorzulegen. Wenn der neue Nachweis nicht innerhalb eines Monats vorgelegt wird, oder wenn Zweifel an seiner Echtheit oder inhaltlichen Richtigkeit bestehen, hat die Leitung unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt darüber zu benachrichtigen sowie die erforderlichen personenbezogenen Daten zu übermitteln (siehe: Wie kann ich meine Mitarbeitenden ohne entsprechenden Nachweis melden?).

Was kann ich tun, wenn das Gesundheitsamt mir gegenüber eine Anordnung trifft, mit der ich nicht einverstanden bin?

In diesem Fall können Sie eine Anfechtungsklage beim Verwaltungsgericht erheben. Diese hat allerdings gemäß § 20a Abs. 5 S. 4 keine aufschiebende Wirkung. Das bedeutet, dass die getroffene Entscheidung unmittelbar zu befolgen ist und auch mit Mitteln des Verwaltungszwanges durchgesetzt werden kann. Die Einlegung eines Widerspruchs (Vorverfahren) ist nicht möglich.

Wo finde ich weitere Informationen?

Aktuelle Informationen zum Thema Impfungen: https://www.zusammengegencorona.de/impfen/  

Weitere Informationen zur Auslegung des § 20a IfSG finden Sie z.B. auch hier:
https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/FAQs_zu_20a_IfSG.pdf 

https://dserver.bundestag.de/btd/20/001/2000188.pdf 

Informationen vom Land Niedersachsen: https://www.niedersachsen.de/Coronavirus/Impfung/einrichtungsbezogene-impfpflicht-209624.html

Ihre aktuellen Impfmöglichkeiten in der Region Hannover:

Covid-19: Das Gesundheitsamt informiert zu Coronaimpfungen

Mobile Corona-Impfungen: Orte und Termine

Corona-Impfangebote des Gesundheitsamtes der Region Hannover.  Booster-Impfungen sind ab 3 Monate nach der Zweitimpfung möglich.

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