Fragen und Antworten

Informationen zu Kitas und Tagespflegepersonen

Das neuartige Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Kinder können – wie auch Erwachsene – an COVID-19 erkranken ohne Symptome zu zeigen und damit Überträger des Corona-Virus SARS-CoV-2 sein. Der vorherrschende Übertragungsweg ist nach derzeitigem Erkenntnisstand die Tröpfcheninfektion, bei der Krankheitserreger beim Niesen, Husten, Sprechen aus den Atemwegen über Tröpfchen und Aerosole in die Luft gelangen und von anderen Menschen eingeatmet werden. Die Übertragungswahrscheinlichkeit ist besonders hoch bei Unterschreitung des Mindestabstandes von 1,5 m. Dies ist besonders bei Kindern der Fall, weil insbesondere kindliches Spiel in den Kindertageseinrichtungen und bei Kindertagespflegepersonen regelmäßig mit einem spontanen und engen körperlichen Kontakt der Kinder untereinander und zu Fachkräften einhergeht. Darüber hinaus ist eine Ansteckung auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt gebracht werden, möglich.

Abstand zu halten und Hygienevorschriften zu beachten ist in Kindertagesstätten eine besondere Herausforderung und lässt sich im pädagogischen Alltag der Kinderbetreuung nicht vollständig umsetzen. Umso wichtiger ist es, dass Maßnahmen ergriffen werden können, die helfen, dies zumindest teilweise auszugleichen. In den Bereichen von Hygiene und Personaleinsatz, aber auch bei der konkreten
Organisation der pädagogischen Arbeit müssen daher Maßnahmen zur Reduzierung von
Übertragungsrisiken sowie zur Nachverfolgbarkeit von Kontaktpersonen mit dem Ziel der Unterbrechung eventueller Infektionsketten getroffen werden. Das Gesundheitsamt erklärt, wie Kitas in der Corona-Pandemie das Infektionsrisiko minimieren können und welche Vorschriften zwingend einzuhalten sind.
Grundsätzlich hat jede Kita gem. §36 i.V.m. §33 Infektionsschutzgesetz – unabhängig von Corona - einen "Allgemeinen Hygieneplan" vorzuhalten. Hierfür hat das Land Niedersachsen einen Rahmen-Hygieneplan https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/fragen_und_antworten_fragen_und_antworten_zum_derzeit_eingeschrankten_betrieb_an_kindertageseinrichtungen/fragen-und-antworten-zu-einrichtungsschliessung-und-notbetreuung-fur-186238.html 
vorgegeben. Verdachtsfälle oder bestätigte Infektionsfälle von COVID-19 müssen die Einrichtungen dem zuständigem Gesundheitsamt melden. Gemeinsam werden dann die notwendigen Maßnahmen besprochen.

Grundsätzliches zum Kitabetrieb

Findet momentan grundsätzlich ein Kitabetrieb statt?

Ja, ein grundsätzlicher Kitabetrieb findet statt. Je nach Infektionsgeschehen und -lage wird dieser in Szenario A, B oder C angeboten. Es gilt, je höher der 7-Tages-Inzidenzwert (Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den letzten 7 Tagen) ist, desto strengere Hygienemaßstäbe sind an die Kinderbetreuung anzulegen. Zur Bekämpfung der Pandemie sind dabei vorrangig diejenigen Maßnahmen zu treffen, die ein Aufrechterhalten des jeweiligen Betriebs ermöglichen.

Was ist unter den verschiedenen Szenarien zu verstehen bzw. was ist der Unterschied zwischen Regelbetrieb, eingeschränktem Betrieb und Notbetreuung?

Grundsätzlich wird zwischen Szenario A, B und C unterschieden. Die Entscheidung für eines dieser drei Szenarien orientiert sich an der konkreten Infektionslage.

Szenario A wird in 3 Stufen unterteilt:

  • Stufe 1 (grün) beschreibt den sog. "Regelbetrieb" bzw. "Routinebetrieb" und markiert eine Infektionslage mit erhöhtem Infektionsgeschehen, d.h. einer Inzidenz von bis zu 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in 7 Tagen. Zwar gelten die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln, allerdings darf das Durchmischungsverbot der Gruppen untereinander, sowie in Bezug auf die parallele Nutzung der Gemeinschaftsräume oder des Außengeländes, aufgehoben werden. Zudem sind offene oder teiloffene Gruppen ausdrücklich erlaubt und Kitamitarbeitende können gruppenübergreifend Früh- und Spätdienste anbieten.
  • Stufe 2 (gelb) markiert eine Infektionslage mit deutlich erhöhtem Infektionsgeschehen, d.h. einer Inzidenz ab 35 bis unter 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in 7 Tagen. Auf dieser Stufe sollen Aktivitäten, bei denen der Mindestabstand nicht durchgehend gewahrt werden kann und eine erhöhte Ansteckungsgefahr durch Tröpfcheninfektion oder Aerosole besteht, wie z.B. beim Sport, Singen oder dialogischen Sprechübungen, auf ein absolutes Minimum reduziert und nach Möglichkeit auf dem Außengelände durchgeführt werden. Zudem sollte von kontaktintensiven Ausflügen und Veranstaltungen in der Kita nach Möglichkeit abgesehen werden.
  • Stufe 3 (hellrot) markiert eine Infektionslage mit starkem Infektionsgeschehen, d.h. einer Inzidenz ab 50 bis unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in 7 Tagen. Bei einer derartigen Infektionslast kann das Gesundheitsamt anordnen, dass während der Betreuungszeit in einer Hortgruppe eine Mund-Nasen-Bedeckung von denjenigen Kindern zu tragen ist, die den Sekundarbereich I einer Schule besuchen. Grundschulkinder sind davon ausgenommen. Außerdem kann das Gesundheitsamt kontaktintensive Ausflüge von Kindertageseinrichtungen während der Betreuungszeit und Veranstaltungen in den Kindertageseinrichtungen sowie sportliche Bewegungsaktivitäten, Singen und dialogische Sprechübungen in geschlossenen Räumen während der Betreuungszeit untersagen und anordnen, dass Erziehungsberechtigte in den Räumen einer Kindertageseinrichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen haben.

Szenario B entspricht Stufe 4 (rot). Sie beschreibt den "eingeschränkten Betrieb" und markiert eine Infektionslage mit sehr starkem Infektionsgeschehen, d.h. einer Inzidenz ab 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in 7 Tagen. Der eingeschränkte Betrieb sieht ein Betreuungsangebot für alle Kinder vor, die in der jeweiligen Kindertageseinrichtung einen Betreuungsplatz haben. Die Kinder sollen während des eingeschränkten Betriebs in den Gruppen betreut werden, in die sie vor der Zeit der Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 aufgenommen wurden. Offene Gruppenkonzepte sowie die Durchmischung von zeitgleich in einer Kindertagesstätte betriebenen Gruppen sind nicht zulässig. Jeder Gruppe werden von vornherein bestimmte Räumlichkeiten zugeordnet. Die Nutzung einer gruppenübergreifend vorgehaltenen Räumlichkeit, wie zum Beispiel eines Mehrzweck- oder Bewegungsraumes oder des Außengeländes der Einrichtung durch verschiedene Gruppen ist möglich, wenn die Räumlichkeit oder das Außengelände zeitgleich immer nur durch eine Gruppe genutzt wird. Dies gilt nicht bei ausreichend großen Außenflächen, bei denen eindeutig abgrenzbare Spielbereiche für einzelne Gruppen geschaffen werden, die eine Durchmischung von zeitgleich in einer Kindertageseinrichtung betriebenen Gruppen wirksam unterbinden. Zugleich müssen die Spielbereiche derart eingegrenzt sein, dass zwischen den einzelnen Spielbereichen ein Korridor mit einer Breite von mindestens 1,5 Metern besteht.

Szenario C entspricht Stufe 5 (dunkelrot). Sie beschreibt die sog. "Notbetreuung" und markiert eine Infektionslage mit eskalierendem Infektionsgeschehen, d.h. einer Inzidenz von deutlich über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in 7 Tagen. Im Rahmen von Szenario C ist der reguläre Betrieb einzustellen und auf Notbetreuung umzustellen. Diese gilt es unter Berücksichtigung der vorhandenen Kapazitäten auf das notwendige und epidemiologische, vertretbare Maß zu begrenzen. Betreut werden nur Kinder, bei denen mindestens eine Erziehungsberechtigte oder ein Erziehungsberechtigter in betriebsnotwendiger Stellung in einem Berufszweig von allgemeinem öffentlichem Interesse tätig ist. Zulässig ist auch die Betreuung in besonderen Härtefällen wie etwa für Kinder, deren Betreuung aufgrund einer Entscheidung des Jugendamtes zur Sicherung des Kindeswohls erforderlich ist, sowie bei drohender Kündigung oder erheblichem Verdienstausfall für mindestens eine Erziehungsberechtigte oder einen Erziehungsberechtigten.

Wer entscheidet über den Wechsel zwischen den verschiedenen Szenarien und anhand welcher Kriterien wird entschieden?

Die Entscheidung für eines dieser drei Szenarien ist abhängig von dem jeweils konkret herrschenden Infektionsgeschehen, gemessen durch die Inzidenzwerte der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in 7 Tagen. Ein Wechsel der Szenarien wird durch das jeweils zuständige Gesundheitsamt angeordnet.

Die unterschiedlichen Stufen innerhalb Szenario A können sowohl vom Gesundheitsamt angeordnet als auch von Seiten des Trägers der Einrichtung eigenverantwortlich für seine Einrichtung beschlossen werden, sodass strengere Vorsichtsmaßnahmen auch bereits bei einer niedrigeren Inzidenz zum Tragen kommen können.

Der Wechsel von Szenario A in den eingeschränkten Betrieb des Szenarios B kann das Gesundheitsamt nur anordnen, wenn in Bezug auf das Gebiet des Landkreises oder der kreisfreien Stadt, in dem die Kindertageseinrichtung liegt, die 7-Tage-Inzidenz 100 oder mehr beträgt und gleichzeitig eine andere die Kindertageseinrichtung betreffende Infektionsschutzmaßnahme angeordnet wurde. Unter letztere fallen infektionsschutzrechtliche Anordnungen des zuständigen Gesundheitsamtes, die mindestens eine Regelgruppe betreffen, wie zum Beispiel eine Quarantäneanordnung für eine Regelgruppe. (Achtung: Soweit nur einzelne Kinder oder einzelne Beschäftigte, jedoch keine gesamte Gruppe der Kindertageseinrichtung von einer Infektionsschutzmaßnahme betroffen ist, ist diese Voraussetzung nicht erfüllt!)

Der Wechsel von Szenario B in die Notbetreuung des Szenarios C kann das Gesundheitsamt nur dann anordnen, wenn ein Wechsel in Szenario B in Verbindung mit weiteren, den Einrichtungsbetrieb aufrechterhaltenden Infektionsschutzmaßnahmen nicht ausreicht, um eine dem eskalierenden Infektionsgeschehen angepasste Kinderbetreuung zu gewährleisten.

Kann das Gesundheitsamt Einrichtungen untersagen, sogenannte "offene Gruppenkonzepte" durchzuführen, um, im Falle eines Infektionsgeschehens in der Kita, eine vollständige Betriebsschließung zu vermeiden?

Aus pädagogischen Gründen ist es möglich, in den Kindertagesstätten offene Gruppenkonzepte zu betreiben, d.h. dass die Kinder eine feste Bezugsgruppe haben, an der sie sich orientieren können, aber gleichzeitig die Möglichkeit bekommen, ihren konkreten Bedürfnissen eigenständig durch Nutzung der Funktionsräume und Interaktion mit Kindern aus anderen Gruppen, nachzugehen. Es handelt sich hierbei um den sogenannten "Regelbetrieb" bzw. "Routinebetrieb" des Szenarios A, wie ihn das Kultusministerium freigegeben hat. Ein darauf abgestimmtes Hygienekonzept ist zu entwickeln und einzuhalten.

Natürlich ist bei einer größeren Gruppe von Kindern auch das Infektionsrisiko und somit die Gefahr, dass es aufgrund des offenen Gruppenkonzepts ggfs. häufiger zu Schließungen der gesamten Einrichtung mit der damit einhergehenden Mehrbelastung für die Erziehungsberechtigten, durch die so notwendig werdende Betreuung der Kinder zu Hause kommt, höher. Allerdings rechtfertigen die derzeitigen Infektionszahlen in Kindertagesstätten es derzeit nicht, dass seitens des Gesundheitsamtes eine weitergehende Anordnung nach §18 Nds. Corona-Verordnung erfolgt, sodass vom pädagogischen offenen Gruppenkonzept abgesehen wird. Insofern ist eine Änderung des Konzepts der Einrichtung jeweils mit den Eltern zu vereinbaren. Die Art des Konzepts kann durch die KiTa-Leitung – ohne Inanspruchnahme des Gesundheitsamts – geändert werden.

Auf welchem Kommunikationsweg erhalten Einrichtungsträger bzw. die Kita selbst Kenntnis von der Anordnung einer Infektionsschutzmaßnahme bzw. des Wechsels in ein anderes Betriebsszenario nach abschließender Bewertung eines entsprechenden Infektionsgeschehens?

Die abschließende Bewertung eines Infektionsgeschehens obliegt dem Fachbereich Gesundheit der Region Hannover (Gesundheitsamt). Nur dieses ist befugt entsprechend zu treffende Infektionsschutzmaßnahmen sowie den Wechsel zwischen den einzelnen Szenarien anzuordnen. Um der Dynamik des Pandemiegeschehens angemessen Rechnung zu tragen, erfolgt die Unterrichtung der getroffenen Entscheidung zunächst mündlich, ehe eine schriftliche Bestätigung folgt.

Warum kann es auch in Einrichtungen, in denen gerade kein offenes Gruppenkonzept praktiziert wird, sondern die Kinder ausschließlich in geschlossenen Gruppen betreut werden, zu einer kompletten Schließung der Kita kommen?

Die von den Einrichtungen vorzuhaltenden Hygienekonzepte, welche u.a. auch die Bildung geschlossener Betreuungsgruppen umfassen, dienen im Falle eines Infektionsgeschehens dazu, lediglich die betroffene Gruppe aus der Kita nehmen zu müssen und den grundsätzlichen Betrieb weiter laufen lassen zu können. Aus diesem Grund sollen die Kita-Beschäftigten nach Möglichkeit ausschließlich einer bestimmten Gruppe zugeordnet sein und nicht mehrere Gruppen gleichzeitig betreuen. So gilt es insbesondere, ein, am jeweils konkreten Bedarf orientiertes "Springen" der eingesetzten Kräfte zwischen verschiedenen Gruppen zu verhindern. Nichtsdestoweniger sind die Einrichtungen auch dazu verpflichtet, eine bedarfsgerechte Betreuung der einzelnen Gruppen mit ausreichend Personal zu gewährleisten. Zudem gibt es Aufgabenbereiche (Bsp: Flurdienst), die parallel zur eigentlichen Gruppenbetreuung anfallen und daher nicht gleichzeitig von den in den Gruppen eingesetzten Beschäftigten übernommen werden können. Es liegt in der Natur der Sache, dass eine mit dieser Aufgabe beauftragte Aufsichtsperson mehreren Kindern (nämlich allen, die während der eigentlichen Gruppenbetreuungszeit den Flur betreten, um bspw. auf die Toilette zu gehen) begegnet. Ist nun gerade diese Aufsichtsperson mit dem SARS-CoV-2 infiziert, besteht trotz der getroffenen Vorkehrungen die Gefahr eines gruppenübergreifenden Infektionsgeschehens. Selbiges gilt, wenn der Einrichtungsträger (um das zu erfüllende Betreuungsangebot aufrechtzuerhalten) dazu gezwungen ist, aufgrund von Personalengpässen eine Betreuerin oder Betreuer in mehreren Gruppen einzusetzen. In diesen Ausnahmefällen kann es dazu kommen, dass trotz der im Vorfeld ergriffenen Maßnahmen dennoch die gesamte Einrichtung geschlossen werden muss, weil das jeweilige Infektionsgeschehen sich nicht mehr nur auf eine konkrete Gruppe zurückführen lässt, sondern eine gruppenübergreifende Ausbreitung zu befürchten ist.

Können Eltern Einkommenseinbußen, die sie durch die im Rahmen einer vollständigen Kitaschließung notwendig gewordene, nun selbst vorzunehmende Betreuung ihrer Kinder von Zuhause, erlitten haben, erstattet verlangen?

Sofern Eltern aufgrund einer Quarantäneanordnung für ihr Kind unter Einkommenseinbußen leiden, ist es möglich, hierfür einen Antrag auf Verdienstausfall zu stellen. Am 29.06.2020 wurde mit dem Gesetz zur Umsetzung steuerlicher Hilfsmaßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise im Bundesgesetzblatt Nr. 30 – S. 1385 ff. § 56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz veröffentlicht.

Danach erhält eine erwerbstätige Person eine Entschädigung in Geld, wenn kumulativ vorliegend

  1. Einrichtungen zur Betreuung von Kindern, Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen von der zuständigen Behörde zur Verhinderung der Verbreitung von Infektionen oder übertragbaren Krankheiten auf Grund dieses Gesetzes vorübergehend geschlossen werden oder deren Betreten untersagt wird,
  2. die erwerbstätige Person ihr Kind, das das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist, in diesem Zeitraum selbst beaufsichtigt, betreut oder pflegt, weil sie keine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit sicherstellen kann, und
  3. sie dadurch einen Verdienstausfall erleidet.

Anspruchsberechtigte haben gegenüber der zuständigen Behörde, auf Verlangen des Arbeitgebers auch diesem gegenüber, darzulegen, dass sie in diesem Zeitraum keine zumutbare Betreuungsmöglichkeit für das Kind sicherstellen können. Ein Anspruch besteht nicht, soweit eine Schließung ohnehin wegen der Schul- oder Betriebsferien erfolgen würde. Im Fall, dass das Kind in Vollzeitpflege nach §33 des Achten Buches Sozialgesetzbuch in den Haushalt aufgenommen wurde, steht der Anspruch auf Entschädigung den Pflegeeltern zu.
Nähere Informationen können Sie auch dem nachfolgenden Link entnehmen:
https://www.bmas.de/DE/Schwerpunkte/Informationen-Corona/Entschaedigung-Eltern/entschaedigung-eltern.html 
https://ifsg-online.de/index.html 
Es handelt sich hierbei somit lediglich um eine Entschädigung, um Verdienstausfälle auszugleichen. Sofern diese nicht eingetreten sind (z.B. Homeoffice, Arbeitslosigkeit oder Möglichkeit einer anderen Kinderbetreuung), erfolgt keinerlei Zahlung. Durch Beschlüsse der Kommunalvertretung (Ratsbeschluss) kann es zu möglichen Rückzahlungen von Betreuungsbeträgen kommen, wenn die Betreuung nicht in Anspruch genommen werden konnte. Dies ist in den einzelnen Kommunen eigenständig geregelt, sodass keine generelle Aussage hierzu erfolgen kann.

Kann bei Ausfall der Reinigungsmaßnahmen (z.B. Streik) der Betrieb zur Kinderbetreuung weitergeführt werden?

Aufgrund der besonderen Hygienemaßnahmen in der Pandemiezeit, kann gerade im Bereich der Kindertagesstätten auf eine tägliche Reinigung nicht verzichtet werden. In dem Niedersächsischen Rahmen-Hygieneplan Corona Kindertagesbetreuung, der zwischen Kultusministerium und NLGA für die Zeiten der Corona-Pandemie abgestimmt worden ist, wird bzgl. der bestehenden Reinigungs- und Desinfektionsstandards ausgeführt, dass die bestehenden Hygienegrundsätze gelten und die Reinigung in Anlehnung an die DIN 77400 durchzuführen ist. In dieser wiederum werden für Schulen Reinigungsintervalle für die regelmäßige Reinigung alle 2 Tage vorgesehen, für Kindergärten und Sanitäreinrichtungen (auch in Schulen) ist jedoch eine tägliche Reinigung erforderlich.

Da das Immunsystem der in den Kitas betreuten Kinder altersbedingt noch in der Entwicklung ist und viele Eindrücke durch die haptische Wahrnehmung gesammelt werden, ist eine regelmäßige Reinigung der Einrichtung aus infektiologischen Gesichtspunkten unumgänglich. Sofern, aufgrund von Streikmaßnahmen oder anderen Gründen, eine Reinigung also nicht erfolgen kann, sind die betroffenen Kindertagesstätten bis zur Nachholung dieser daher zu schließen.

Ist der Leitfaden des Niedersächsischen Kultusministeriums KiTa in Corona-Zeiten 2.0 für private und kommunale Einrichtungen anzuwenden?
Der Niedersächsische Rahmen-Hygieneplan Corona-Kindertagesbetreuung wurde zwischen dem Kultusministerium und dem Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) abgestimmt und gibt Empfehlungen hinsichtlich der pandemiebedingten Hygienemaßnahmen zusätzlich zu den nach dem Infektionsschutzgesetz notwendigen Hygieneplänen.
Der Leitfaden KiTa in Corona-Zeiten 2.0 umfasst die Maßnahmen aus dem Rahmen-Hygieneplan und stellt diese – je nach Szenario – übersichtlich dar. Der Leitfaden wurde zwar mit den kommunalen Spitzenverbänden abgestimmt, da es hier jedoch um eine übersichtliche Darstellung des Rahmenhygieneplans handelt, sollten sich auch die privaten Einrichtungen hiernach orientieren.

Meldepflichten

Bei welchen Anlässen greifen die Meldepflichten?

Eine Meldeverpflichtung ergibt sich insbesondere, wenn das Gesundheitsamt oder der Einrichtungsträger bzw. die Tagespflegeperson folgendes veranlassen:

  • Schließung der Kindertageseinrichtung,
  • Schließung einzelner Gruppen von Kindertageseinrichtungen,
  • Schließung einer Kindertagespflegestelle,
  • Schließung einer Großtagespflegestelle,
  • Teilweise Schließung einer Kindertagespflegestelle / Großtagespflegestelle

Wer muss wen unterrichten?

Der Träger / die Einrichtungsleitung

Die Tagespflegeperson

Aktivitäten im Kitabetrieb

Singen und Sprachförderung

In Szenario A, Stufe 1 (grün) soll einer möglichen Tröpfcheninfektion beim Singen bzw. dialogischen Sprechübungen dergestalt begegnet werden, dass diese Tätigkeiten vorzugsweise im Freien stattfinden. Ist dies nicht möglich und finden sie im Innenbereich statt, ist nach Möglichkeit ein Mindestabstand von 2m einzuhalten.

In Szenario A, Stufe 2 (gelb) sollen Singen und dialogische Sprechübungen auf ein absolutes Minimum reduziert werden und nach Möglichkeit im Freien stattfinden. Ist dies nicht möglich und finden sie im Innenbereich statt, ist nach Möglichkeit ein Mindestabstand von 2m einzuhalten.

Ab Szenario A, Stufe 3 (hellrot) können Singen und dialogische Sprechübungen in geschlossenen Räumen während der Betreuungszeit untersagt werden. Diese Aktivitäten sind dann nur noch auf dem Außengelände zulässig.

Sportliche Bewegungsaktivitäten

In Szenario A, Stufe 1 (grün) können sportliche Bewegungsaktivitäten in geschlossenen Räumen stattfinden. Es sollen aber bewegungsintensive Aktivitäten sowie Situationen, in denen alle Kinder auf sehr engem Raum zusammenstehen, vermieden werden. Grundsätzlich sind Außenflächen zu bevorzugen.

In Szenario A, Stufe 2 (gelb) sollen Bewegungsaktivitäten in geschlossenen Räumen auf ein Minimum reduziert werden und nach Möglichkeit auf dem Außengelände erfolgen.

Ab Szenario A, Stufe 3 (hellrot) können Bewegungsaktivitäten in geschlossenen Räumen untersagt werden. Diese Aktivitäten sind dann nur noch auf dem Außengelände zulässig.

Hygiene in der Kita

Saubere Hände

Wie oft müssen Kinder und Betreuungskräfte ihre Hände waschen oder desinfizieren?

Kinder sollen ihre Hände nach dem Eintreffen in der Einrichtung, nach dem Spielen auf dem Außengelände, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und nach Bedarf waschen, z.B. nach Husten und Niesen oder wenn sie ihre Finger in den Mund gesteckt haben. Zusätzlich könnten feste Händewaschzeiten etabliert werden.
Das Betreuungspersonal soll die Hände nach Eintreffen in der Einrichtung und nach Kontakt mit den Kindern waschen, z.B. nach der Hilfe beim Toilettengang, Wickeln, Nase putzen. Bei diesen Tätigkeiten ist außerdem das Tragen von Einmal-Handschuhen verpflichtend.

Müssen Betreuungspersonen Einmalhandschuhe tragen?

Bei Tätigkeiten, bei denen eine Kontamination mit Körpersekreten zu erwarten ist, sind Einmalhandschuhe zu tragen, zum Beispiel bei der Hilfe beim Toilettengang, Wickeln, Naseputzen und bei der Wundversorgung. Nach dem Tragen der Handschuhe ist eine Desinfektion der Hände notwendig.

Ist ein Händedesinfektionsplan Pflicht?

Für die Betreuungspersonen muss ein solcher Plan aushängen. Eine kindgerechte Version ist zwar nicht verpflichtend, aber empfehlenswert. Geeignete Beispiele für alle Altersgruppen finden Sie auf https://www.infektionsschutz.de/mediathek/infografiken.html .

Sind im Eingangsbereich Desinfektionsspender zu postieren?

Es sollte im Eingangsbereich eine Händedesinfektionsmöglichkeit vorhanden sein. Wichtig ist, einen Standort dafür zu wählen, an dem das Personal die Nutzung unter Kontrolle hat und der Spender außerhalb der Reichweite von Kindern ist.

Müssen sich Kinder die Hände desinfizieren?

Nein, für Kinder ist die Nutzung von Händedesinfektionsmittel nicht vorgesehen. Gründliches Händewaschen mit Seife ist ausreichend. Es ist daher auch nicht nötig, dass Eltern ihren Kindern eigenes Desinfektionsmittel mitgeben. Eine Durchführung der Händedesinfektion bei Kindern sollte nur in besonderen Ausnahmesituationen (z.B. Verunreinigung durch Körperflüssigkeiten) und immer in Anwesenheit und unter Anleitung durch eine Aufsichtsperson bzw. eine in Desinfektion eingewiesene Person praktiziert werden!

Wer muss für ausreichend Händedesinfektionsmittel sorgen?

Dafür ist der Träger der Einrichtung bzw. die Tagespflegeperson zuständig.

Nieshygiene und Mund-Nasen-Schutz

Müssen die Kinder und Betreuungspersonen einen Mund-Nasen-Schutz tragen?

Weder für die Kinder noch für die Betreuungspersonen besteht eine Pflicht, in der Einrichtung einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Für das Betreuungspersonal wird es aber empfohlen. Situationsabhängig kann allerdings auch auf diesen verzichtet werden, da Kinder im Rahmen ihrer geistigen Entwicklung und Interaktion mit anderen auf die Mimik der Betreuungspersonen oftmals angewiesen sind. Der richtige Umgang mit dem Mund-Nasen-Schutz ist hier erklärt: https://www.infektionsschutz.de/fileadmin/infektionsschutz.de/Downloads/Merkblatt-Mund-Nasen-Bedeckung.pdf

Was tun, wenn Kinder sich gegenseitig oder die Betreuungspersonen anhusten/anniesen?

Das muss sofort unterbunden werden. Die Gesichter sind mit Einmalwaschlappen abzuwischen und die notwendige Niesetikette ist den Kindern pädagogisch nachhaltig zu erklären.

Reinigung und Desinfektion von Oberflächen und Gegenständen

Welche Besonderheiten sind bei der Reinigung zu beachten?

An Türklinken und an allen häufig genutzten Hand- und Hautkontaktflächen (wie z.B. Schubladen- und Fenstergriffen, Treppen- und Handläufe, Lichtschalter) ist eine regelmäßige Desinfektion zu empfehlen. Türklinken sollten etwa 2-3 Mal pro Tag und bei Bedarf desinfiziert werden, Wickelplätze nach jeder Benutzung. Wichtig ist dabei, ein geeignetes, mindestens begrenzt viruzides, VAH-gelistetes Flächendesinfektionsmittel zu verwenden.

Bei den Oberflächen der Einrichtung reicht grundsätzlich eine Reinigung mit einfacher Reinigungslösung aus. Eine Desinfektion ist nur dann angebracht, wenn Oberflächen mit Körpersekreten kontaminiert wurden (Blut, Stuhl, Urin, Erbrochenem und Nasen-/Rachensekret).

Spielzeug sollte in regelmäßigen Abständen gereinigt bzw. desinfiziert werden, bei Kontakt mit Körpersekreten sofort. Ansonsten reicht der Turnus, der im „Allgemeinen Hygieneplan“ festgeschrieben ist. Außenspielgeräte müssen nur dann desinfiziert werden, wenn sie mit Körpersekreten verunreinigt wurden.

Der Sanitärbereich (Toilettensitze, Armaturen, Waschbecken und Fußböden) muss täglich gereinigt werden. Eine Desinfektion nach jeder Benutzung ist nicht notwendig, es sei denn, er ist mit Urin, Stuhl oder Erbrochenem verunreinigt. Dabei sind Schutzhandschuhe nach EN 374 und Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Sanitärobjekte sind regelmäßig auf Funktions- und Hygienemängel zu prüfen und ggf. umgehend instand zu setzen.

Wie muss sich das Reinigungspersonal verhalten?

Routinemäßige Reinigungsmaßnahmen sollten außerhalb der Betreuungszeiten durchgeführt werden. Der Leistungskatalog sollte an die Coronavirus-Situation angepasst werden (zusätzliche Desinfektionsmaßnahmen etc.). Personalhygiene ist wie bisher einzuhalten.

Einnahme von Mahlzeiten

Dürfen Kinder Essen und Getränke von zu Hause mitbringen?

Ja, im Rahmen der Frühstücks- und Mittagsverpflegung, solange dies nicht von der Einrichtung bzw. Tagespflegeperson angeboten wird.

Welche räumlichen Voraussetzungen müssen bei der Ausgabe von Lebensmitteln oder Getränken getroffen werden?

Im Szenario A Stufe 1 (grün), Stufe 2 (gelb) und Stufe 3 (hellrot) sollten die Mahlzeiten vorzugsweise in den Gruppenräumen organisiert werden. Soweit dies nicht möglich ist, haben sich die jeweiligen Gruppen nach Möglichkeit getrennt voneinander in den Mensen/Gemeinschaftsräumen aufzuhalten. Ggf. kann für die Einnahme der Mahlzeiten ein weiterer separater Raum, z. B. der Mehrzweck- oder Bewegungsraum, genutzt werden.

In Szenario B und C dürfen die Mensen nicht mehr durch mehrere Gruppen gleichzeitig, sondern immer nur noch durch eine Gruppe benutzt werden. Aus diesem Grund kann ein weiterer separater Raum, z. B. der Mehrzweck- oder Bewegungsraum, für das Mittagessen genutzt werden.

Wie hat die die Essensausgabe zu erfolgen?

In Szenario A (Stufe 1 (grün), Stufe 2 (gelb) und Stufe 3 (hellrot) können sich die Kinder das Essen selbst aus Schalen oder Behältern nehmen. Auch Essen in Buffetform oder pädagogische Angebote unter Einbezug von Lebensmitteln sind zulässig.

In Szenario B und C darf das Essen nicht selbst genommen werden, sondern ist den Kindern auf dem Teller portioniert anzubieten.

Was ist aus Sicht des Einrichtungsträgers/Personals noch zu beachten?

Die Einrichtung stellt bei zeitlicher Entzerrung der Einnahme von Mahlzeiten in Mensen bzw. Gemeinschaftsräumen einen Plan auf, der auch Grundlage der Dokumentation zur Kontaktnachverfolgung sein kann. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Essenausgabe haben während der Arbeit eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. Grundsätzlich ist bei der Ausgabe auf ausreichend Abstand zu achten. Zudem müssen Trinkbecher für die Kinder erkenntlich gekennzeichnet sein.

Personaleinsatz in der Kita

Darf szenariounabhängig Betreuungspersonal gruppenübergreifend (z.B. im krankheitsbedingten Vertretungsfall) tätig werden, um den Kitabetrieb aufrecht zu erhalten?

Die Betreuung einer Gruppe sollte – sofern dies in der Praxis möglich ist – durchgehend durch dieselben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als feste Bezugspersonen erfolgen. Ein Personalwechsel zwischen den Gruppen sollte - soweit möglich - vermieden und Kräfte nach Möglichkeit nicht in mehreren Gruppen eingesetzt werden (nach Möglichkeit konstantes Personal). Dadurch erhöht sich die Nachvollziehbarkeit der Infektionsketten. Nichtsdestoweniger können die Beschäftigten vom Träger bzw. der Einrichtungsleitung auch gruppenübergreifend eingesetzt werden. Bei einem Wechsel des Personals (bspw. in Vertretungssituationen) sind ausreichende Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen zu veranlassen. Die Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen haben dabei insbesondere untereinander und auch zu anderen Gruppen das Abstandsgebot von mindestens 1,5 m sowie die bekannten Hygieneregeln einzuhalten.

Wer kann in Ausnahmefällen neben einer Fachkraft noch zur Betreuung herangezogen werden?

In Ermangelung einer zweiten Fachkraft kann eine weitere geeignete Kraft (zum Beispiel Bundesfreiwilligendienst, Freiwilliges Soziales Jahr, Eltern) eingesetzt werden. Über die persönliche Eignung entscheidet der Träger der Einrichtung. Es ist zu beachten: Der Einsatz ungelernter Kräfte ist eine Möglichkeit, die die Landesregierung zur Unterstützung der Kindertageseinrichtungen eröffnet hat. Der Einsatz ungelernter Kräfte ist aus pädagogischer Sicht selbstredend nicht gleichrangig zum Einsatz von Fachkräften. Daher sollte auf diese Möglichkeit nur dann zurückgegriffen werden, wenn das Betreuungsangebot anders nicht aufrechterhalten werden kann.

Müssen Beschäftigte, die zu einer Risikogruppe gehören, zur Arbeit kommen?

Personen, die aufgrund einer chronischen Erkrankung oder einer dauerhaften Einschränkung des Immunsystems ein höheres Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf nach einer COVID-19-Infektion haben, werden weiterhin geschützt.
Für Szenario A gilt, dass über den Einsatz von Beschäftigten der jeweilige Träger der Einrichtung entscheidet. Eine generelle Festlegung zur Einstufung in eine Risikogruppe ist nicht möglich. Vielmehr erfordert dies eine individuelle Risikofaktoren-Bewertung im Sinne einer (arbeits-)medizinischen Begutachtung. Hierbei kann sich der Träger der Kindertageseinrichtung durch seine Betriebsärztin oder seinen Betriebsarzt beraten lassen. Eine grundsätzliche Freistellung von der Arbeit ist somit auch für besonders gefährdete Personen nicht vorgesehen.

Für Szenario B und C gilt, dass besonders gefährdete Personen bei ansteigendem Infektionsrisiko grundsätzlich eher wieder die Möglichkeit erhalten, ihrer Tätigkeit im Homeoffice nachgehen zu können. Über den Einsatz von Beschäftigten entscheidet jedoch wieder der Träger der Einrichtung. Erforderlich ist eine individuelle Risikofaktoren-Bewertung im Sinne einer (arbeits-)medizinischen Begutachtung. Eine grundsätzliche Freistellung von der Arbeit ist auch für diese Szenarien nicht vorgesehen.

Zugang zur Kita

Können Eltern die Einrichtung betreten oder sind Übergabepunkte im Außenbereich erforderlich?

In Szenario A bestehen keine grundsätzlichen Bedenken, dass Eltern unter Einhaltung des Abstandsgebots die Einrichtungen betreten. Risikopersonen sollten ihre Kinder nicht persönlich bringen oder abholen.

In Szenario B und C sollte ein Betreten der Einrichtung durch die Eltern nach Möglichkeit vermieden werden. Soweit möglich, soll ein Bringen und Abholen über die Außenspielbereiche direkt in die Gruppenräume erfolgen.

Was ist bzgl. der Bring- und Abholsituation sonst noch zu beachten?

Die Bring- und Abholsituation ist zeitlich zu entzerren und möglichst kurz zu halten. Es soll weiterhin ein räumlicher Abstand von mind. 1,5m zwischen den Eltern und den Mitarbeitenden der Einrichtungen bzw. zur Tagespflegeperson durch Maßnahmen wie z.B. Markierungen oder Absperrungen in Fluren und Garderoben ermöglicht und eingehalten werden. Zum Austausch von Informationen zwischen Eltern und Fachkräften sollte ein gesonderter Gesprächstermin vereinbart werden.

Sind Kontaktdaten zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten unter der Elternschaft zu erheben?

Nein, hinsichtlich der Dokumentation zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten ist es nicht erforderlich, die Namen der Eltern bzw. abholberechtigten Personen aus der Bring- und Abholzeit zu dokumentieren.

Dürfen Externe die Kita betreten?

Das Betreten der Kita durch Externe (z. B. Lieferanten) sollte vom Träger auf seine Notwendigkeit hin überprüft und auf ein Mindestmaß reduziert werden. Externe müssen über die einzuhaltenden Maßnahmen hinsichtlich des Infektionsschutzes informiert werden, namentlich über das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Dürfen Eltern ihr Kind während der Eingewöhnungsphase in der Kita begleiten?

Ja, Eltern dürfen ihre Kinder während der Eingewöhnungsphase nach wie vor begleiten. Die oder der Erziehungsberechtigte soll dabei in der Einrichtung eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Ab Szenario A Stufe 3 (hellrot) ist eine Mund-Nasen-Bedeckung für Erziehungsberechtigte verpflichtend.

Verdacht oder Ausbruch eines COVID-19 Infektionsgeschehens in der Kita

Was tun, wenn in der Einrichtung Verdacht auf eine COVID-19-Infektion bei einem Kind oder einer Betreuungsperson auftritt?

Nehmen Sie auf jeden Fall Kontakt mit dem Gesundheitsamt auf, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Wer darf nicht in die Kita?

Die Kita darf nicht betreten werden von:

  1. Personen, die positiv auf COVID-19 getestet wurden.
  2. Personen, die engen Kontakt zu einer auf COVID-19 positiv getesteten Person hatten (sog. K1-Personen).

Dies gilt ausnahmslos für alle Personen, auch für solche, die vollkommen symptomfrei sind.

Welche weiteren Krankheitsfälle sind zu unterscheiden?

Abhängig von der Symptomschwere können folgende Fälle unterschieden werden:

  • Bei einem banalen Infekt ohne deutliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens (z. B. nur Schnupfen, leichter Husten) kann die Kindertageseinrichtung besucht werden. Dies gilt auch bei Vorerkrankungen (z. B. Heuschnupfen, Pollenallergie). Es sind weder ein negativer Virusnachweis noch ein ärztliches Attest notwendig.
  • Bei Infekten mit einem ausgeprägtem Krankheitswert (z. B. Husten, Halsschmerzen, erhöhte Temperatur) muss die Genesung abgewartet werden. Nach 48 Stunden Symptomfreiheit kann die Kindertageseinrichtung ohne weitere Auflagen (d. h. ohne ärztliches Attest, ohne Testung) wieder besucht werden, wenn kein wissentlicher Kontakt zu einer bestätigten, an COVID-19 erkrankten Person bekannt ist. Dann sind kein negativer Virusnachweis und auch kein ärztliches Attest notwendig. Bestand jedoch Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall, darf die Einrichtung nicht betreten werden und es ist das Gesundheitsamt zu verständigen.
  • Bei schwererer Symptomatik, zum Beispiel mit
    • Fieber ab 38,5°C oder Muskel-/Gliederschmerzen oder
    • akutem, unerwartet aufgetreten Infekt (insb. der Atemwege) mit deutlicher Beeinträchtigung des Wohlbefindens oder
    • anhaltendem starken Husten, der nicht durch Vorerkrankung erklärbar ist,

sollte ärztliche Hilfe (Haus- oder Kinderarzt) in Anspruch genommen werden. Die niedergelassene Ärztin oder der niedergelassene Arzt wird dann entscheiden, ob ggf. auch eine Testung auf COVID-19 durchgeführt werden soll und welche Aspekte für die Wiederzulassung zum Besuch der Kindertageseinrichtung zu beachten sind.

Wie erfolgt der Ausschluss vom und die Wiederzulassung zum Kitabetrieb?

Der Ausschluss eines Kindes erfolgt in Form der Quarantäne (Absonderung infizierter Personen) bzw. in Form der Isolation (vorsorgliche Absonderung von Verdachtsfällen) durch eine entsprechende Verfügung des Gesundheitsamtes. Die Wiederzulassung des ausgeschlossenen Kindes zur Betreuung erfolgt nach Vorgabe des Gesundheitsamtes.

Was ist zu tun, wenn Krankheitssymptome während der Betreuung in der Kita auftreten?

Treten während der Betreuung bei einem Kind Fieber und/oder Anzeichen ernsthafter Krankheitssymptome auf, kann bis zu Abholung durch die Erziehungsberechtigten eine Absonderung von der Gruppe notwendig werden. Dies gilt auch für Kinder oder Personen aus dem gleichen Haushalt. Ein betroffenes Kind sollte nur unter Aufsicht separiert werden. Geeignete Schutzkleidung wie ein Mund-Nasen-Schutz sollte in Abstimmung mit dem arbeitsmedizinischen Dienst vorgehalten und von der betreuenden Person getragen werden.

Wer sind K1-Kontakte und wie sind diese zu behandeln?

K1-Kontakte sind diejenigen Personen, die einen engen bzw. direkten Kontakt zu einer mit COVID-19 infizierten Person hatten bzw. haben.
Als Beispiele für K1-Kontakte kommen in Frage:

  • KiTa-Personal: Die betreffende Person ist vom Dienst umgehend freizustellen und hat sich in die Absonderung (Quarantäne) zu begeben. Sollte sich hier im Verlauf eine Infektion ergeben, wären die weiteren K1-Kontakte (betreute Kinder etc.) zu ermitteln, damit sich diese ebenfalls in die Absonderung begeben. Sofern es sich nur um einen Verdacht und keine bestätigte Infektion handelt, sind keine weiteren Maßnahmen – außer einer Verdachtsmeldung an das Gesundheitsamt - erforderlich.
  • Kind: Das Kind ist umgehend aus der Kindertageseinrichtung abzuholen und hat sich in die häusliche Quarantäne zu begeben. Bis zur Abholung durch die Erziehungsberechtigten kann unter Aufsicht eine Absonderung und Separierung des Kindes von der restlichen Gruppe angezeigt sein. Sofern keine Infektion bestätigt wird, sind – außer einer Verdachtsmeldung an das Gesundheitsamt – keine weiteren Maßnahmen (Information anderer Elternteile o.ä.) zu veranlassen. 
  • Elternteil / Geschwister / Angehörige: Sollten Angehörige K1-Personen sein, darf kein Ausschluss von der Betreuung erfolgen. Die betroffenen Personen stehen jedoch unter Quarantäne und dürfen in der entsprechenden Zeit ihren Haushalt nicht verlassen, d.h. auch das Kind nicht zur Betreuung bringen oder abholen.

Wie ist mit Kontaktpersonen von K1-Personen umzugehen?

Kontakte von K1-Kontakten brauchen, sofern sie keine Symptome verspüren, keine weiteren Maßnahmen durchführen. Das bedeutet insbesondere, dass Kinder, die mit K1-Kontaktpersonen in einem Haushalt leben, weiterhin die Einrichtung besuchen und betreut werden dürfen.

Was gilt für Beschäftigte, die Krankheitssymptome oder Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall hatten?

Beschäftigte, die Krankheitszeichen (z. B. Fieber oder Husten) aufweisen, müssen zu Hause bleiben und dürfen nicht eingesetzt werden. Bei anhaltender Symptomatik sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Es gelten die oben gemachten Ausführungen bezüglich der verschiedenen Krankheitsbilder (banaler Infekt, Infekt mit ausgeprägtem Krankheitswert, schwere Symptomatik).

Erfahren Beschäftigte im Rahmen einer Kontaktpersonennachverfolgung durch das Gesundheitsamt oder auf sonst eine Art, dass sie in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer Person hatten, die nachweislich infiziert ist, haben sie hierüber den Träger der Kindertageseinrichtung unverzüglich zu informieren und dürfen die Einrichtung nicht betreten. Das Gesundheitsamt wird über weitere erforderliche Maßnahmen entscheiden (z. B. Quarantäne).

Wie hat sich die Einrichtung zu verhalten, wenn gesicherte Kenntnis darüber vorliegt, dass eine Person mit wissentlichem Kontakt zu einem SARS-CoV-2-Infizierten und Symptomen selber auf einen Test wartet?

Dies hängt davon ab, was für ein Konzept die Einrichtung verfolgt (offenes oder geschlossenes Konzept, Durchmischung der Gruppen) bzw. in was für einem Szenario (A, B oder C) sich diese zu dem konkreten Zeitpunkt befindet. Liegt Regelbetrieb vor und wird ein offenes Gruppenkonzept verfolgt, sodass die zur Rede stehende Person uneingeschränkten Kontakt mit der Gesamtheit der in der jeweiligen Einrichtung zu betreuenden Kinder und den dort Beschäftigten hätte haben können, sollte der Betrieb dringend eingestellt werden und die Einrichtung zunächst bis zum Vorliegen des Testergebnisses schließen. Wird hingegen auch im Regelbetrieb ein geschlossenes Gruppenkonzept praktiziert bzw. befindet sich die Einrichtung im eingeschränkten Betrieb, welcher offene Gruppenkonzepte sowie eine Durchmischung der Gruppen ausschließt, ist, sofern die vorgeschriebenen Hygiene- und Abstandsregeln durchgängig eigehalten wurden, nur die von dem jeweiligen Infektionsgeschehen konkret betroffene Gruppe (inkl. Betreuer*in) von dem Kitabetrieb auszuschließen, da innerhalb dieser die entsprechenden infektionsbelastenden Kontakte nicht näher dokumentiert bzw. nachverfolgt werden können. Dasselbe gilt für Notgruppen des Szenarios C: In diesem Fall ist dann auch immer nur die von dem Infektionsgeschehen unmittelbar betroffene Notgruppe (inkl. Betreuer*in) aus dem Kitabetrieb zu nehmen.

Was ist unter einer freiwilligen Quarantäne zu verstehen? Welche Konsequenzen hat die Entscheidung der Kita, eine solche durchzuführen, für die Eltern?

Der freiwilligen Quarantäne (Isolation) geht keine Anordnung durch das Gesundheitsamt voraus. Sie beruht auf dem freien Willensentschluss der Betroffenen und eine Zuwiderhandlung kann insofern auch nicht sanktioniert (im Rahmen eines Bußgeldes o.Ä.) werden. Entscheidet sich eine Kita dazu, diesen Schritt zu gehen, ist die Kita geschlossen, sodass eine Betreuung (mit Ausnahme der Notbetreuung) nicht mehr stattfindet. Den betroffenen Familien steht es frei, im Sinne einer häuslichen Quarantäne, darüber hinausgehend den familiären Lebensradius auf den eigenen Haushalt zu beschränken. Eine Verpflichtung dazu besteht ausdrücklich nicht. Es gelten die allgemeinen Kontaktbeschränkungen sowie Hygiene- und Abstandsregeln.

Testungen

Warum erfolgen die Testungen von K1-Kontakten teilweise gar nicht oder erst am Ende der Quarantänezeit?

Aufgrund des aktuell massiv erhöhten, allgemeinen Infektionsgeschehens sind die Testkapazitäten stark ausgelastet. Grundsätzlich ist eine Testung von K1-Personen in Kitas nicht vorgesehen. In Einzelfällen kann das Gesundheitsamt aber eine Testung veranlassen. Diese wird dann so terminiert, dass die Testergebnisse möglichst vor Ablauf der Quarantänezeit vorliegen.

Kann die Quarantäne durch ein negatives Testergebnis verkürzt werden?

Für SARS-CoV-2-Infizierte (sog. Index- oder Quellfälle) gibt es keine Möglichkeit, die Quarantänezeit zu verkürzen.
Für K1-Personen beendet ein negatives Testergebnis, welches aus einem Abstrich resultiert, der frühestens an Tag 10 der Quarantäne durchgeführt wurde, diese vorzeitig.