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Infektionsschutz

Erkennung und Behandlung von Tuberkulose

Die Untersuchungs- und Behandlungsmethoden und Hinweise zur Tuberkulose-Impfung

Untersuchungsmethoden

  • Röntgenuntersuchung der Lunge
    Die Röntgenaufnahme der Lunge dient dem Ausschluss oder Nachweis einer Lungentuberkulose. Es handelt sich dabei um ein einfaches, schnelles und sicheres Untersuchungsverfahren.
    Mit den heutigen modernen Röntgenanlagen ist die Strahlenbelastung sehr gering, sie steht in keinem Verhältnis zur Gefährlichkeit der Erkrankung. Auch Kinder können gefahrlos geröntgt werden, da unsere Röntgenanlage eine entsprechende Zulassung besitzt.
    Um die Strahlenbelastung so gering wie möglich zu halten, entscheiden wir in jedem Einzelfall, ob eine Röntgenuntersuchung erforderlich ist oder Alternativen bestehen (z.B. Tuberkulosetestungen).
  • Tuberkulose-Haut-Test (RT 23 Test)
    Hierbei wird Tuberkulin mit einer Spritze in die Haut eingebracht. Wenn in der Vergangenheit eine Infektion mit Tuberkulosebakterien erfolgt ist, bildet sich an der Einstichstelle ein tastbares Knötchen – der Test ist positiv.
    Wenn das Testergebnis positiv ausfällt, kann dies sowohl bedeuten, dass man sich lediglich mit Tuberkulosebakterien infiziert hat, aber auch, dass man bereits erkrankt ist. Um eine Erkrankung auszuschließen, müssen weitere Untersuchungen (Röntgenuntersuchung der Lunge und Tuberkulose-Bluttest) erfolgen.
    Bei negativem Testergebnis muss der Test nach 8 – 10 Wochen noch mal wiederholt werden. Bleibt er negativ, ist eine Tuberkuloseinfektion unwahrscheinlich.
  • Tuberkulose-Blut-Test (Interferon-Gamma-Test oder Interferon-Gamma-Release-Assay, IGRA-Test)
    Wenn der Tuberkulose-Haut-Test positiv ausgefallen ist, besteht der Verdacht einer Tuberkuloseinfektion oder gar einer Tuberkuloseerkrankung.
    Es gibt mittlerweile ein neues Tuberkulosetestverfahren mittels einer Blutuntersuchung.  Der Test gibt Auskunft über Zellen, die der Körper bei Kontakt mit Tuberkulose-Erregern zur Abwehr gebildet hat. Hat eine Infektion stattgefunden, schütten diese Zellen ein bestimmtes Eiweiß (Interferon-Y) aus, welches gemessen werden kann.
    Dieser Bluttest kann nicht verfälscht werden durch eine frühere TBC-Impfung oder die meisten anderen Umweltmykobakterien. Somit  lässt sich das Ergebnis des Tuberkulose-Haut-Tests durch den Bluttest entweder bestätigen oder aber widerlegen.
    Für die Untersuchung werden 4 ml Blut aus der Vene abgenommen, im Labor findet die Bestimmung des Interferon-Gammas statt.
    Ein positives Testergebnis ist kein Krankheitszeichen. Es zeigt nur, dass man vor ca. 8 Wochen oder früher Tuberkulosebakterien aufgenommen hat und dass das Abwehrsystem Antikörper gebildet hat.
    Um zu sehen, ob die Infektion mit Tuberkulosebakterien zu einer Tuberkulose-Erkrankung der Lunge oder des Rippenfells geführt hat, ist eine Röntgenuntersuchung der Lunge erforderlich.
    Ein negatives Testergebnis zeigt, auch wenn der Tuberkulose-Haut-Test zuvor positiv ausfiel, an,  dass zumindest bis vor 8 Wochen keine Infektion mit Tuberkulosebakterien stattgefunden hat.
    Wenn jedoch weiterhin ein entsprechender Verdacht besteht, muss der Tuberkulose-Blut-Test sicherheitshalber 8 Wochen nach dem fraglichen Infektionszeitpunkt wiederholt werden.
    Sinn des Testes ist, eine tatsächliche Infektion mit Tuberkulosebakterien  nachzuweisen und ggf. eine vorsorgliche Behandlung einzuleiten, bzw. Röntgenaufnahmen zu vermeiden, wenn keine Infektion besteht.
  • Untersuchung des Auswurfs (Sputum) oder Bronchialsekretes
    Untersucht man den Auswurf oder das Bronchialsekret eines Erkrankten unter dem Mikroskop und findet dort direkt Tuberkuloseerreger (säurefeste Stäbchen), liegt eine offene Lungentuberkulose vor.
    Je höher die Bakterienzahl im Auswurf oder Bronchialsekret ist, desto ansteckender ist der Erkrankte.
    Bei einer geschlossenen Tuberkulose gelingt kein Bakteriennachweis. Der Erkrankte ist nicht ansteckend, natürlich muss die Tuberkulose aber dennoch behandelt werden.

Behandlung der Tuberkulose

Die Behandlung erfolgt anfangs mit 3 bis 4 verschiedenen Tuberkulosemedikamenten gleichzeitig, später werden es weniger. Bei korrekter Einnahme der Medikamente besteht nach ca. vier Wochen keine Ansteckungsfähigkeit mehr. Dennoch ist eine Behandlungsdauer von mindestens sechs Monaten erforderlich damit eine völlige Ausheilung gegeben ist.
Die Einleitung der Behandlung sollte möglichst im Krankenhaus erfolgen, die Weiterbehandlung beim fachkundigen niedergelassenen Arzt.
Wenn aber die Medikamente unregelmäßig, nicht ausreichend lange oder in zu geringer Dosierung eingenommen werden, kann es passieren, dass die Tuberkulose wieder kommt (reaktiviert) oder im schlimmsten Fall die Medikamente unwirksam werden. In einem solchen Fall, wenn also sogenannte Resistenzen vorliegen, kann es sein, dass eine Tuberkulose gar nicht mehr behandelt werden kann und zum Tode führt.

"Ohne die optimale Mitarbeit des Patienten helfen die besten Medikamente gegen die Tuberkulose nichts"

Impfung – kann ich mich schützen?

Bis 1998 gab es in Deutschland die BGC-Impfung. Sie wird aber aus verschiednen Gründen nicht mehr empfohlen:

  • Die Wahrscheinlichkeit in Deutschland an Tuberkulose zu erkranken ist sehr niedrig
  • Die Wirksamkeit ist nicht sicher belegbar
  • Die Nebenwirkungen des derzeitigen Impfstoffs sind nicht selten schwerwiegend, so müsste man in Deutschland, um ein Kind vor schweren Verlaufsformen einer Tuberkulose wie z.B. einer Hirnhauttuberkulose zu schützen, ca. 1 Mio. Neugeborene BCG-impfen und nähme dabei ein bis zwei lebensbedrohliche Komplikationen in Kauf. 

Bei weiteren Fragen zur Tuberkulose steht Ihnen die Tuberkulose-Beratungsstelle gerne persönlich zur Verfügung.