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Radzählstellen

Lust auf Fahrrad zieht positive Bilanz

Die städtische Initiative zur Förderung des Radverkehrs hat die Daten der Zählstellen für 2018 ausgewertet: Insgesamt 10.579.078 Fahrräder haben die neun Säulen im Stadtgebiet von Januar bis Dezember passiert. 

Gegenüber dem Vorjahr entsprechen die Zahlen einem relativen Anstieg von zwölf Prozent – insgesamt wurden 9.469.130 Räder in 2017 erfasst. Der absolute Spitzentag, mit über 58.000 Radfahrenden, war der 12. April 2018. Weitere, vergleichbare Spitzentage fallen in den Mai, dem stärksten Monat insgesamt, und Juni. Alle Spitzentage wurden an Werktagen, dienstags beziehungsweise donnerstags, registriert.

Mehr Menschen setzten 2018 aufs Rad

Der Anstieg ist einerseits auf das überwiegend sonnige und somit fahrradfreundliche Wetter des vergangenen Jahres zurückzuführen. Andererseits zeigen auch die Ergebnisse der bundesweiten Repräsentativbefragung "Mobilität in Deutschland (MID)" einen Trend im Verkehrsverhalten der Bürger*innen: Mit dem Rad wird öfter und weiter gefahren. Laut MID hat die Anzahl der zurückgelegten Wege mit dem Rad zugenommen und sich gegen den Trend eines bundesweit leicht verringerten Verkehrsaufkommens (Wege/Tag) entwickelt. In der insgesamt gestiegenen Verkehrsleistung (Pers.-km/Tag) ist ein deutliches Plus im Radverkehr und im Öffentlichen Nahverkehr dokumentiert.

Detaillierte Auswertung der automatischen Zählstellen 

Die monatliche Gegenüberstellung (Abb. 1) der Jahre 2017 und 2018 zeigt: 

  • grundsätzlich ähnliche Jahresverläufe, die stark jahreszeitlich, klimatisch und zudem durch das Verkehrsverhalten und -aufkommen beeinflussende Parameter (wie zum Beispiel Schulferien/Urlaub) geprägt sind
  • einen vergleichsweise schwachen Start im Jahr 2018, der von kurzen, intensiven Winterperioden und den Osterferien gedämpft wurde
  • eine starke sechsmonatige Fahrrad-Hauptsaison von April bis September, in der durchgängig etwa eine Million Fahrräder gezählt und das Vorjahr um etwa 17 Prozent übertroffen wurde
  • ein anhaltend starkes Aufkommen in den Herbstmonaten Oktober bis Dezember, welches 20 Prozent über den Werten des Jahres 2017 liegt

Lokale Unterschiede im Radverkehr 

Die Jahresverläufe der einzelnen Zählquerschnitte (Abbildung 2) lassen lokale Unterschiede erkennen, einerseits im absoluten Aufkommen im Radverkehr und andererseits in der Verteilung im Jahresverlauf. Absolut betrachtet tritt die höchste Dichte an Radfahrenden in Querschnitten parallel zu Hauptverkehrsstraßen im Kfz-Verkehr auf: Hildesheimer Straße, Schwarzer Bär (Benno-Ohnesorg-Brücke), Maschsee (Rudolf-von-Bennigsen-Ufer) und Friedrichswall, mit zum Teil deutlich über eine Million Fahrrädern. Die anderen Querschnitte bewegen sich um die 1-Millionen-Grenze, wobei die Anzahl mit der Entfernung zum Stadtkern und der allgemeinen Netzbedeutung im Rad- und Kfz-Verkehr abnimmt. Die Trasse des geplanten Radschnellweges Hannover – Lehrte wurde im Abschnitt Stadtparkweg im vergangenen Jahr von etwa 700.000 Radfahrenden genutzt. Die beiden Zählstellen mit Orientierung zu den Stadtteilen im Norden und Westen (Lange Laube und Klagesmarkt) sind zusammen zu betrachten und erreichen eine Summe von 1.8 Millionen Fahrrädern, vergleichbar auch mit der Zählstelle Hildesheimer Straße. Hier laufen verschiedenen Routen aus Stadtteilen im Süd-Osten zusammen.

Weniger Rückgang während der Sommermonate

Während einerseits die Jahresverläufe eine hohe Übereinstimmung aufweisen, fällt andererseits der Querschnitt Maschsee mit einem deutlichen Abfall der Werte in den Sommermonaten (Abbildung 3) auf. Dieser begründet sich in der hohen Bedeutung der Achse sowohl im Schüler- als auch Freizeitverkehr, welche maßgeblich durch die Lage der Sommerferien (Juni/Juli) und zudem durch das Maschseefest (August) beeinflusst sind. Während der gesamten Veranstaltung (einschließlich Auf und Abbau) steht der westliche Radweg am Maschsee nicht zur Verfügung und große Teile des Radverkehrs wird geschützt auf der Fahrbahn und ohne eine Erfassung geführt. Der Einfluss der Sommerferien ist auch stadtweit erkennbar (Abbildung 1), im Jahr 2018 jedoch weniger stark ausgeprägt. Während im Jahr 2017 in den Sommerferien ein Rückgang der Frequenz von über 17 Prozent zu beobachten war, fiel dieser Effekt mit etwa neun Prozent im Jahr 2018 geringer aus.

Werktags höchste Fahrradnutzung

Im Allgemeinen gelten die Werktage Dienstag bis Donnerstag als repräsentativ für die Verkehrsnachfrage. Die Auswertung der Wochenganglinien zeigt hingegen für das Jahr nur geringe Unterschiede in den Wochentagen Montag bis Freitag. Etwa 16 Prozent der wöchentlich gezählten Fahrräder kommen je Werktag (Montag bis Freitag) zum Einsatz, also in der Summe 80 Prozent. Die verbleibenden 20 Prozent entfallen auf die Wochenenden. Dies spricht für eine feste Position des Fahrrades als Verkehrsmittel im Alltag und zeigt zugleich auch die Attraktivität als Freizeitaktivität beziehungsweise Verkehrsmittel.

Hintergrund

Im Laufe des Jahres 2016, dem Beginn der Initiative Hannover – Lust auf Fahrrad, wurden mehrere vollautomatische Zählstellen im Stadtgebiet der Landeshauptstadt Hannover aufgebaut und in Betrieb genommen. An insgesamt neun Querschnitten werden alle durchfahrenden Radfahrer*innen beziehungsweise vorbeifahrenden Fahrräder erfasst und gezählt:

  •  Friedrichswall
  •  Hildesheimer Straße
  •  Klagesmarkt
  •  Lange Laube
  •  Lister Meile
  •  Rudolf-von-Bennigsen-Ufer
  • Schwarzer Bär
  • Stadtparkweg
  • Walderseestraße

Die Standorte Lange Laube, Rudolf-von-Bennigsen-Ufer, Schwarzer Bär und Friedrichswall sind mit einer digitalen Anzeige ausgestattet, die in Echtzeit die aktuelle Anzahl am Tag und die jeweilige Jahressumme anzeigt. Die digitalen Anzeigen (ausgenommen Lange Laube) weisen nur den einseitigen Wert für den jeweils anliegenden Radweg aus. Für die obige Auswertung der Querschnittswerte kommen die Daten der gegenüber liegenden Seite hinzu. Die Zählstellen wurden seit Inbetriebnahme mehrfach geeicht und funktionieren mit hoher Genauigkeit. Für die Jahre 2017 und 2018 liegen vollständig, ganzjährig erfasste Daten vor, die eine vergleichende Gegenüberstellung erlauben. Die Daten werden täglich einmalig an einen Datenserver übertragen und sind dort für legitimierte Nutzer abrufbar und auswertbar. Eine tagesaktuelle online-Verfügbarkeit der Daten für alle Bürger*innen wird angestrebt.