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Präventive Ansätze in der Demenzversorgung

Aktualisierter Eintrag

Stadtteil

  • gesamtstädtisch

Handlungsfeld

  • Inklusion, Integration und Teilhabe

Kurzbeschreibung:

Wie aus dem aktuellen Sozialbericht ersichtlich, wuchs bezogen auf ihre Anzahl Ende 2012, die Anzahl der 75 bis 84-Jährigen (plus 15,1 Prozent) am stärksten an. Die Zahl der Hochaltrigen stieg um 0,7 %. Gerade in diesen Kohorten ist die Prävalenz, an einer Demenz zu erkranken, besonders hoch (bei jedem Dritten/jeder Dritten ist die Möglichkeit, an Demenz zu erkranken, wahrscheinlich). Hinzu kommt, dass ältere Menschen in Hannover zu einem hohen Anteil in Single-Haushalten leben, sodass bei schwierigen Lebenssituationen eine selbstverständliche Unterstützung aus der singulären Haushaltssituation heraus nicht erfolgen kann.

Die hier beschriebenen Ansätze fußen auf Überlegungen, Strategien und Projektierungen, die seit 2012 gemeinsam mit dem Netzwerk Demenz-aktiv unternommen worden sind.

  1.  Demzufolge besteht ein präventiver Ansatz darin, die Ausflüsse des Modellprojekts der Lokalen Allianzen für Menschen mit Demenz, die sich in Vorhabengruppen entäußerten, weiterzuführen. Beispielhaft genannt werden sollen hier die Vorhabengruppen „Socken im Kühlschrank – Kindern Demenz erklären“ und die Vorhabengruppe „Versorgung von Menschen mit Demenz im Krankenhaus“.
  2. Um die gesundheitliche Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern, wird es im Zusammenspiel mit der Ärztekammer darum gehen, Hausärzte mit ihrem Praxispersonal gezielt über das Erkrankungsbild Demenz zu informieren und auf unterstützende Dienste (SPN, Alzheimer Gesellschaft, Kompetenzzentrum Demenz, Helferkreise und Begleitdienste, Ergotherapiepraxen etc.) aufmerksam zu machen, denn Studien belegen, dass in der hausärztlichen Praxis eine adäquate Versorgung von Menschen mit Demenz (diagnostisch, medizinisch und psycho-sozial) noch Potential besitzt.
  3. In der Vergangenheit konnten durch Einsatz musischer und theaterpädagogischer Methoden bei der Betreuung von Menschen mit Demenz beeindruckende Erfolge erzielt werden. Damit die guten Erfahrungen ach an anderer Stelle umsetzbar werden, ist in Zusammenarbeit mit dem VDEK ein Präventionsprojekt zu verwirklichen.

Überordnete Ziele im Handlungsfeld:

Auf alter(n)sgerechte Quartiersentwicklung setzen…

MEIN HANNOVER 2030…

  • lebt durch die aktiven Quartiere mit guten sozialen, technischen und gesundheitsorientierten Infrastrukturen, die gemeinsam mit den Einwohner*innen vor Ort entwickelt werden.
  • ermöglicht allen Menschen bis ins hohe Alter ein selbstbestimmtes und aktives Leben in Gemeinschaft in lebendigen Quartieren.bietet familiengerechte Informationen und Infrastrukturen in den Quartieren,
  • die die Eigenständigkeit und Selbstorganisation von Familien unterstützt.
  • bezieht maßgeblich die geschlechterspezifischen Bedarfe in Planungs- und Gestaltungsprozesse ein und lässt viel Raum für Mitgestaltung.
  • sichert die Grundbedürfnisse von Menschen, die von Armut betroffen sind, und fördert den Zugang zu Teilhabeangeboten durch ein breites, verlässliches Netz und Lots*innen im Quartier.
  • hat eine gute, wohnortnahe Versorgung.hat gut funktionierende und versorgte Quartiere, die vom konstruktiven Dialog
  • aller Akteur*innen vor Ort gestärkt werden.
  • schafft den Rahmen für selbstbestimmtes, inklusives Leben aller.

Ziele für 2019:

  • Zu 1) Weiterführung der Vorhabengruppen
  • Zu 2) Durchführung von Informationsveranstaltungen für Hausärzte und Praxispersonal (ggfls. mit Übergabe von Hausarztmappen – in Anlehnung an die Initiative des Landkreises Hildesheim)
  • Zu 3) Umsetzung der Vorphase des Projekts „Gesundheitlichen Prävention in Einrichtungen der stationären Altenpflege; hier: Befähigung von Einrichtungen zur eigenständigen Planung und Umsetzung von Theaterprojekten mit Menschen mit Demenz“

 Zeitplanung:

Zu 1)

Ÿ    Vorhabengruppe „Socken im Kühlschrank – Kindern Demenz erklären“: in Kooperation mit dem AWO Senioren-Zentrum Ihmeufer weitere Kontaktaufnahmen mit Schulen und anderen geeigneten Akteuren im Stadtteil. Umgesetzt wurde eine Zusammenarbeit mit der Ratsschule in Berenbostel, die das Konzept von „Socken im Kühlschrank“ aufgriffen und ausgerüstet mit Demenzparcoursstationen und Gedächtnissieben am 20.05.2019 einen Projekttag in einer stationären Einrichtung der Altenpflege durchführten. Am 24.06.2019 wird das projekt „Socken im Kühlschrank“ einer 5. Klasse des Gymnasiums Limmer das Thema Demenz nahebringen.

Zu 2)

  • Vorbereitungs- und Planungstreffen der AG Hausarztmappe des Netzwerkes Demenz-aktiv mit Ärztekammer am 19.06..2019 zur Planung einer Informationsveranstaltung im November 2019

Zu 3)

  • Festlegung der Partnerorganisationen
  • Klärung der Rahmenbedingungen unter den beteiligten Partnern (Inhalte, Verständigung auf die jeweiligen Arbeitspakete und einer Zeitschiene für die Durchführung, Schließung von Kooperations- bzw. Honorarverträgen mit relevanten Akteuren (Theater, Schauspieler*innen, etc.)
  • Konstituierung eines Steuerkreises und Beschreibung seiner Aufgaben
  • Festlegung der wissenschaftlichen Fragestellungen

Absehbare Kosten:

Zu 1)

Bislang sind Kosten für Einsatz von Personal und in geringem Umfang für Sachmittel entstanden.

Zu 2)

Für die Durchführung der Informationsveranstaltung (ohne Hausarztmappe) werden 2.500 € kalkuliert. Die Kalkulation beruht auf Erfahrungswerten der Vergangenheit.

Zu 3)

Das Projekt wird zu 100 % vom VDEK gefördert (derzeitiges Fördervolumen 504.750,00 €)

Die unter der Rubrik „Maßnahmen“ unter Punkt 5 dargestellten Museumsveranstaltungen werden in einem Arbeitskreis geplant, bei der zuständige Mitarbeiter für den Themenkomplex Demenz mitwirkt. Die Veranstaltungen sollen am Weltalzheimertag am 21.09.2019 durchgeführt werden.

Beteiligung von Ratsgremien und Beschlusslage:

  • Infodrucksache Sozialausschuss

Externe PartnerInnen:

  • Netzwerk Demenz-aktiv
  • Stationäre Einrichtungen der Altenpflege
  • Theater
  • Altenpflegeschulen
  • Ärztekammer
  • Andere relevante Partner in den Quartieren 

Beteiligung der Öffentlichkeit:

  • Informationsveranstaltungen und Pressemitteilungen zu gegebener Zeit und in Abstimmung mit den externen Partnern.