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Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden

Am 8. Juli 2018 hat Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok vor dem Neuen Rathaus die Flagge des weltweiten Bündnisses Mayors for Peace hissen lassen. Sie symbolisiert den Einsatz des Netzwerkes für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen.

Eine Gruppe mit einem Banner auf einer Treppe. © LHH

Oberbürgermeister Stefan Schostok und Teilnehmerinnen und Teilnehmer der lokalen Friedensgruppen vor dem Neuen Rathaus.

Mit der Aktion appellierten die Bürgermeister für den Frieden an die Atommächte und weitere Staaten der Weltgemeinschaft, den im Juli 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen.

OB Schostok über das Hissen der Flagge

Oberbürgermeister Schostok erklärte: "Es ist das große Anliegen der Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki, der Hibakushas, die Atommächte und weitere Staaten aufzufordern, dem Vertragswerk beizutreten. Wir, die Bürgermeister für den Frieden, unterstützen mit dem Hissen unserer gemeinsamen Flagge diesen Wunsch."

Staaten mit Atomwaffen haben mit der Modernisierung ihres Arsenals begonnen 

Aktuell schätzt das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri, dass neun Staaten - die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel und Nordkorea - zusammen etwa 14.465 Atomwaffen besitzen. Das sind zwar 470 weniger als im Vorjahr, doch alle Staaten, die über Atomwaffen verfügen, haben entweder begonnen, sie zu modernisieren oder langfristige Programme dafür angekündigt, so das Institut. Oberbürgermeister Schostok: "Trotz einer Reduzierung der atomaren Sprengköpfe ist eine deutliche nukleare Abrüstung nicht in Sicht. Wir werden uns daher auch in diesem Jahr mit Nachdruck für das Ziel einer atomwaffenfreien Welt einsetzen."

Radtour zeichnet den Ernstfall nach

Im Anschluss an das Hissen der Flagge startete vor dem Rathaus eine vom Hiroshima-Bündnis Hannover, dem Friedensbüro Hannover und dem ADFC organisierte Fahrradtour. Sie informierte über die Auswirkungen im Falle einer Atombombenexplosion über dem Zentrum Hannovers.

Hintergrund

Mittlerweile nehmen mehr als 270 Städte an der deutschlandweiten Aktion teil. Der Flaggentag erinnert an ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs in Den Haag (das Hauptrechtssprechungsorgan der Vereinten Nationen), das am 8. Juli 1996 veröffentlicht wurde. Der IGH sagte einstimmig, dass die Atomwaffenstaaten verpflichtet sind, nach Art. 6 des 1968 geschlossenen Nichtverbreitungsvertrages (NPT) in redlicher Absicht Verhandlungen zur Abschaffung von Atomwaffen zu führen und die Atomwaffen auch tatsächlich abzuschaffen.