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Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

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Übung im Landesmuseum Hannover

Einsatz für den Notfallverbund Kulturgutschutz

Der Regionale Notfallverbund Hannover zum Kulturgutschutz hat das Ziel, zusammen mit der Feuerwehr eine professionelle Bergung und Sicherstellung von unersetzbaren Kulturgütern im Einsatzfall zu gewährleisten. Die Notfallpläne des Landesmuseums Hannover sowie die Zusammenarbeit mit Feuerwehr und Notfallverbund wurden bei einem Schadenszenario am Vormittag des 29. August 2018 geübt und überprüft.

Die hannoverschen Brandschützer erwartete vor Ort eine von außen sichtbare Rauchentwicklung aus dem Gebäude. © Feuerwehr Hannover

Die hannoverschen Brandschützer erwartete vor Ort eine von außen sichtbare Rauchentwicklung aus dem Gebäude.

Der Einsatzablauf

Gegen 10:10 Uhr löste die Brandmeldeanlage des Landesmuseums Hannover einen Alarm in der Regionsleitstelle Hannover aus. Telefonisch ging ein Notruf über 112 zu einer Rauchentwicklung im ersten Obergeschoss sowie der Räumung des Museums in der Leitstelle ein. Die Feuerwehrkräfte erwartete vor Ort eine von außen sichtbare Rauchentwicklung aus dem Gebäude. Durch den Einsatzleiter der Feuerwehr erfolgte nach Rücksprache mit der Notfallbeauftragten des Landesmuseums die Alarmierung der Notfallgruppe Kulturgutschutz, um eine Bergung und Sicherung von gefährdeten Exponate durchzuführen.

Einsatzziele

Das im Rahmen dieser Einsatzübung entwickelte Einsatzszenario sollte dazu dienen, die internen Abläufe des Landesmuseums in einem Schadenfall zu überprüfen, die Kommunikation zwischen Notfallbeauftragten und Einsatzleiter der Feuerwehr zu üben sowie die Bergung von wertvollen Exponaten einzuleiten. Die alarmierte Notfallgruppe war nach der Bergung aus dem Schadenobjekt für die sofortige Sicherung der Kulturgüter an der Einsatzstelle verantwortlich. 

Dazu stand eine spezielle Notfallausrüstung bereit, die verlastet in Containern durch Logistiker der Feuerwehr zur Einsatzstelle transportiert wurde. Hiermit standen Schutzausrüstung für die Helfer der Notfallgruppe sowie Ausstattung zur professionellen Verpackung und Schutz von Kulturgütern bereit.

"Mit der Konzentration von Notfallmaterial bei der Feuerwehr Hannover ist bei einem Einsatz des Notfallverbundes eine schnellere und umfassendere Erstversorgung von Kulturgütern möglich", betonte Feuerwehrchef Claus Lange. Matthias Görn, Betriebswirtschaftlicher Leiter des Landesmuseums Hannover, hob hervor: "Wir schätzen die Kompetenz und die Arbeit des Notfallverbundes Hannover sowie der Feuerwehr Hannover sehr. Die Übung hilft uns noch besser auf Gefahrensituationen vorbereitet zu sein, die hoffentlich nie eintreten werden."

Fazit

Der Leiter der Feuerwehr war mit dem Ablauf der Einsatzübung und insbesondere mit der Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten sehr zufrieden. "Erstmalig nach der Bereitstellung der Notfallausrüstung konnten in einer umfassenden Einsatzübung von der Alarmierung der Notfallgruppe bis zur Bergung und Sicherung der wertvollen Exponate des Museums alle Abläufe geübt werden", hielt Claus Lange als Fazit fest. Rund eine Stunde nach Alarmierung war die Einsatzübung beendet.

Informationen zum Regionalen Notfallverbund Hannover

Brände, Wasserschäden, Einstürze oder massive Beschädigungen von Gebäuden durch Stürme, Erdbeben oder Bauarbeiten: unersetzliches Kulturgut in Archiven, Museen und Bibliotheken wird durch solche Ereignisse bedroht, sogar massiv beschädigt oder vernichtet. Um dem Verlust von unschätzbaren Werten vorzubeugen und im Notfall die Schäden zu minimieren, wurde im Jahr 2009 der Regionale Notfallverbund Hannover zum Kulturgutschutz in Katastrophenfällen gegründet. Der freiwillige spartenübergreifende Zusammenschluss von Museen, Bibliotheken und Archiven hat den Zweck, in einem Notfall gegenseitige unentgeltliche personelle und technische Hilfe bei der Bergung oder Sicherstellung von Kulturgut zu leisten. Der Verbund zählt mittlerweile 20 Mitglieder in Stadt und Region Hannover und arbeitet eng mit Feuerwehr und Katastrophenschutzbehörden zusammen. 

Viele Mitglieder des Verbundes verfügen über Notfallboxen mit Ausrüstung zur Verpackung und zum Transport für beschädigtes Archiv-, Bibliotheks- und Museumsgut, die auch den Partnereinrichtungen im Notfall zur Verfügung stehen. Für ein größeres Schadensereignis wird jedoch sehr viel mehr Material gebraucht, als die einzelnen Einrichtungen vorhalten können. Dazu steht eine Notfallausrüstung bei der Feuerwehr der Landeshauptstadt bereit, die im Jahr 2014 aus Mitteln des Bundes und der regionalen Verbundpartner beschafft wurde. Insgesamt acht Container mit Notfallmaterialien sind im Logistikzentrum der Feuer- und Rettungswache 4 eingelagert und stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Im Bedarfsfall werden die Container auf ein Transportfahrzeug der Feuerwehr verlastet und zur Einsatzstelle transportiert, um schnellstmöglich eine angemessene Versorgung des geborgenen Kulturgutes sicherzustellen. Die Ausstattung umfasst vor allem persönliche Schutzausrüstung für die Helfer, Klapptische, Drehstapelbehälter und Stretchfolien zur Verpackung von Objekten und spezielle Folien zum Schutz von nicht beweglichen Kulturgütern.

Kulturgutschutzbeauftragte

Koordiniert und geleitet wird der Notfallverbund durch den Kulturgutschutzbeauftragten Martin Schmidt (stellvertretender Leiter des Niedersächsischen Landesmuseums Hannover) sowie seiner Stellvertreterin Dr. Cornelia Regin (Leiterin des Stadtarchivs). 

Der Verbund arbeitet eng mit Feuerwehr und Katastrophenschutzbehörden zusammen. In einer am 28. Oktober 2009 abgeschlossenen Vereinbarung sind Aufgaben und Struktur des Verbundes festgelegt. Die Alarmierung der Notfallgruppe Kulturgutschutz sowie der Kulturgutschutzbeauftragten erfolgt über die Regionsleitstelle Hannover. Als Sammelpunkt für die alarmierte Notfallgruppe ist die Feuer- und Rettungswache 2 in Hannover-Stöcken vorgesehen, seitens der hannoverschen Feuerwehr wird ein Sammeltransport der Notfallgruppe sowie auch der Notfallausrüstung zur Einsatzstelle sichergestellt. Eine Einweisung der Notfallgruppe zur Bergung und Sicherung des Kulturgutes an der Einsatzstelle erfolgt durch den Kulturgutschutzbeauftragten, dieser hat sich zuvor mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr über die einzuleitenden Maßnahmen abgestimmt.