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Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

Technische Hilfeleistung

Gasauströmung, zehn Häuser geräumt

26.06.2017 - Heute Mittag kam es auf der Kirchröder Straße in Höhe der Ebellstraße zu einer Gasauströmung aus einer Hauptversorgungsleitung. Aufgrund der latenten Explosionsgefahr in den angrenzenden Gebäuden räumte die Feuerwehr vorsorglich zehn Häuser und betreute deren 26 Bewohner und Bewohnerinnen in einem Großraumrettungswagen. Verletzt wurde niemand. Mitarbeiter von Enercity konnten das Leck nach gut zweieinhalb Stunden abdichten.

Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

Symbolbild Feuerwehr Hannover

Gegen 13:00 Uhr meldete ein Bautrupp von Enercity, dass in der Kirchröder Straße Gas aus einer Hauptversorgungsleitung (Durchmesser 200 mm, Überdruck 0,8 – 1,0 bar) ströme. Daraufhin alarmierte das Lage- und Führungszentrum der Feuerwehr zwei Löschzüge sowie Sonderfahrzeuge für die ABC-Gefahrenabwehr und die Gasbrandbekämpfung.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte hatte der Bautrupp bereits damit begonnen, das Erdreich um die vermutete Austrittsstelle auszubaggern, um so die Leckage exakt zu lokalisieren. Dabei war deutlich Gasgeruch wahrnehmbar.

Die Feuerwehr sperrte die Einsatzstelle umgehend weiträumig ab und führte in den angrenzenden Wohnhäusern Gasmessungen in den Kellern durch. Zudem öffneten die Brandschützer die umliegenden Kanal- und Versorgungsschächte. Während in den Kellern der Gebäude kein Gas festgestellt werden konnte, ergaben die Messungen in zwei Schächten, dass hier eine explosible Atmosphäre vorlag.

Da eine Ausbreitung des Gases von den außen liegenden Schächten über Versorgungs- und Entsorgungsleitungen in die Keller der angrenzenden Wohnhäuser nicht auszuschließen war, räumte die Feuerwehr zehn Gebäude. 26 Bewohner und Bewohnerinnen wurden bis zum Abschluss der Einsatztätigkeit in einem Großraumrettungswagen der Feuerwehr betreut und mit Getränken versorgt. Zudem stellte die Feuerwehr den Brandschutz mit Löschpulver sicher.

Parallel zu den Maßnahmen der Feuerwehr arbeiteten die Mitarbeiter von Enercity fieberhaft daran, die Leckage zu lokalisieren. Dieses gelang schließlich nach massiven Aushubarbeiten gegen 15:00 Uhr. Wie sich zeigte, befand sich das Leck in der Gasleitung direkt unter zwei quer darüber verlaufenden Leerrohren für Elektrokabel. Nachdem auch diese entfernt waren, zeigte sich ein „Schnitt“ in dem Gasrohr. Selbiges dichteten die Fachleute von Enercity innerhalb kürzester Zeit mit einer sogenannten Schelle ab.

Danach führte die Feuerwehr in allen betroffenen Versorgungsschächten und Kellern abschließende Messungen durch, die allesamt negativ waren, so dass Entwarnung gegeben werden konnte und alle Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren konnten.

Während der gesamten Einsatzzeit mussten die Kirchröder Straße sowie die Ebellstraße aus Sicherheitsgründen vollständig gesperrt werden. Davon betroffen waren auch die Stadtbahnlinien 4 und 5. Dadurch kam es im öffentlichen Nahverkehr zu erheblichen Behinderungen.

Die Beschädigung der Gasleitung beruhte auf einem Schnitt durch ein Stahlseil, welches zum Einziehen von Elektrokabeln in die Leerrohre zum Einsatz kam. Die Leerrohre selbst waren im Vorfeld so in das Erdreich eingebracht worden, dass sie an der Kreuzungsstelle mit einem Knick über die Gasleitung verliefen und diese berührten. Beim Verlegen eines Elektrokabel, welche mit einem Drahtseil in eines der Leerrohre gezogen wurde, schnitt selbiges an der Knickstelle zunächst durch das Leerrohr und anschließend in die Gasleitung.

Die Feuerwehr Hannover und der Rettungsdienst waren mit 17 Fahrzeugen und 46 Einsatzkräften bis 15:45 Uhr im Einsatz.