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Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

Brandeinsatz

Brand in Mehrfamilienhaus

14.05.2014 - Heute Abend kam es in einem Mehrfamilienhaus in der Straße In den Sieben Stücken, Stadtteil Hannover Groß-Buchholz, zu einem Brand. Der gesamte Treppenraum sowie die vier Wohnungen des Gebäudes waren komplett verqualmt und die zum Zeitpunkt des Brandausbruchs in ihren Wohnungen befindlichen drei Erwachsenen und zehn Kinder durch den Brandrauch akut bedroht. Ihr Fluchtweg war abgeschnitten. Während fünf Bewohnern dennoch vor dem Eintreffen der Feuerwehr die Flucht ins Freie gelang, mussten acht von ihnen über Leitern gerettet werden. Insgesamt wurden zwei Kinder im Alter von ein und vier Jahren, deren 26-jährige Mutter sowie eine 53-jährige Mieterin durch Rauchgase verletzt.

Einsatzkraft mit Atemschutzmaske © Ulrich Reinecke Photography

Einsatzkraft mit Atemschutzmaske

Um 19:51 Uhr meldeten mehrere Anrufer – unter anderem eine vom Rauch eingeschlossene Mieterin - dem Lage- und Führungszentrum der Feuerwehr Hannover den Brand in einem Mehrfamilienhaus in der Straße In den Sieben Stücken. Daraufhin wurden umgehend zwei Löschzüge der Berufsfeuerwehr, die Freiwillige Feuerwehr Buchholz sowie ein Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug alarmiert.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte hatten sich bereits fünf Personen ins Freie gerettet. Eine Mutter mit einer zunächst unbekannten Anzahl von Kindern machte sich im ersten Obergeschoß an einem Fenster bemerkbar, aus dem bereits dichter schwarzer Rauch drang. Eine Frau war auf einen Balkon auf der Rückseite des Hauses geflohen und rief dort um Hilfe. Auch ihre Wohnung war bereits stark verraucht. Allen war der Fluchtweg durch den Treppenraum abgeschnitten. Die Feuerwehr begann umgehend mit der Menschenrettung. Der Einsatzleiter löste zudem die Alarmstufe Massenanfall von Verletzten der Stufe 1 (5 bis 20 Verletzte Personen) aus.

Auf der Vorderseite brachten die Einsatzkräfte sechs Personen über eine Drehleiter in Sicherheit. Auf der Rückseite retteten sie zwei Personen über tragbare Leitern (sogenannte Steckleitern).

Da eine Mutter nach Ihrer Rettung aussagte, sie vermisse ihre einjährige Tochter und ihren achtjährigen Sohn, drangen sofort sechs Trupps unter Atemschutz zur Menschenrettung in das Gebäude ein. Glücklicherweise konnte kurze Zeit später Entwarnung gegeben werden. Die Kinder befanden sich bereits an der eingerichteten Verletztensammelstelle.

Alle betroffenen Bewohner des Hauses wurden durch mehrere Notärzte vor Ort untersucht. Eine 53-jährige Frau transportierte ein Rettungswagen mit einer Rauchgasvergiftung in eine Klinik. Zwei der geretteten Kinder (Mädchen 1 Jahr und Junge 4 Jahre alt) sowie deren Mutter (26 Jahre alt) wiesen erhöhte Kohlenmonoxidwerte im Blut auf. Sie wurden zur weiteren Behandlung mit dem Großraumrettungswagen der Feuerwehr Hannover in das Kinderkrankenhaus auf der Bult transportiert. Das Kinderkrankenhaus auf der Bult nahm zudem auch die anderen drei Kinder dieser Familie im Alter von drei, sieben und acht Jahren auf, damit diese bei ihrer Mutter bleiben konnten.

Die zweite sechsköpfige Familie (Mutter 32, drei Mädchen 6, 7 und 9 Jahre alt sowie zwei Jungen 18 Monate und 4 Jahre alt) konnte nach ärztlicher Untersuchung aus der Obhut des Rettungsdienstes entlassen werden.

Ursache der starken Rauchentwicklung war brennendes Gerümpel in einem Kellergang des Hauses. Das Feuer selbst konnte schnell gelöscht werden. Die Flammen beschädigten jedoch sowohl die Elektroversorgungs- als auch die Gasleitung derart stark, dass Mitarbeiter der Stadtwerke das Gebäude komplett energielos schalten mussten. Es ist zudem aufgrund der Rußablagerungen derzeit nicht bewohnbar.

Eine der beiden betroffenen Familien hat zunächst bei Freunden Unterschlupf gefunden. Die zweite Familie wird nach ihrer Entlassung aus dem Kinderkrankenhaus auf der Bult bis auf weiteres in einer Notunterkunft der Landeshauptstadt Hannover untergebracht.

Die Ursache des Brandes wird durch die Kriminalpolizei ermittelt. Die Höhe des Sachschadens beträgt nach ersten Schätzungen mehr als € 50.000,-.

Die Feuerwehr und der Rettungsdienst waren mit insgesamt 76 Einsatzkräften und 24 Fahrzeugen im Einsatz.