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Fünf bemalte Kinderhände © Dück, Region Hannover

Das Sozialpädiatrische Kita-Konzept ist ein fester Baustein der Frühen Hilfen in der Region Hannover.

Projekte der Frühen Hilfen

Das Kita-Konzept hilft, Defizite früh zu erkennen und betroffene Kinder zu fördern. Präventionsketten sollen allen Kindern - unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft - ein gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen.

KiTa-Konzept

Das Sozialpädiatrische Kita-Konzept ist ein fester Baustein der Frühen Hilfen in der Region Hannover. Die Erkenntnisse aus den Datensätzen der Schuleingangsuntersuchungen fordern dazu auf, Kinder nicht erst bei auffallendem Unterstützungsbedarf im Rahmen der Schuleingangsuntersuchungen im Alter zwischen 5 und 6 Jahren zu fördern, sondern deutlich frühzeitiger. Dabei zeigen die Daten ein vermehrtes Vorkommen von frühkindlichen Entwicklungsverzögerungen bei Kindern aus bildungsfernen und sozial benachteiligten Familien. Dabei kann die Kita als ein Schlüssel für die Umsetzung kompensatorischer Maßnahmen fungieren, um die Verzögerungen aufzuholen.

An dieser Stelle greift das Konzept, welches seit September 2015 direkt an Kitas ansetzt: Im Austausch mit den geschulten pädagogischen Kita-Fachkräften begleiten Kinderärztinnen und -ärzte die Kinder in den Einrichtungen, um bei Bedarf individuelle Fördermaßnahmen gemeinsam mit den Eltern zu entwickeln. Zusätzlich ist eine Psychologin der Familien- und Erziehungsberatungsstellen regelmäßig in Elterncafés oder Einzelberatungen für Erziehungsfragen der Eltern vor Ort. Somit können die Eltern vor Eltern können vor Ort in den Kitas niedrigschwellig Beratungsangebote nutzen, um ihre Kompetenzen hinsichtlich Gesundheit, Entwicklung und Erziehung ihrer Kinder zu stärken.

Derzeit nehmen 34 Kitas aus acht Kommunen am Kita-Konzept teil, damit werden bereits mehr als 3000 Kinder erreicht.

Das Kita-Konzept besteht somit aus mehreren Bausteinen:

  • Einführung eines einheitlich verwendete Verfahrens zur Entwicklungsbeobachtung und –dokumentation (EBD) durch Frau Prof. Koglin von der Carl-von Ossietzky-Universität Oldenburg, das von allen pädagogischen Fachkräften der teilnehmenden Kitas angewendet wird.
  • Regelmäßige kinderärztliche Beratungen und Untersuchungen vor Ort und in den Dienststellen durch das Team Sozialpädiatrie und Jugendmedizin der Region Hannover
  • Regelmäßige Sprechstunden zur Erziehung und Entwicklung durch Psychologen und Psychologinnen der Familien- und Erziehungsberatungsstellen (FEB) der Region Hannover
  • Eine individuelle Sprachförderung durch das Team Tagesbetreuung für Kinder in Kleingruppen
  • Individuelle Fördermaßnahmen des kommunalen Netzwerks Frühe Hilfen – Frühe Chancen
  • Eine wissenschaftliche Begleitung durch Frau Prof. Dr. Ute Koglin und Team der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Präventionsketten

Präventionsketten haben zum Ziel den Zugang von Kindern im Alter bis zu zehn Jahren und ihren Familien an den Angeboten zu sichern und ihre Teilhabechancen zu erhöhen. Dabei sollen vor allem die Chancen für Kinder aus benachteiligten Familien erhöht werden gesund und wohlergehend aufzuwachsen. Um diese Ziele zu erreichen sollen Akteure der Frühen Hilfen und der Jugendhilfe als auch bereits bestehende Netzwerke zusammengeführt werden, was ein untereinander abgestimmtes Handeln im Rahmen einer integrierten kommunalen Gesamtstrategie ermöglicht. Bei identifizierten Versorgungslücken sollen sowohl neue Angebote entwickelt werden als auch Brücken zwischen den Übergängen gebaut werden, damit die Selbstwirksamkeitserwartung der Kinder gestärkt wird und die gesundheitlichen Ressourcen erhöht werden. Dazu müssen Angebote zwischen den Bereichen Jugend, Gesundheit, Soziales, Bildung und Stadtteil- bzw. Nachbarschaftsentwicklung koordiniert und abgestimmt werden.

Seit 2017 werden in den drei Modellkommunen Barsinghausen, Garbsen und Seelze Präventionsketten eingeführt. Hierfür wird eine Koordination in der Region Hannover und in jeder Kommune eingerichtet, die dafür zuständig sind, die Präventionsketten in den Kommunen aufzubauen. Das Projekt wird unter anderem für drei Jahre von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. finanziert.