Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Vernetzung

Treffen von IRH und Integrationsbeiräten

Weit über hundert ehrenamtlich Aktive der kommunalen Integrationspolitik trafen sich im Neuen Rathaus zum Austausch.

120 Teilnehmerinnen sitzen in langen Stuhlreihen im Bürgersaal, der mit Deckenflutern hell erleuchtet ist. © LHH

Volles Haus im Bürgersaal

Am 1. November 2013 fand das nunmehr dritte Netzwerktreffen zwischen dem geamtstädtisch wirkenden Integrationsrat Hannover und den Mitgliedern der Integrationsbeiräte (I-Beiräte) auf Ebene der 13 Stadtbezirke statt. Die gut 120 Engagierten, die sich Rahmen ehrenamtlicher Kommunalpolitik bemühen, Hannovers interkulturelle Vielfalt in konstruktive Bahnen zu lenken, wurden in der einleitenden Rede von Oberbürgermeister Stefan Schostok besonders gewürdigt. Er begreife die Internationalisierung der Stadtgesellschaft als zukunftsweisende Chance.

Oberbürgermeister Stefan Schostok steht hinter einem Rednerpult und spricht in ein Mikrofon. Er hebt gerade beide Hände an. Neben ihm steht ein Banner, auf dem zu lesen ist: "Integration gemeinsam gestalten". © LHH

Oberbürgermeister Stefan Schostok bei seiner Rede

Nicht ohne Stolz lobte er die Courage der Stadt, Themen wie Integration und Antirassismus offensiv angepackt und konkrete Handlungsansätze im Lokalen Integrationsplan entwickelt zu haben. Auch die gute Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung, I-Beiräten und Integrationsrat zeige, dass Hannover in den letzten Jahren auf diesem Feld vieles erreicht habe.

Schostok ging auch auf die aktuelle Debatte um Begriffe wie „Integration“ und „Inklusion“ ein. Zum Begriff „Ausländer/in“ merkte er dabei eher scherzhaft an, dass er selbst beispielsweise auf Kuba nicht als „Ausländer“, sondern als „Internationalista" bezeichnet worden sei und ihm das gut gefallen habe. Letztlich müsse es immer um Teilhabe gehen, also die Chance aller Menschen in möglichst allen Bereichen des Stadtlebens aktiv teilzunehmen. Das gelte ganz besonders für jene, die aufgrund äußerlicher Merkmale – egal ob körperliches Handicap oder Migrationsgeschichte – bei der Teilhabe benachteiligt werden. Allein schon die große interkulturelle Vielfalt der hannoverschen Einwohnerschaft zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei, denn die Globalisierung bringe es mit sich, dass die Gesellschaft immer mobiler und dadurch auch bunter werde. Als neuer Chef der hannoverschen Verwaltung sehe er sich in der Pflicht, diese täglichen Veränderungen aktiv mitzugestalten, denn Integrationspolitik sei aus seiner Sicht „ein wesentlicher Bestandteil der Stadtentwicklung“.

Im Anschluss an Schostoks Rede stellte Melanie Walter, Leiterin des Sachgebiets Integration, Politik und Verbände, den weiteren Fortgang der Veranstaltung vor. Die Teilnehmenden hatten in den nachfolgenden vier Informations- und Diskussionsrunden die Chance aus 13 Themen auszuwählen, die an ebensovielen Informationsstationen zu Integrationsarbeit verschiedener städtischer Fachbereiche angeboten wurden.

Elf Menschen sitzen um einen Tisch im Mosaiksaal und hören Heinz Balzer zu. Im Hintergrund zeigt eine Stelltafel die Themen an, die hier besprochen werden: „Bürgerschaftliches Engagement“ und „Hannover-Aktiv-Pass“. © LHH

Große Runde zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement“ und „Hannover-Aktiv-Pass“ unter der Leitung von Heinz Balzer.

So stellte zum Beispiel Sigrid Ortmann vom Fachbereich Bildung und Qualifizierung mit einem Infotisch zur „Stadtteilkulturarbeit“ verschiedene Aspekte der Kinder- und Jugendbildung in den Stadtteilen dar. Am Tisch „Übergangsmanagement Schule/Beruf“ stieß die Druckausgabe des Maßnahmenkataloges auf große Nachfrage – allerdings war er schnell vergriffen (er kann hier heruntergeladen werden). An der Station wurde informiert, wie und warum die Stadt die Schulen dabei unterstützt, ihre Schüler/innen auf das Berufsleben vorzubereiten. Auch dem „Hannover-Aktiv-Pass“ – vorgestellt von Heinz Balzer vom Fachbereich Soziales – wurde viel Aufmerksamkeit zuteil. Mit diesem Pass können wirtschaftlich benachteiligte Menschen ihr ehrenamtliches Engagement dokumentieren und so Ermäßigungen zum Beispiel beim Eintritt in Museen oder bei der Nutzung von Sportvereinen und Bibliotheken erhalten.

Info- und Diskussionsrunde über Strategien gegen Rechtsextremismus © LHH

Info- und Diskussionsrunde über Strategien gegen Rechtsextremismus

Reger Andrang herrschte auch am Infotisch der „Stelle für Demokratiestärkung und gegen Rechtsextremismus“ (SDR). Hier stellte  Sebastian Schmidt vom Büro Oberbürgermeister das breite Aufgabenspektrum der SDR vor. Sie ist nicht nur eine Anlaufstelle für die Stadtgesellschaft und Verwaltung zugleich, sondern auch Präventions- und Netzwerkarbeit gehören zu ihren Aufgaben. Schmidt stellte zudem vor, wie die SDR zur Vernetzung bestehende Strukturen und zur Eindämmung rechtsextremistischen Gedankenguts beitragen möchte.

Zwei schwarzafrikanische Musiker sitzen im Gobelinsaal auf einem kleinen Podest und spielen auf Kora (eine Art Harfe) und Trommel. Vor ihnen steht ein Gesangsmikrofon. © LHH

Zum Ausklang gab es Live-Musik mit dem Kora-Spieler Ibrahim Kalilou Diabaté (links im Bild), der von einem weiteren Mitglied seiner Band „Kilinba“ an der Trommel begleitet wurde.

Weiterhin waren folgende Themen mit einer eigenen Informationsstation vertreten:

  • Zuwendung, Förderung, Projekte
  • Antidiskriminierungsstelle
  • Weiterbildung Integrationsbeiräte
  • Jugendschutz / Straßensozialarbeit
  • Ausländerbehörde / Einbürgerung
  • Sprachförderung / Rucksack-Programme
  • Übergang Schule-Beruf
  • Integration durch Sport (hier finden Sie die zugehörige Präsentation)
  • Projekt ALBuM
An mehreren weiß gedeckten Stehtischen stehen jeweils drei oder mehr Menschen und reden. Vor ihnen auf den Tischen stehen Getränke. © LHH

Nach der Veranstaltung tauschten sich die Teilnehmer/innen noch gut eine Stunde aus.

Nach dem Durchlauf der Stationen ließen die Teilnehmer/innen die Veranstaltung bei Buffet, Live-Musik von dem Kora-Spieler Ibrahim Kalilou Diabaté und Gesprächen in lockerer Atmosphäre ausklingen und nutzten die Gelegenheit, einander kennenzulernen und gemeinsame Projekte zu planen. Insgesamt also erfolgreiche und anregende Veranstaltung, die den Dialog ins Zentrum rückte und damit zukunftsweisend ist.