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Feld 1: Bildung

Von Grundschulen bis zur Erwachsenenbildung.

Ein gleichberechtigter und von der sozialen und ethnischen Herkunft unabhängiger Zugang zur Bildung ist eine maßgebliche Voraussetzung für geglückte Integration. Ein erfolgreicher Schulabschluss und eine fundierte Ausbildung und/oder ein Studium eröffnen gleichberechtigte Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe.

Städte müssen mit einem differenzierten Angebot auf die Vielfalt der Einwohnerschaft und deren Bildungsinteressen reagieren. Kooperationen unterschiedlicher Träger und Bildungssparten sowie Vernetzungen der Anbieter sind Voraussetzungen für eine interkulturelle Öffnung* der Bildungslandschaft und die Erreichung von Chancengleichheit.

Der aktuelle Integrationsbericht der Bundesregierung verweist auf besorgniserregende Entwicklungen bei der Schulbildung von Kindern aus Einwandererfamilien. Danach brechen rund ein Fünftel der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund ihre Schullaufbahn vor der Erreichung eines Abschlusses ab. Während bei den Jugendlichen ohne Migrationshintergrund 57 Prozent eine Berufsausbildung erfolgreich absolvieren, sind es bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund nur 23 Prozent. Rund 40 Prozent der in Deutschland lebenden Migranten besitzen keine abgeschlossene Berufsausbildung. Diese Zahlen verdeutlichen die Größe der Herausforderung für das Feld Bildung im Rahmen der Integrationspolitik. Sprache ist der entscheidende Schlüssel für den Schulerfolg und die darauf aufbauende Teilhabe am Erwerbsleben und in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Insbesondere durch die PISA-Studien ist auf den Zusammenhang zwischen unzureichenden deutschen Sprach-kenntnissen bei Schülerinnen und Schülern und der sozialen Herkunft und/oder dem Vor-handensein eines Migrationshintergrundes hingewiesen worden.

Die Landeshauptstadt Hannover hat in den letzten Jahren eine Vielzahl an zielgerichteten Bildungsmaßnahmen mit dem Schwerpunkt Sprachförderung eingeleitet. Sie finanziert die ganzheitliche Sprachförderung in den Kindertagesstätten inzwischen mit jährlich 1,1 Millionen Euro. Die Finanzierung der vorschulischen Sprachförderung mit Sprachförderkräften in Kindertageseinrichtungen durch das Land Niedersachsen wurde mit dem Jahr 2006 auf eine andere Fördergrundlage umgestellt. Dies hat zur Folge, dass für die Kindertagesstätten in der Landeshauptstadt Hannover von ehemals 1,4 Millionen Euro in 2005/2006 derzeit nur noch Landesmittel in Höhe von 980.000 Euro zur Verfügung stehen.

In Hannover wurden 2004 in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der Kindertagesstätten die „Leitlinien zur ganzheitlichen Sprachförderung der Landeshauptstadt Hannover“ herausgebracht. Fachbereichsübergreifend wurde darauf aufbauend das Konzept „Flächendeckende Sprachförderung für Migrantenkinder und Kinder mit Sprachschwierigkeiten“ entwickelt und ab 2005 umgesetzt.

Damit Sprachförderung den Schul- und Ausbildungserfolg von Kindern und Jugendlichen insbesondere mit Migrationshintergrund nachhaltig verbessern hilft, muss sie in Unterstützungssysteme in den Stadtbezirken eingebunden und durch eine Vielzahl von flankierenden Maßnahmen, die den Kindern und Jugendlichen weitere positive Erfahrungen und ein besseres Sprachverständnis vermitteln, erweitert werden.

Mehr und mehr liegt ein besonderer Schwerpunkt der Aktivitäten von Kindertageseinrichtungen und Schulen auf der Kooperation mit den Eltern, die die Bildungsbiographie ihrer Kinder maßgeblich prägen. Die verstärkte Förderung der Elternbeteiligung führt auch zu einer stärkeren Wahrnehmung der Kindertageseinrichtungen und der Schulen als Partner für das Erlernen von Fähigkeiten und Fertigkeiten.

Das Kapitel enthält folgende weitere Abschnitte:

Landeshauptstadt Hannover