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1.1 Elementarbereich

Ausgangslage

In dem Konzept „Flächendeckende Sprachförderung für Migrantenkinder und Kinder mit Sprachschwierigkeiten“ wird Sprachförderung mit Elternbildung und Angeboten der kulturellen Bildung im Stadtteil ergänzt, um über die Sprachförderung der Kinder auch ihre soziale Integration und ihre Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe zu fördern.

Seit Februar 2007 werden noch zusätzliche Mittel für diese Maßnahmen zur Verfügung gestellt. Damit wird die weitere Qualifizierung der Fachkräfte in den Kindertagesstätten ermöglicht und die Elternbildung zur „Sprachbildung mit Rucksack“* ausgebaut. Außerdem werden die Stunden für die Sprachförderfachkräfte in den an der Elternwerkstatt „Sprachbildung mit Rucksack“ beteiligten Kindertageseinrichtungen erhöht und das Elternbegleitprogramm HIPPY* ausgebaut.

Die hannoverschen Kindertagesstätten erreichen 97 Prozent aller Kinder in der Stadt, wobei 39,6 Prozent der von den Kindertagesstätten betreuten Kinder Migrationshintergrund haben. Dies entspricht genau ihrem Bevölkerungsanteil.

Eine vordringliche Aufgabe ist es, eine kontinuierliche Sprachförderung sicher zu stellen und den Übergang zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen zum Wohle der Kinder zu gestalten. Aus Sicht der Kindertagesstätten sollte die Sprachförderung bis zur Einschulung vollständig in ihrer Verantwortung liegen. Tatsächlich findet die Sprachförderung für Vorschulkinder aus Kindertageseinrichtungen in den Schulen statt. Die oft unterschiedlichen Zeitstrukturen in den Tagesabläufen dieser Einrichtungen führen zu Abstimmungsschwierigkeiten, die vermieden werden können.

Ziele

  • Kindertageseinrichtungen verstehen sich als Bildungseinrichtungen und fördern spielerisches Lernen und lernendes Spielen. Teil dieses Lernens ist auch die mehrsprachige Kommunikation, sodass alle Kinder in ihrer Sprachkompetenz als Voraussetzung für alle weiteren Bildungsprozesse gefördert werden.
  • Mehrsprachigkeit wird als Potenzial anerkannt, systematisch gefördert und erhält Raum in den Einrichtungen. Die Möglichkeiten zu einer bilingualen Kommunikation und Sprachförderung werden intensiver genutzt und ausgebaut. Beide Ansätze gelten für die Hauptherkunftssprachen der Eingewanderten in Hannover (Türkisch, Russisch, Serbisch/Kroatisch, Polnisch, Arabisch, Neu-Griechisch).
  • Mehrsprachige, interkulturell kompetente Teams sind für alle Einrichtungen – unabhängig vom jeweiligen Träger – wünschenswert. Ein bewusster Umgang mit Vorurteilen (anti-bias-Ansatz) sichert in Kindertageseinrichtungen diskriminierungsfreie Entfaltungsmöglichkeiten für jedes Kind.
  • Da Mädchen und Jungen in der Regel bis zum 10. Lebensjahr fast ausschließlich von Frauen betreut und gefördert werden und diese Tatsache es für die Jungen (insbesondere mit Migrationshintergrund) schwer macht, eine angemessenes männliches Rollenbild zu entwickeln und auszuprobieren, ist eine Erhöhung des Anteils männlicher Pädagogen anzustreben.
  • Die Eltern werden von den Kindertageseinrichtungen am Bildungsprozess ihrer Kinder beteiligt.
  • orhandene Ansätze von Elternbildung werden flächendeckend auch in Zusammenarbeit mit Organisationen von Migrantinnen und Migranten ausgebaut.
  • Die weitere Zusammenarbeit zwischen Elementar- und Primarbereich wird intensiviert. Priorität hat eine kontinuierliche Sprachförderung und eine unterstützende Gestaltung des Übergangs in die Grundschule für Kinder. Die Stadtverwaltung wird diese Zusammenarbeit aktiv und moderierend begleiten.

Handlungsansätze

Die Fort- und Weiterbildung des Fachpersonals wird intensiviert. Im Rahmen von Pilotprojekten soll eine Qualifizierung zu Themen der Zwei- und Mehrsprachigkeit (Zweitspracherwerb), interkultureller Erziehung und Sprachförderung erprobt werden.
Eine flächendeckende Sprachförderung wird im Rahmen des fachbereichsübergreifenden Konzeptes mit den drei Bausteinen: Elternbildung, systematische Sprachförderung für Kinder in der Kindertagesstätte und Vernetzung im Stadtbezirk umgesetzt.
Dieses Konzept und weitere Programme wie HIPPY*, FuN*, „Familie mit Zukunft“*, Familienzentren und Elternwerkstätten werden ausgeweitet und vernetzt.
Die systematische Sprachbildung wird in begleitenden Angeboten durch kulturelle Bildung (Literatur, Theater, Musik, Bildende Kunst) ergänzt. Die bereits erprobten Projekte der musikalischen Früherziehung werden ausgebaut.
Interkulturelle Bildungslotsen* sollen als Kontaktpersonen und „Brückenbauer“ eingesetzt werden; sie informieren über Bildungschancen und motivieren Eltern mit Migrationshintergrund. Eltern sollen so angeregt werden, aktive Partner für Kitas und Grundschulen zu werden. Zusätzlich sollen interessierte Eltern aus dem bisherigen Programm „Rucksack I“* mit dem Ziel weiter qualifiziert werden, sie als MultiplikatorInnen, KommunikatorInnen und  AnsprechpartnerInnen im Stadtteil einzusetzen. Sie werden eingebunden in die Arbeit von z.B. Familienzentren oder in Gemeinwesenarbeit und im Rahmen von Beschäftigungsförderungen eingestellt..
Für Tagesmütter werden vorhandene pädagogische Qualifizierungskurse zur Sprachförderung ausgebaut..
Die etablierte städtische Praxis, auch zweisprachige, pädagogisch ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher einzustellen, wird im Rahmen der Möglichkeiten fortgesetzt. Die Stadt ist bestrebt zugleich den Anteil von Erziehern zu erhöhen..
Soweit bilinguale Ansätze im Kitabereich realisiert werden, wird ein fließender Übergang in den Primärbereich angestrebt, insbesondere durch Schaffung bilingualer Grundschulen wie etwa der deutsch-französischen Schule. Dieser Gesamtansatz soll im Rahmen verschiedener Pilotprojekte erprobt und realisiert werden..
Frühe Leseförderung unter Einbeziehung von Eltern mit Migrationshintergrund wird in Projekten erprobt.

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