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GFZ

Die Projekte der fünften GFZ-Förderrunde

Internationaler Ausschuss folgte Vorschlag der GFZ-Jury.

Die Jury-Mitglieder des Gesellschaftsfonds Zusammenleben: Milan Pejić, Elif Gençay-Drews und Dr. Koralia Sekler, dahinter: Melanie Walter von der städtischen Stabsstelle Integration © LHH

Die Jury-Mitglieder Milan Pejić, Elif Gençay-Drews und Dr. Koralia Sekler, dahinter: Melanie Walter von der städtischen Stabsstelle Integration (v.l.n.r.).

Dr. Koralia Sekler, Mitglied der vierköpfigen Jury stellte dem Internationalen Ausschuss am 22. November 2012 ausgewählte Projekte des „Gesellschaftsfonds Zusammenleben” (GFZ) vor, die die Jury für förderungswürdig hielt unter dem Titel: „Hannover – mein Zuhause. Was verbirgt sich hinter der Willkommens­kultur?“.

Diesmal ging es um Fragen wie:

  • Wie begegnen sich Einheimische und Zugewanderte im Alltag und was ist nötig, damit Integration beiderseits gelingt? 
  • Welche Voraussetzungen sind gegeben und welche müssen benannt und erfüllt werden, damit sich alle Menschen in der Stadt willkommen fühlen? 
  • Welche Rolle spielen dabei die ehrenamtlichen Kulturvermittler/innen der Aufnahmegesellschaft? 

Gefördert werden sollten diesmal Projekte, die zum Beispiel Vertreter/innen von Aufnahme- und Zuwanderungsgesellschaft bei verschiedenen Aktivitäten zusammenbringen, oder die machbare Ideen entwickeln, die hannoversche Willkommenskultur zu verbessern. Die Bewerbenden sollten offen für Kooperationen mit anderen Projekt- und Ideenträger/innen sein, ihr Projekt auch in deutscher Sprache anbieten, ehrenamtliche Vermittler/innen einsetzen, generations- und herkunftsübergreifend, niedrigschwellig und nachhaltig zu arbeiten, ihre Projektergebnisse zu dokumentieren und zu präsentieren. 

Die Jury tagte mehrfach unter Seklers Leitung und sichtete Berge von Anträgen. Am Ende der Beratungen stand eine einvernehmliche Liste mit neun Projekten, deren Förderungen durch den Ausschuss bewilligt wurden.

1.

„Kritisch-reflexive Fortbildung von ProjektmitarbeiterInnen“

Prof. Dr. Hartmut Griese, Institut für sozial- u. erziehungswissenschaftliche Fortbildung (ISEF) 5.000 €
Das Projekt beinhaltet eine kontinuierliche interkulturelle Fortbildung einiger Akteure der Projekte, die ebenfalls eine Bewilligung zu dem 5. Ideenwettbewerb erhalten. Zu den geplanten vier Workshops werden Zukunftswerkstätten ausgeführt, bei denen die Workshops kritisch reflektiert werden. Ziel dabei ist die Weiterentwicklung und Stärkung der ProjektbegleiterInnen.

2.

„Frauen für Frauen – Mittelfelder Gesundheitspatinnen“ und „Willkommen (sein) in Mittelfeld“

Gemeinwesenarbeit Mittelfeld, SchMitt e.V. 27.240 €
Es handelt sich um eine Zusammenlegung von zwei Projekten zu einem vernetzten Kooperationsangebot über zwei Jahre. Zum einen handelt es sich um eine Qualifizierung und Fortbildung von Frauen unterschiedlicher Herkunft zu Patinnen im Gesundheitsbereich. Sie sollen Ansprechpartner für gesundheitliche Fragen werden und als Vermittler von professioneller Hilfe fungieren.
Zum anderen soll vor Ort durch gemeinsame Aktivitäten eine Möglichkeit geschaffen werden, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund zu motivieren, das Willkommen sein und zu Hause sein zu verstärken. Dieses Projekt setzt sich aus den Themenfeldern Bewegung, Kultur und Gestaltung/Natur zusammen. Durch den Spracherwerb und die Konfrontation mit dem Alltag soll eine Willkommenskultur für Alle entstehen.

3.

„Horch, was kommt von draußen rein“

Fachbereich Bildung und Qualifizierung, Stadtteilzentrum KroKus 13.000 €
Das Projekt beschreibt die Entstehung eines Theaterstückes auf Grundlage der Ergebnisse einer Schreibwerkstatt mit BewohnerInnen des Wohngebietes Kronsberg. Thema wird die Einwanderung und Integration von Menschen aus anderen Ländern und Kulturen in die Stadtgesellschaft sein. Hauptakteure sind im Wesentlichen Bewohner aller Altersklassen der Stadtteile, die in allen Stadien der Produktion des Stückes beteiligt werden. Die Laufzeit des Projektes beträgt ein Jahr.

4.

„Das rote Sofa“

Agnieszka Foit 8.000 €
Eine Lesestunde für Kinder im Alter von 6 – 10 Jahren. Das Literaturprogramm wird interkulturelle Aspekte der Gesellschaft beinhalten und bilingual vorgetragen. Den Kindern, aus allen sozialen Milieus, mit und ohne Migrationshintergrund, soll so der Zugang zur Weltliteratur ermöglicht werden. Stattfinden werden die Lesestunden, in Kooperation mit einigen Partnern, in öffentlichen Räumen, Freizeitheimen sowie auf Spielplätzen, sodass Allen der Zugang ermöglicht wird.

5.

„Maskentheater: Willkommen in Hannover – „Zu-Hause-werden“ in Hannover“

Katharina Pfaff und Maria Uhde-Müller 14.035 €
Das Projekt besteht aus sechs Abschnitten, in denen eine Maskentheater-Produktion entwickelt werden soll. Dieser Prozess beinhaltet u.a. die Szenenentwicklung, eigene musikalische Kompositionen sowie die Herstellung der Requisiten. In Zusammenarbeit mit dem Freizeitheim Vahrenwald, dem Schaniertheater e.V. und ehrenamtlichen Lotsen stellt das Vorhaben ein generationsübergreifendes Projekt dar. Angestrebt wird ein multikulturelles und generationsübergreifendes Projektklima, in dem sich die Darsteller durch die Masken in einem geschützten Raum entfalten können.

6.

„Lotsen für interkulturelle Begegnungen“

Tolstoi Hilfs- und Kulturwerk Hannover e.V. 14.520 €
Ein bis zwei Mal pro Monat werden durch Lotsen kulturelle Begegnungen zwischen einem deutschen und einem russischen Verein organisiert. Dabei soll es zu einem gegenseitigen Austausch kommen, sodass die Berührungsängste der beiden Gruppen schwinden und die Qualität der jeweiligen Angebote anerkannt wird. Bspw. besucht eine deutsche Frauensportgruppe eine Sportstunde eines russischen Vereins und umgekehrt.

7.

„Engagierte Migrantinnen für Nachhaltigkeit in Hannover“ (EMINAH)

Vernetzte Migrantinnen in Hannover 17.670 €
Das Projekt besteht aus zwei Modulen. Das Modul 1, Engagierte Migrantinnen für Nachhaltigkeit in Hannover, richtet sich an erwachsene Migrantinnen, die durch Ihre Familienrolle oft Schwierigkeiten bei der Integration haben. Sie stoßen oft, insbesondere wegen ihrer Sprachschwierigkeiten, auf Ablehnung bei der deutschen Aufnahmegesellschaft. Durch das Modul 1 sollen diese Frauen mithilfe verschiedener Angebote, bspw. durch kreative Arbeitsgruppen für den sprachlichen Austausch auf Deutsch, persönlich sowie sprachlich gestärkt werden. Das Modul 2, Begrüßungsrituale in Hannover, richtet sich an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahre mit und ohne Migrationshintergrund und deren Eltern. Die Kinder besuchen interessierte und mitwirkende Familien zuhause und erfahren dort auf verschiedene Arten die herkunftstypische Willkommenshaltung der Familien unterschiedlicher kultureller Herkunft.

8.

„Willkommenskultur – zusammen gestalten, voneinander lernen“

Verein für integrative Bildung, Betreuung und Chancengleichheit e.V. 18.000 €
Die Entwicklung eines musikalischen Märchens mit Kindern im Alter von fünf bis 14 Jahren und deren Eltern sowie Großeltern. Das Projekt besteht aus fünf Säulen (Gruppen), die zusammen ein musikalisches Theaterstück entwickeln. Angestrebt ist, das Märchen auf unterschiedlichen Bühnen Hannovers aufzuführen. In den Gruppen, insbesondere der Eltern/Großelterngruppe geht es auch darum, durch Gespräche aktuelle Nöte der Menschen zu erfahren und Hilfestellungen zu leisten. Außerdem wird ein Austausch zu unterschiedlichen Themen angestrebt, um Verständnis für die gegenseitigen Mentalitäten sowie den Zugang zu den deutschen Werten und Sitten zu finden. Das Projekt findet mehrsprachig statt und verläuft über ein Jahr.

9.

„Welcome Group“

Freiwilligenzentrum Hannover 28.500 €
Die Welcome Group wendet sich an neue Mitbürgerinnen und Mitbürger aus allen sozialen und gesellschaftlichen Gruppen und bietet einen unkomplizierten und individuellen Rahmen, um den
Start und das Willkommensein in Hannover zu erleichtern. Das Projekt ist darauf bedacht, insbesondere ArbeitsmigrantInnen anzusprechen, die u.a. über Personalabteilungen/Betriebsräte von Unternehmen kontaktiert werden können. Das Projekt beruht auf den Modulen Information, Kommunikation, Kontakte, Aktivitäten und Sprachkompetenz. Monatlich findet zusätzlich ein Treffen zum Welcome-Cocktail statt, welcher Informationen über Hannover, die Stadtteile, Umgebung u.v.m. bietet.