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GFZ

Die Projekte der sechsten GFZ-Förderrunde

Die Jury wählte neun Projekte zur Förderung aus.

Die Jury des Gesellschaftsfonds Zusammenleben © LHH

Die Jury-Mitglieder: Wolfgang Puschmann, Elif Gençay-Drews, Milan Pejić und Dr. Koralia Sekler (v.l.n.r.).

Auch im Jahre 2013 schrieb die Landeshauptstadt Hannover den mittlerweile sechsten Ideenwettbewerb des „Gesellschaftsfonds Zusammenleben“ (GFZ) aus. Das diesjährige Motto lautete "Beteiligen – Mitbestimmen – Entscheiden – Verantworten Hannovers junge Generation auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Von den eingegangenen Bewerbungen schlug die vierköpfige Jury dem Internationalen Ausschuss auf seiner 16. Sitzung am 29. September die folgenden neun Projekte zur Förderung aus dem GFZ-Fonds vor, dessen Förderungen allesamt vom Ausschuss bewilligt wurden.

1.

„24 Stunden Linden – ein musikalisches Theater aus Linden“

Kulturpalast-Linden e.V. 1.500 €
Bei dem Projekt handelt es sich um eine Bühneninszenierung, welche die Einzigartigkeit und Besonderheiten des Lindener Stadtteils hervorheben soll. Dabei wird den Bewohnern und Bewohnerinnen, insbesondere den Jugendlichen, die Möglichkeit gegeben selbst als Darsteller bzw. Darstellerinnen aufzutreten und ihre Geschichten zu erzählen. Die Laiendarsteller und -darstellerinnen werden durch Profis unterstützt. Durch vorherige Werkstätten wird das Bühnenprogramm vorbereitet. Dadurch haben die Jugendlichen die Chance, schöpferisch und kreativ tätig zu werden. Sie sind eigenverantwortlich für Ihre Darstellung zuständig. Durch den Umgang mit verschiedenen Personen wird die Toleranz und Kompromissfähigkeit der Jugendlichen gefördert. Diese Zusammenarbeit hilft den Jugendlichen ihre eigenen Fähigkeiten zu erkennen und auszubauen.
Die Projektlaufzeit beträgt vier Monate, zwei Monate im Frühsommer und zwei im Spätsommer.

2.

„Quattro Stationi – Hauptsache in Bewegung“

Wissenschaftsladen Hannover e.V. 17.200 €
Bei diesem Projekt handelt es sich um ein interdisziplinäres, kulturpädagogisches Beteiligungsprojekt, welches die kulturelle und integrative Teilhabe von Jugendlichen ab zwölf Jahren, insbesondere der Haupt- und Förderschulen Hannovers, fördert. In den Schulen werden Workshops zu Themen wie Abfallvermeidung, Klimaschutz, gesunde Ernährung, fairer Handel und weitere angeboten, für die sich die Schüler und Schülerinnen nach Interessenlage selbst entscheiden können. Das Projekt wird von den Initiatoren sowie Initiatorinnen begleitet und von den Jugendlichen, angefangen bei der Entwicklung bis zur Durchführung sowie Auswertung, gestaltet. Die Projektdauer beträgt drei Jahre.

3.

„Jungjournalistenschule für Kinder und Jugendliche aus Familien mit Migrationshintergrund“

Integrationszentrum Mi&V e.V. 15.000 €
Mithilfe der Jungjournalistenschule sollen Kinder und Jugendliche lernen eigene Recherchen zu aktuellen gesellschaftlichen Themen durchzuführen, die Ergebnisse zu analysieren und darzustellen. In Seminaren werden die Projektteilnehmer und Projektteilnehmerinnen mit den Grundlagen des Journalismus bekannt gemacht, sodass sie die notwendigen Kenntnisse erlernen, um eigenverantwortlich zu arbeiten und die für sie wichtigen Themen herauszufiltern. Das Ziel des Projektes besteht dabei vor allem in der Steigerung der Selbstständigkeit sowie der Entscheidungskraft und der Mitverantwortung der Jugendlichen. Die entstandenen Artikel sollen in der Internetzeitschrift „inter-focus.de“ veröffentlicht werden. Die Projektlaufzeit beträgt ein Jahr.

4.

„Mobbing hat mehrere Gesichter“

Can Arkadas e.V. 15.700 €
Bei diesem Projekt sollen Kinder und Jugendliche sich mit den Themen Mobbing und Diskriminierung konkret beschäftigen. Beginnen soll dies mit einem Kongress, der inhaltlich mit Workshops ausgestattet ist. Der von den Kindern und Jugendlichen organisierte Kongress soll unter anderem die Themen Formen, Orte und Akteure von Mobbing sowie Diskriminierung behandeln. Darauf aufbauend werden Arbeitsgruppen gebildet, die Hilfestellungen und Handlungsmöglichkeiten für Betroffene ausarbeiten und veröffentlichen. Ziel ist es, den interkulturellen Austausch zwischen den Kindern und Jugendlichen aufzubauen sowie die öffentliche Darstellung und Sensibilisierung von Mobbing und Diskriminierung zu verstärken.
Die Dauer des Projektes beträgt 15 Monate.

5.

„Welche Spuren wollen wir hinterlassen? Formen der Erinnerungskultur im Zeitalter der neuen Medien“

Grazyna Kamien-Söffker 15.700 €
Bei dem Projekt geht es um die Auseinandersetzung mit verschiedenen Veröffentlichungsformen. Jugendliche werden sich dabei mit Texten einer Zwangsarbeiterin aus dem Jahre 1943 auseinandersetzen. Durch die Analyse der Texte sollen die Jugendlichen für sich erkennen, welche Veröffentlichungsformen für sie gegenwärtig am ertragreichsten und sinnvollsten erscheinen. Die Botschaften der Zwangsarbeiterin sollen das Projekt inhaltlich begleiten, sodass diese Aussagen für die heutige Zeit mit eventuell anderen Formen der Veröffentlichung wiedergespiegelt werden. Dadurch entsteht eine gewisse Sensibilisierung für das Thema, welches die Vergangenheit Deutschlands negativ geprägt hat. Kooperationspartner, - partnerinnen sind unter anderem die Goetheschule, das Generalkonsulat der Republik Polen in Hamburg sowie die Gedenkstätte Ahlem, in der die Ergebnisse der Jugendlichen ausgestellt werden sollen. Die Projektlaufzeit beträgt zwanzig Monate.

6.

„Zukunft gestalten – Kinder aus verschiedenen Kulturen erarbeiten Vorstellungen für ihr gemeinsames Leben in Hannover“

IGS Südstadt 11.500 €
Bei diesem Projekt sollen Kinder und Jugendliche Möglichkeiten und Chancen einer gesellschaftlichen Entwicklung in Hannover, in der das Zusammenleben von den unterschiedlichsten Menschen selbstbestimmt und verantwortungsbewusst umgesetzt wird, erarbeiten. Das Projekt wird in das Schulprogramm der IGS integriert und besteht aus drei Modulen, in denen zum einen daran gearbeitet wird, wie das Zusammenleben in 2030 sein könnte, was die Kinder und Jugendlichen aus der Kultur ihrer Eltern mitbringen sowie andere wichtige Themen, die für ein tolerantes Miteinander wichtig sind. Die Projektlaufzeit beträgt 16 Monate.

7.

„Komm doch MIT“

gEMiDe beim BTEU e.V. 13.000 €
Mit diesem Projekt soll die junge Generation Hannovers lebensbegleitend und problemorientiert an die Aufgaben herangeführt werden, die sie zukünftig selbstständig und verantwortungsbewusst zu bewältigen hat. Dabei werden die unterschiedlichen Potentiale der Jugendlichen, aufgrund von verschiedenen kulturellen und religiösen Vorerfahrungen, ausgebaut. Die vorhandenen, aber oft unterschätzen, Fähigkeiten der Jugendlichen sollen durch pädagogisch angeleitete Übungen erkannt und verstärkt werden. Aus dem Bewusstsein der eigenen Fähigkeiten erwachsen oft Stärke und Zuversicht für das eigene Handeln. Die Projektlaufzeit beträgt ein Jahr.

8.

„Meine Welt – unsere Um-Welt“

Kurden Komitee Hannover e.V. 8.000 €
Bei diesem Projekt befassen sich Kinder und Jugendliche der 5. – 7. Klasse mit Lebenswelten sowie Umwelt- und Energiethemen. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten werden mit den Schulkindern, unter anderem der IGS Linden und der IGS Mühlenberg, zusammengetragen, dokumentiert und bewertet. Durch die Herausarbeitung von negativen und positiven Beispielen im Bereich Umwelt sowie bei Energiefragen, setzen sich die Jugendlichen bewusst mit ihrem eigenen Leben, ihrer Zukunft und den Umweltbedingungen auseinander. Dabei wird ihnen näher gebracht, wie wichtig gute Lebensbedingungen für die Entwicklung sind. Zusätzlich werden die Gruppenmitglieder zu Experten und Multiplikatoren ausgebildet, sodass sie ihre Erfahrungen und Tipps in ihren Familien, im Freundeskreis und in der Gesellschaft verbreiten sowie als Ansprechpartner dienen können. Die Projektlaufzeit beträgt ein Jahr.

9.

„Polinover.de“

Politik zum Anfassen e.V. 9.120 €
Bei diesem Projekt handelt es sich um ein Internet-Magazin von Schülern und Schülerinnen für Schüler und Schülerinnen, in dem sie das Geschehen in der Landeshauptstadt Hannover beobachten und erklären. Dabei sollen sie ihre eigenen Ideen einbringen und über das berichten, was sie spannend finden. Das Recherchieren, Filmen, Schreiben, Bewerben und Betreiben der Internetseite wird in einem Wahlpflichtkurs in den Schulen stattfinden. Ziel dabei ist es, der städtischen Demokratie ein jugendgerechtes Gesicht zu geben, die Jugendlichen vor extremistischen Tendenzen zu immunisieren und das allgemeine Interesse der jungen Generation an der Demokratie und Politik zu erhöhen. Das Projekt erstreckt sich über ein Schuljahr.