Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Gesellschaftsfonds Zusammenleben

Die Projekte der siebten GFZ-Förderrunde

13 Projekte erhalten Fördergelder aus dem Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ).

Etwa 20 Menschen sitzen in Stuhlreihen und schauen in die Richtung der Redner/innen © LHH

Volles Haus im Gobelinsaal

Ende April hatte der Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ) der Landeshauptstadt Hannover (LHH) das Thema des diesjährigen Ideenwettbewerbs verkündet und damit den Startschuss für die siebte Ausschreibungsrunde für den GFZ-Fördertopf gegeben. Aus einem Budget von jährlich 150.000 Euro werden innovative Starter-Projekte gefördert, die das gesellschaftliche Miteinander verbessern und natürlich zum Thema der jeweiligen Ausschreibung passen.

In diesem Jahr hatte sich die Jury auf das Thema „Hannover bildet durch Vielfalt“ geeinigt – damit griff sie das Handlungsfeld Bildung aus dem Lokalen Integrationsplan (LIP) auf, den der Rat 2008 beschlossen hatte. Bereits vorhandene regionale Bündnisse wie das MigrantenElternNetzwerk haben zwar wichtige Fortschritte erreicht – sie sind aber längst kein Grund zum Ausruhen bei der Umsetzung des LIP. Die Teilhabe an der heterogenen Bildungslandschaft in Hannover – so die Jurymitglieder bei der Verkündung – solle noch chancengerechter gestaltet werden.

Die Teilnehmer/innen waren aufgefordert, sich auch untereinander über Projektvorhaben zu informieren, denn so könnten ähnliche Projekte zusammengelegt und effizienter gestaltet werden. Der Anspruch der Chancengleichheit galt auch für die Bewerbungen, denn jedermann konnte teilnehmen. Eingeladen waren sowohl Privatpersonen wie auch Vereine und Verbände. Bei der Auswahl der zu fördernden Projekte waren unter anderem Faktoren wie die Innovationskraft und Wirksamkeit der jeweiligen Projekte, die Größe der Zielgruppe und die Beteiligung der Einwohner/innen mitentscheidend.

Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 2. Juni 2014 sind insgesamt knapp 40 Bewerbungen eingegangen. Die vierköpfige Jury unter der Kuratorin Dr. Koralia Sekler hat diese ausgewertet und ist schlägt dem Internationalen Ausschuss die 13 folgenden Projekte zur Förderung vor.

1.

„Walk macht fit“

Deutsche Gesellschaft Bildung für nachhaltige Entwicklung e.V. 6.000 €
Das Projekt ist ein Teil des größeren Projektes „Walk“, das benachteiligte Jugendliche des 7. und 8. Jahrgangs aus Förder- und Hauptschulen an außerschulischen Lernorten in ihrer beruflichen Qualifizierung unterstützt. Bei dem hier genannten Projekt sollen die Jugendlichen lernen, Verantwortung für einen eigenen Projektgarten zu übernehmen und ihr erworbenes Wissen an Jüngere, Gleichaltrige sowie Ältere weiterzugeben. Der Wunsch, einen eigenen Garten zu bewirtschaften kam von den Jugendlichen selber. Sie möchten handwerklich arbeiten, selber Führungen durch den Garten anbieten und die Ernte verarbeiten. Dabei soll auch Bezug auf verschiedene Handwerksberufe sowie Praktikumsmöglichkeiten genommen werden. Bevor die Arbeit im Projektgarten beginnt, besuchen die Jugendlichen ein dreitägiges Seminar zum Planen, Präsentieren und Leiten von Gruppen. Die Jugendlichen sollen so zur selbstständigen Arbeit und Entscheidungsfreudigkeit animiert werden. Das Projekts soll Jugendlichen die Chance gegeben, ihre Talente in der handwerklichen Arbeit sowie in der Teamarbeit zu entdecken. Kooperationen bestehen unter anderem mit der Ludwig-Windthorst-Schule, der Martin-Luther-King-Schule und einer Kleingartenkolonie in Kleefeld. Die Projektdauer beträgt zehn Monate.

2.

„Erfolgreich durch Vielfalt – das Bildungsnetz in Mittelfeld“

SchMitt e.V. 22.500 €
Mithilfe des Projektes sollen die gemeinsamen Bildungsprozesse im Stadtteil sowie ein chancengerechter Zugang zur Bildung weiter ausgebaut werden. Dies soll durch einen aktiven Prozess der Akteur/innen der Bildungsarbeit in Mittelfeld sowie der Bewohner/innen angeregt werden. Ziel ist die Entstehung einer vernetzten Bildungslandschaft. Außerdem sollen gezielt Maßnahmen zur Bildung für die im Stadtteil wohnenden Personen durchgeführt werden. Das Projekt gliedert sich dabei in vier Schwerpunkthemen: Bildung durch Sprache (1), Kultur (2), Vernetzung (3) und Ehrenamt (4). Die Chancen und Möglichkeiten, die durch eine gezielte Bildungsarbeit entstehen, sollen offensiv kommuniziert werden, sodass die Bewohner und Bewohnerinnen zur Eigeninitiative und Mitarbeit angeregt werden. Die Projektdauert beträgt zwei Jahre.

3.

„Das Bilderbuch als ein Weg, die Welt verstehen zu lernen“

Zentrum 2003 e.V. 6.300 €
Dieses Projekt widmet sich der Sprachförderung für bilinguale Vorschul- und Grundschulkinder aus Familien mit Migrationshintergrund und binationalen Familien. Dabei soll ein selbst gestaltetes Bilderbuch als Hilfsmittel zur Sprachförderung dienen und als Kommunikations- und Interaktionsmedium Normen, Werte sowie Rollenbilder vermitteln. Bestehende Sprachhemmungen sollen so spielerisch überwunden werden. Neben der Entwicklung der sprachlichen Fähigkeiten der Kinder werden durch die Selbstgestaltung des Buches die visuellen sowie taktilen Wahrnehmungen, die Feinmotorik sowie die Konzentration und Aufmerksamkeit der Kinder gefördert. Das Projekt ist zeitlich auf ein Schuljahr ausgerichtet.

4.

„Masken und Klang – Stärken der Dialogfähigkeit und sozialen Aufmerksamkeit“

Freizeitheim Vahrenwald 7.000 €
Das generationsübergreifende und interkulturelle Projekt dreht sich um Maskenbau und Maskenspiel. Es verknüpft Handeln und Sprache miteinander und erweitert das Wahrnehmungsspektrum der teilnehmenden Schüler und Schülerinnen sowie Erwachsenen. Die Dialogfähigkeit sowie die Konfliktbewältigung sollen, als wichtige Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit anderen Menschen, in den unterschiedlichsten Lebenssituationen gestärkt werden. Das Handwerk des Maskenbaus wird erlernt und das Maskenspiel bietet eine Vielfalt an verbalen und nonverbalen Möglichkeiten der Kommunikation. Diese Effekte sollen vor allem durch die Teamarbeit, durch das Verstehen und Umsetzen von Arbeitsaufträgen und durch die Selbstpräsentation vor anderen Projektteilnehmer/innen erreicht werden. Das Projekt richtet sich unter anderem an Eltern aus dem Stadtteil, an Stadtteil- sowie Rucksackmütter, Schüler und Schülerinnen der IGS sowie an diejenigen, die einen besonderen Förderungsbedarf haben. Die Projekt ist auf eine Dauer von eineinhalb Jahren angelegt.

5.

„Werkstatt Neue Medien“

Freizeitheim Vahrenwald 10.433 €
Durch dieses Projekt soll jedem die Möglichkeit geboten werden, Neue Medien kennenzulernen. Verschiedene Formen der Neuen Medien sollen in unterschiedlichen Modulen generationsgerecht bearbeitet werden, sodass durch die aktive Nutzung Berührungsängste abgebaut werden. Angeboten werden fünf Module, die unabhängig voneinander stattfinden können. Dabei sollen die Kompetenzen und Fähigkeiten der Teilnehmenden entdeckt sowie gefördert werden. Nach Ende des Projektes ist eine Weiterführung geplant, bei der die Projektteilnehmenden als Multiplikatoren und Multiplikatorinnen dienen sollen. Die Dauer des Projektes beträgt 15 Monate.

6.

„PROJEKT-TOUR-LATEINAMERIKA“

Südamerika-Zentrum Hannover e.V. 6.090 €
Das Projekt beschreibt eine Bildungsreihe durch die soziale und kulturelle Vielfalt Lateinamerikas. Innerhalb dieser Reihe soll eine bilinguale Bildungsreise durch fünf Sozial- und Bildungsprojekte der Entwicklungszusammenarbeit mit Lateinamerika durchgeführt werden. Außerdem soll es ein interkulturelles Beratungsangebot von Länderexpert/innen für Personen geben, die einen längeren Aufenthalt (Auswanderung, Studium, Praktika, soziales Engagement) in lateinamerikanischen Ländern planen. Weiter wollen die Projektverantwortlichen auch ihr Wissen und ihre Erfahrungen über globale Themen, wie Geographie, Wirtschaft, Bildung oder Kultur der lateinamerikanischen Länder weitergeben. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Verein CASA LATINA durchgeführt und richtet sich insbesondere an Schüler und Schülerinnen, Studierende sowie Bildungsträger und -trägerinnen der Stadt Hannover. Die Laufzeit beträgt 16 Monate.

7.

„Heute Teenager – Morgen IngenieurInnen“

Bildung und Beruf e.V. 10.800 €
Durch das Projekt soll technikinteressierten Jugendlichen die Chance der beruflichen Orientierung mithilfe von praktischen Anwendungen geboten werden. Unter Anleitung sollen die Teilnehmenden anhand der Schiffmodellierung funkferngesteuerte Schiffsmodelle anfertigen. Dadurch werden die technisch-kreativen Fähigkeiten gefördert und entsprechende Kenntnisse, bspw. im Umgang mit Werkzeugen, Baumaterialien sowie in der Planung und Umsetzung, entwickelt. Eine weitere Zielsetzung des Projektes ist die Steigerung der Chancengleichheit für Jugendliche aus sozial schwachen Familien. Das Vorhaben richtet sich an Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren und hat eine Laufzeit von eineinhalb Jahren.

8.

„Brücke über die Lücke – Fit für Schule und Gesellschaft“

Verein für integrative Bildung, Betreuung und Chancengleichheit e.V. 22.000 €
Durch das Projekt sollen Kinder im Alter ab drei Jahren unterschiedlicher Herkunft in ihrer Sprachentwicklung, Identitätsfindung und Integrierung in die deutsche Gesellschaft gefördert werden. Eine gezielte frühkindliche Pädagogik spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Vorschulbildung und Vorbereitung der Kinder auf das Schulleben, die sprachliche Entwicklung sowie die Heranführung an die deutsche Gesellschaft soll mithilfe von unterschiedlichen Modulen, unter anderem rhythmisches Sprechen, Nachsprechen, Rezitationen und Stehgreifspiele, erreicht werden. Ein weiteres tragendes Modul des Projektes ist die Kooperation mit dem Elternhaus als erste Sozialisationsinstanz. Durch Aufklärungsarbeit bei den Eltern soll vor allem erreicht werden, dass die Mehrsprachigkeit als persönliche und gesellschaftliche Ressource anerkannt und geschätzt wird. Die Projektlaufzeit beträgt zwei Jahre und drei Monate.

9.

„Vielfältige Bildung am Spargelacker“

Diakonisches Werk Stadtverband Hannover e.V. 7.020 €
Unter dem Leitspruch „Bildung ist der Schlüssel zur Integration“, setzt das Projekt auf die Bereitstellung von Bildungsangeboten, die es Migrant/innen ermöglichen, vor Ort, bzw. wohnortnah, diese in Anspruch zu nehmen. Die Maßnahmen bieten die Chance auf Teilhabe für alle Interessierten. Durch das Projekt sollen die Teilnehmenden unter anderem ihre (deutschen) Sprachkenntnisse verbessern, den Umgang mit neuen Kommunikationsmitteln erlernen, Sicherheit in der alltäglichen Gesprächsführung erlangen sowie ihr Selbstbewusstsein stärken. Das Projekt ist generationsübergreifend für Jedermann zugänglich und erstreckt sich über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren.

10.

„Tour der Kulturen “

IGS Büssingweg 9.800 €
Das Projekt beinhaltet zum einen ein interkulturelles Fest, bei dem die vielen verschiedenen Kulturen der Schulgemeinschaft bewusst sichtbar gemacht werden und der Blick der Schüler/innen sowie der Eltern, vor allem aus bildungsfernen und sozial schwächeren Familien, für andere Kulturen geschärft wird. Dadurch sollen Schwellenängste sowie Vorurteile abgebaut und ein wertschätzendes sowie gleichberechtigtes Miteinander gefördert werden. Außerdem beinhaltet das Projekt die Entwicklung eines Elterncafés, welches als Begegnungsstätte für Eltern, Lehrkräfte und außerschulische Partner und Partnerinnen dienen soll. Dieses Café soll als Brücke zwischen der Institution Schule und dem Elternhaus verstanden werden. Dort können sich Eltern auch in ihrer Herkunftssprache über das Bildungssystem, die Schulorganisation, aber auch über außerschulische Aktivitäten informieren. Das Projekt erstreckt sich über zwei Jahre.

11.

„Kulturelle Vielfalt lernen und erleben“

Kulturpixel – Gesellschaftliche Vielfalt im Blick e.V. 12.000 €
Das Projekt soll Schüler/innen, Lehrkräfte und Eltern für einen respektvollen, wertschätzenden und gewaltfreien Umgang miteinander in einer diversen Gesellschaft sensibilisieren. Durch das Projekt sollen Kompetenzen, unter anderem Kenntnisse über verschiedene Kulturen und Religionen, die Reflexion der eigenen Herkunft sowie Fähigkeiten, Konflikte friedlich zu lösen, vermittelt werden. Außerdem sollen soziale Kompetenzen, die für den weiteren Lebens- und späteren Berufsweg von Bedeutung sind, vermittelt werden. Den Schülerinnen und Schülern wird durch offene Unterrichtsformate, durch Exkursionen oder auch Zeitzeugengespräche die Möglichkeit gegeben, nach ihren eigenen Interessen und Veranlagungen kennenzulernen. Aktionen zusammen mit den Lehrkräften und Eltern sollen gemeinsame Erfahrungen und integratives Lernen ermöglichen. Hauptzielgruppe sind die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse, die sich im Rahmen des Ganztagsangebotes für die Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft „Kulturelle Vielfalt lernen und erleben“ entscheiden. Eine Kooperation mit der IGS Südstadt ist vorgesehen. Die Gesamtdauer des Projektes beträgt 14 Monate.

12.

„Die Kunst im Rucksack“

Marie Lieberum 4.950 €
Die Zielsetzung des Projektes ist ein Heranführen von verschiedenen Multiplikator/innen an die Institution Museum, wodurch später das Heranführen insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund erreicht werden soll. Im Zuge des Projektes sollen Rucksackmütter sowie Stadtteilmütter als Multiplikatorinnen an einem Workshop im Museum teilnehmen. Dieser Workshop soll über die Institution Museum, ihren Bildungsanspruch und die Möglichkeit eines außerschulischen Lernortes informieren. Dabei soll insbesondere auf die verschiedenen Angebote der Museen aufmerksam gemacht werden. Die Teilnehmenden können ihre Bedürfnisse und Vorstellungen zu den Angeboten der Museen direkt äußern. Der Workshop soll die Gelegenheit geben, aktiv an den Themen Bildung, Kultur, Gesellschaft und Geschichte zu partizipieren und den Impuls für nachfolgende Besuche der Museen mit den verschiedenen Gruppen bieten. Die Besuche sollen im Anschluss an den Workshop durch die Multiplikatorinnen und Multiplikatoren und ihren eigenen Gruppen erfolgen. Mithilfe der Multiplikatorinnen und Multiplikatoren können die von ihnen betreuten Gruppen eine Annäherung und einen ersten Eingang zur Bildungsinstitution Museum erlangen. Einige Museen haben bereits ihr Interesse bekundet. Die Projektdauer beträgt fünf Monate.

13.

„rhythm & stories“

Kulturpalast Linden e.V. 2.575 €
Das Projekt beinhaltet die Erarbeitung einer musikalischen Aufführung. Es soll ein Raum geschaffen werden, in dem Menschen unterschiedlicher musikalisch-ethnischer Identität mit Jazz-Musikern und -Musikerinnen der Hochschule Hannover zusammen kommen und im gegenseitigen Austausch voneinander lernen. In einer Geschichtenwerkstatt sollen die Teilnehmenden ihre Erfahrungen mit ihrer Umgebung, ihren Lebenssituationen und ihren kulturellen Eigenschaften umsetzen. Innerhalb eines kreativ-pädagogischen Prozesses soll die Möglichkeit geboten werden, Texte selber zu schreiben und diese in das musikalische Programm zu integrieren. Die Projektdauer beträgt vier Monate.

Unten die diesjährige Ausschreibung zum Download: