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GFZ

Wie fühlt es sich an, als Geflüchtete*r in Hannover anzukommen?

Drei Geflüchtete erzählen über ihre Erfahrungen, Ziele und Wünsche.

mensch und region GbR hat zusammen mit dem Nachbarschaftskreis Siloah drei Geflüchtete interviewt. Das Videoprojekt wurde u.a. gefördert vom Gesellschaftsfonds Zusammenleben der Landeshauptstadt Hannover.

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3 Perspektiven - Leben in Hannover

Das vom Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ) der Landeshauptstadt Hannover geförderte Projekt G.R.U.N.D.R.E.C.H.T.E. in Hannover-Linden stärkt mit unterschiedlichen Aktionen das Verständnis der Menschen füreinander. Die Aktionen werden durch Beteiligung und Kooperation verschiedener Initiativen und engagierter Menschen aus Hannover realisiert. Zentrales Thema der Aktionen sind die Grundrechte. Im Kern geht es darum, Grundrechte gemeinsam kennen- und verstehen zu lernen und Personen bzw. Gruppen, deren Grundrechte nicht ausreichend beachtet werden oder die ihre Grundrechte nicht ausreichend kennen und nutzen, in der Wahrnehmung ihrer Grundrechte zu unterstützen.

Als eine Aktion des Gesamtprojektes hat der Nachbarschaftskreis Siloah in Zusammenarbeit mit Daniel-Frederick Fischer und mit Unterstützung von mensch und region einen Kurzfilm mit dem Titel "3 Perspektiven – Leben in Hannover" erstellt. Für diesen Kurzfilm wurden drei Personen interviewt, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und nun in Hannover leben. Rama Albrijawi, Hassan Samadi und Hassan Abdulmaula erzählen in diesem Kurzfilm über ihre Erfahrungen, Ziele und Wünsche.

Die Interviews mit Rama, Hassan und Hassan fanden in ihren Wohnungen statt. Die eigenen vier Wände, egal ob in einer Mietwohnung oder im Wohnheim für Geflüchtete, sind ein sehr privater Ort. Mit dem Kurzfilm soll ein möglichst persönlicher Bezug der Interviewten zu den Zuschauer*innen hergestellt werden. Durch die Erzählungen von Rama, Hassan und Hassan wird deutlich, dass ihre Geschichte und die Gründe für ihre Flucht aus der Heimat individuell und unterschiedlich sind. Eines haben sie jedoch gemeinsam: sie haben in ihrer Heimat keine Zukunft für sich gesehen. Nun leben sie in Hannover, in der Hoffnung, hier einen Ort gefunden zu haben, an dem sie ihre Wünsche und Ziele realisieren können. Das dies nicht ganz einfach ist, wird in den Gesprächen klar – Sprachbarrieren, bürokratische Hürden, Ungewissheit aufgrund des Aufenthaltsstatus sind nur einige von vielen Herausforderungen, denen sich geflüchtete Menschen stellen müssen.

Ziel des Films ist es, für die Situation der Geflüchteten zu sensibilisieren und ein realistisches Bild ihres Lebens in Hannover mit Berichten aus erster Hand zu vermitteln. In den Nachrichten werden Zahlen zu Einwanderung und Abschiebung genannt, die Menschen hinter diesen Zahlen bleiben oft im Verborgenen. Der direkte Kontakt und Austausch zwischen ‚alten‘ und ‚neuen‘ Hannoveraner*innen ist meist die Ausnahme und weniger die Regel. Ein gegenseitiges Kennenlernen findet oft nicht statt. Verständnis füreinander ist so nur schwer möglich.

Das Thema Integration und die Frage, wie wir zusammenleben möchten wird auch in Zukunft eine zentrale Rolle in Deutschland und Hannover einnehmen. Integration ist keine Einbahnstraße. Alle Einwohner*innen, egal ob hier geboren oder erst seit kurzem in Hannover zuhause, haben die Chance, sich für ein offenes gesellschaftliches Miteinander einzusetzen. Gesprächs- und Hilfsbereitschaft, Empathie, Verständnis und gegenseitiger Respekt sollten die Grundpfeiler unseres Zusammenlebens sein.

Hannover ist eine bunte und lebenswerte Stadt. Gemeinsam sollten wir uns darum bemühen, dass sie es bleibt und die Buntheit zur Normalität wird.