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Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ)

Die GFZ-Projekte zur Überarbeitung des LIP

Eine Bewertung des Lokalen Integrationsplans (LIP) von 2008, darum drehen sich elf aktuell durch den GFZ geförderte Projekte, denn der LIP wird in Kürze neu aufgelegt.

Während andere Kommunen im letzten Jahrzehnt noch über Sinn und Zweck eines eigenen Integrationskonzeptes diskutierten, machte die hannoversche Stadtgesellschaft sich schon im Jahr 2007 an die Arbeit. Ziel der Beratungen war es, ein umfassendes Konzept zu entwickeln, um die gleiche Teilhabe aller Menschen in Hannover einschließlich der Eingewanderten und ihrer Kinder voranzubringen und Teilhabe-Barrieren abzubauen. Eineinhalb Jahre später beschloss der Stadtrat den Lokalen Integrationsplan – ein über 100 Seiten starkes Gesamtkonzept mit konkreten Handlungsfeldern, das bis heute Auswirkungen auf das Stadtleben hat. Dabei wird der LIP wird nicht allein als Handlungsempfehlung verstanden, sondern als verbindliche Querschnittsaufgabe der Stadtgesellschaft, Politik und Verwaltung.

Doch mittlerweile ist das Papier über zehn Jahre alt – in diesem Zeitraum ist eine Menge passiert. Gerade während der verstärkten Einwanderung der Jahre 2015 und 2016 wurde deutlich, dass die Stadt sich langfristig neu aufstellen muss. Das bedeutet auch, dass der LIP, der noch von einer Realität ohne neue Einwanderung geprägt war, grundüberholt werden muss.

Als eines der Projekte des LIP entstand 2009 der Gesellschaftsfonds Zusammenleben (GFZ), ein Fördertopf mit jährlich 150.000 €, aus dem jedes Jahr innovative Projekte gefördert werden, die der Umsetzung des LIP dienen. Nur die XI. Förderrunde Ende 2018 war es etwas anders konzipiert, denn diesmal waren nicht einzelne von der GFZ-Jury ausgewählte Handlungsfelder das Thema, sondern der gesamte LIP sollte unter die Lupe genommen werden. Unter dem Titel „Erfahrung für die Zukunft! Zehn Jahre Lokaler Integrationsplan – wie soll es weitergehen?“ waren die Bewerber*innen aufgerufen, Projektvorschläge einzureichen, die den LIP und seine Umsetzung in den letzten zehn Jahren bewerten. Elf Projekte wurden durch den GFZ gefördert, und die Ergebnisse können sich sehen lassen.

So veranstaltete das Institut für Politikwissenschaft der Leibniz Universität Hannover Ende Juni eine Tagung mit dem Titel „Bretter, die die Welt bedeuten“, auf der verschiedene didaktische und pädagogische Ansätze diskutiert wurden, wie Integration besser gelingen kann.

Auch die anderen hannoverschen Projektträger waren nicht untätig. Das MiSO-Netzwerk Hannover e.V. organisierte gemeinsam mit Kargah e.V. und Faust e.V. einen Zukunftskongress, in dem innovative Ideen diskutiert und konkrete Vorschläge für die Neuauflage des LIP erstellt wurden. Der Verein Bulgar(i)en in Hannover e.V. veranstaltete zusammen mit dem Diakonischen Werk Hannover und Eurokunst Ljuba Gerganova im Mai die „Bulgarischen Kulturwochen“, in denen nicht nur die eingeladenen Referent*innen über Migration und Teilhabe informierten, sondern auch in einem Podiumsgespräch Bilanz zogen und mit den Besucher*innen Veränderungsvorschläge diskutierten. Die Ergebnisse der Diskussionen wurden drei Wochen später in der Matthäuskirche öffentlich präsentiert.

Doch in den meisten Projekten sind die Resultate noch nicht veröffentlicht. Der Verein Schmitt e.V. prüfte zum Beispiel in seinem Projekt „GFZ-Projekte – Impulse für integrative Entwicklungen“ die im Stadtteil Mittelfeld durchgeführten Projekte auf ihren Beitrag zur Umsetzung des LIP. Die Ergebnisse werden, wie die aller anderen Projekte, auf der offiziellen Auftaktveranstaltung zur Überarbeitung des LIP am 17. Januar 2020 präsentiert – es bleibt also spannend.

Sieben Personen - zwei Frauen und fünf Männer - sitzen kreisförmig an zusammengeschobenen Tischen und diskutieren miteinander. © IPP

In den GFZ-Projekten wurde der LIP kritisch unter die Lupe genommen.

Auch im Stadtteil Mühlenberg fand eines der aktuellen GFZ-Projekte statt. Das Team der „Brückenbauer*innen“ des Instituts für pädagogische Professionalität veranstaltete im Rahmen des Projekts „ViP im LIP“ zwei Konferenzen, in denen sich Fachleute, Geflüchtete und hauptamtliche Betreuer*innen aus den Flüchtlingsunterkünften austauschten und ihre Vorschläge für den Überarbeitungsprozess des LIP festhielten.

Das Projekt „Die Lounge Hannover“ von „mensch und region“ GbR kreiste um ein digitales Beteiligungsformat. Gemeinsam mit Geflüchteten wurde eine mehrsprachige und niedrigschwellige Online-Befragung von Neueingewanderten entwickelt. Mit diesem Format wird u.a. gefragt, ob der LIP und die damit verbundenen Angebote bekannt seien und in welchen Teilbereichen nach Meinung der Befragten noch mehr getan werden müsse.

Eine Übersicht zu allen im Jahr 2018 geförderten Projekten finden Sie hier.