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Mein Hannover 2030

Zukunftswerkstatt im Bezirk Nord

In der Bürgerschule wurde über Zukunft in Vielfalt diskutiert.

Am 17. und 18. April fand nun die letzte von drei Zukunftswerkstätten statt, zu denen die jeweiligen Integrationsbeiräte – mit Unterstützung vom Sachgebiet „Integration“ der Landeshauptstadt Hannover – aufgerufen hatten. Austragungort war dieses Mal die Bürgerschule in der Nordstadt. Auf Einladung des Integrationsbeirats Nord diskutierten hier ehrenamtliche Politiker/innen gemeinsam mit anderen Akteur/innen des Stadtbezirks verschiedenste Aspekte des Themas Einwanderung. Dabei waren die Teilnehmenden dazu eingeladen, sich in die Herausforderungen der Zukunft hineinzudenken und auszuarbeiten, wie man die Willkommenkultur in ihren Stadtteilen noch verbessern könnte. Diese kreativen Wochenenden sind Teil des Beteiligungsprogramms „Mein Hannover 2030“, bei dem alle Einwohner/innen ihre Ideen und Wünsche in die Gestaltung des nächsten Stadtentwicklungsprogramms einbringen können. Die Teilnehmenden waren zum Teil im Integrationsbeirat Nord organisiert, aber auch interessierte Einwohner/innen nahmen teil. Die Veranstaltung wurde moderiert vom Soziologen Prof. Dr. Hartmut Griese.

Wie immer bei einer Zukunftswerkstatt fand am ersten Abend die Kritikphase statt, in der die Teilnehmenden äußerten, wo sie noch Verbesserungsbedarf sehen. So forderten sie eine Stelle in der Stadtverwaltung, die ehrenamtlich Engagierte an die richtigen Stellen vermitteln und die Zusammenarbeit zwischen Fachleuten und Ehrenamtlichen koordinieren solle. Scharf kritisiert wurden auch Ängste in der Bevölkerung vor Eingewanderten. Hier spielten nach Meinung etlicher Diskussionsteilnehmer/innen viele Faktoren eine Rolle – von der Angst vor einem imaganierten eigenen sozialen Abstieg bis zur demografischen Veränderung der Gesellschaft. Die Erarbeitung eines passgenauen Konzeptes zum Umgang mit Eingewanderten und Flüchtlingen im Stadtbezirk Nord sei schwierig zu bewerkstelligen, da es überall an Geld fehle. Auch gelinge es zu selten, „gute Projekte, die wirklich vor Ort helfen, auf Dauer zu stellen“.

Am Samstag darauf gingen die Teilnehmer/innen über in die „Utopie-Phase“, in der sie ihre Visionen zur Anerkennungs- und Willkommenskultur festhielten. Eine der Gruppen zeichnete einen „Konstruktionsplan“, nach dem Inklusion und Integration gelingen sollen, indem alle Rädchen ineinandergreifen und gute Ideen angemessen umgesetzt werden können. Eine weitere Gruppe präsentierte eine Zeichnung, in der ein in Geschenkpapier eingewickelter Erdball abgebildet war mit dem Titel „Die Welt ist ein Geschenk“. Die letzte Gruppe befasste sich mit dem Thema Religionen und kritisierte ihre exklusiven Wahrheitsansprüche, die vielfach zu interreligiösen Spannungen führten. Wichtig sei es, Demokratie und Akzeptanz schon in Kitas zu vermitteln und auf der Grundlage gemeinsamer Werte zusammenzuarbeiten. Die Teilnehmenden zeigten sich in einer abschließenden Evalutionsrunde beeindruckt von der Menge der Themen, die an den beiden Tagen behandelt worden seien.

Die Ergebnisse der Zukunftswerkstätte in Buchholz-Kleefeld, Stöcken und Nordstadt werden auf am großen Veranstaltungstag „Zukunft in Vielfalt“ am 9. Mai im Neuen Rathaus von den Teilnehmer/innen vorgestellt.